Tausend Seiten für einen Tag (Blog 96)

Ulysses

Und wieder geht es um den Ulysses. Einen Roman, den ich seit 1981 lesen wolltel. Zwei mal bin ich gescheitert. Im dritten Anlauf scheint es zu Gelingen. Bin im Dezember 2005 wieder angefangen und gerade auf Seite 338 angelangt.. Mein Leseexemplar ist die Taschenausgabe von 1981 (edition suhrkamp, Neue Folge Band 1100). Sie umfasst 1014 Seiten.

Auf den Ulysses aufmerksam geworden bin ich wohl Anfang der 70er Jahre. Ich weiss es nicht mehr genau. Wie so oft in den verschiedensten Bereichen liegen die Anfäng im Dunklen und sind nicht mehr genau zu ermitteln. Ist ja auch schon über 30 Jahre her. Habe wohl das erste mal irgendwo bei Arno Schmidt etwas darüber gelesen. Dann lasen wir in der Handelsschule „Berlin Alexanderplatz“ und aufgrund des verwandten Stils muss auch darüber geredet worden sein. Im Hinterkopf hatte ich lange das Bild eines beedeutenden schwer lesbaren Romanes, den ich irgndwann einmal lesen wollte.

Als 1981 die Taschenbuchausgabe erschien, kaufte ich diese. Nach zwei Seiten wusste ich: Dafür bist Du noch nicht reif. Mit 28 Jahren fühlte ich mich dem Werk nicht gewachsen. Es dauerte bis 2004 ehe ich es wieder wagte. Nach einer Operation konnte ich mich nur sehr eingeschränkt fortbewegen und hatte viel Zeit. Ich begann zu lesen, schaffte mit Mühe zwei Kapitel – dann konnte ich nicht mehr.

Rein zufällig geriet ich Ende letzten Jahres an den entsprechenden Wikipedia-Eintrag ( http://de.wikipedia.org/wiki/Ulysses_%28Roman%29 ) und nun wurde mir erst klar, worum es in diesem Buch geht. Wer es auch wissen will, sei auf den genannten Link verwiesen. Seitdem lese ich dieses Buch. Es ist, nicht einfach, kostet Kraft aber es befriedigt auch ungeheuer. Ich habe zwei bis drei Jahre für die Lektüre veranschlagt. So ein Buch liest man eben nicht, man lebt damit und es nimmt einen auch ein Stück des Lebens.

Worum es eigentlich in diesem Werk geht ? Beschrieben wird das Leben des Zeitungsanzeigenaquisiteurs Leopold Blum sowie des Hilfslehrers Stephen Dedalus am 16. Juni 1904 in Dublin. Nicht spannend ? Auf denn ersten Blick gesehen ja , aber der Anspruch des Autors ist ungeheuer: „Ich möchte ein so vollständiges Abbild von Dublin erschaffen, daß, wenn die Stadt eines Tages plötzlich vom Erdboden verschwände, sie aus meinem Buch heraus vollständig wieder aufgebaut werden könnte.“ Mehr darüber in einem späteren Blogeintrag.

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