Notizen zur Weltmeisterschaft (Blog 114)

Kannst Du mir die CD von den Sportfreunden Stiller (54 74 90 2004) aus der Stadt mitbringen fragte mich meine Frau letztes Wochenende. Ich versuchte es gleich Montag. Gar nicht so einfach. Die letzte aktuelle „Single“, die ich gekauft habe müsste „Forever Young“ gewesen sein (nicht Bob Dylan, sondern Alphaville) und das war…..1984 (?). Ich versuchte es zunächst in der – ich sage mal: Tonträgerabteilung – der Drogerie Müller. Fand mich nicht zurecht. Fragte den jungen Verkäufer nach der aktuellen Hitparade, erfuhr, dass man das heute „Single Charts“ nennt und das die CD leider ausverkauft sei, ich solle Donnerstag wiederkommen. Ging dann noch meiner Frau zuliebe zu „Saturn“,einen Laden, den ich sonst wegen der widerwärtigen Werbung nach Möglichkeit meide – auch dort war die CD nicht mehr zu bekommen.

Was mich wundert: Laut den aktuellen „Single Charts“ ist der WM-Song „Zeit , dass sich was dreht“ momentan die Nr. 1 in Deutschland . Diese CD gab es aber sowohl bei Müller als auch bei Saturn in rauhen Mengen während die Nr.2 (74…..) bei beiden ausverkauft war. Eigenartig. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass der Grönemeyer-Song häufiger verkauft wird. Hab nichts gegen den Mann, höre das eine oder andere Lied von ihm ganz gerne, aber Gönemeyer und WM-Song – das passt einfach nicht zusammen. Merkt man meinem subjektiven Empfindenn nach dem Lied auch an. Ist misslungen. Ist so, als würde Stevie Wonder deutsche Volksmusik in englischer Sprache singen. Geht eben nicht.

Donnerstag war ich dann wieder in der Stadt – und die ersten Engländer auch. Zunächst fiel mir auf, dass zum ersten mal seit längerer Zeit leere Bierdosen das Bahnhofsgelände verunstalteten. Alles Amstel – Bier. Dann sah ich die ersten englischen Fans – mit Amstel-Bier Dosen in der Hand durch die Innenstadt gehen. Müssen Sie mitgebracht haben. Das Zeug kommt zwar aus den Niederlanden, aber offenbar mögen die Engländer ihr eigenes verschaltes Bier nicht. (Bei dieser Gelegenheit fällt mir auf, dass ich keine einzige englische Biermarke kenne – wohl mehrer irische und amerikanische aber tatsächlich keine englische, seltsam).

Am Freitag sah ich dann die ersten englischen Polizistinen und Polizisten. Die Polizistinen tragen bowlerähnliche Hüte, die meiner Meinung nach ihrer Autorität abträglich sein dürften. Sie blickten misstrauisch zu einer Gruppe englischer und deutscher Fussbalfans herüber, die einträchtig an den Aussentischen der Bahnhofsgaststätte sassen und….. natürlich Bier tranken. Man hat hier in Gelsenkirchen einiges für die englischen Fans (über 80.000 sind momentan hier – und das bei einer Gesamtbevölkerung von 270.000 Einwohnern) getan. Nur 30.000 haben eine Karte fürs Stadion gehabt. Für den grösseren Rest hat man eine zusätzliche Grossleinwand auf dem Trabrennbahngelände aufgestellt (mit original englischem Fernsehkommentar). Im nahegelegenen Nienhauser Park dürfen Sie Zelte aufstellen.

Ich hoffe das es keine gewalttätigen Auseinandersetzungen gibt, nachdem England das gestrige Spiel verloren hat. Ich wage die Prognose, dass es überwiegend friedlich bleiben wird. Gelsenkirchen ist eine mittelgrosse Industriestadt die vergleichbare Probleme und Struktuen wie zum Beispiel Sheffield, Manchester oder Liverpool hat. Die Engländer müssten sich hier wohler als in Stuttgart oder Frankfurt fühlen. Morgen wissen wir mehr.

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