„Footsball´s going home“ oder „End of the world“ (Blog 115)

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Im Laufe des Tages verliessen die letzten Engländer Gelsenkirchen. Wie gestern Nacht (Blog 114) von mir prophezeit kam es zu keinen nennenswerten Auseinandersetzungen mit deutschen Fans oder der Polizei. So friedlich wie hier waren die Engländer sonst an keinem anderen WM-Austragungsort. Das hatte mehrere Gründe: Die ähnliche Mentalität. Die Erfahrung der hiesigen Ordnungskräfte mit problematischen Bundesligaspielen (Dortmund – Schalke). Die intensive Betreuung der angereisten Fans. Ich bin erleichtert und ein bisschen stolz.

Heute Nachmittag waren noch etliche Engländer auf dem Bahnhofsgelände und deshalb wurden zusätzlich englische Zeitungen verkauft. Ich kaufte mir die „News of th world“ – und die Lektüre bestätigte alle Vorurteile, die ich bisher gegenüber der britischen Boulevardpresse hegte. Furchtbare Geschichten über Prinz Harry ( „A pretty masseuse has told how Prince Harry couldn´t keep his hands of her after she gave him a sexy rub-down“) oder Naomi Campbell („Naomi is a psycho monster…..She may look beautiful on the outside, but she´s the ugliest (= hässlichste) person I´ve met“). Aber 41 von 72 Seiten beschäftigen sich mit der Fussballweltmeisterschaft und davon wiederum 90% mit dem gestrigen Spiel der englischen Mannschaft („MADNESS.. AND MISERY“). Allein drei Artikel beschäftigen sich mit dem Trainer der englischen: Nationalmannschaft: „…what the hell has Sven Goran Eriksson done for English football ?’“ fragt ein Harry Redknapp (Wer immer das sein mag). Die Antwort gibt Martin Samuel: „Eriksson has wasted our great generation……It´s gold to dust.“

Erstaunlich gut weg kommt Jürgen Klinsmann („He´s Klin-vincible – Jurgen has made us all believe we can lift the World Cup.“) In dem auf einem Gespräch mit Christoph Metzelder basierenden Artikel wird Klinsmanns bisherige Arbeit mit der Nationalmannschaft sachlich, fast wohlwollend rekapituliert.

Aber dann kommt es auf der vorletzten Seite in einem Artikel über den von Dortmund zu Arsenal gewechselten Tschechen Tomas Rosicky doch noch knüppeldick für die Deutschen: „Rosicky: I faced German fan fury. Tomas Rosicky last night revealed (= offenbarte) how he was forced tor run in a gauntlet (Spiessruten laufen) before Arsenal saved him from his Bundesliga hell…..The brilliant Czech midfielder was sent out to face 700 fans baying for blood…..Now Rosicky has fled to London to forget his nightmare past year…“

Was wäre die englische Boulevardpresse ohne böse Deutsche? Nur schwedische Trainer sind offenbar noch schlimmer.

6 Gedanken zu „„Footsball´s going home“ oder „End of the world“ (Blog 115)“

          1. Ich wollte ursprünglich lange politisch motivierte Texte schreiben. Hab aber bald eingesehen das so etwas nicht funktioniert. Bloggen macht auch „demütig“.

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