Buchenstämme (Blog 121)

Buchenstämme

Vor kurzem sind bei uns neue Buchenstämmer eingetroffen. Gedämpfte Rotbuche 65 und 80 Milimeter stark, 4,50 Meter lang und 40 bis 50 cm breit. Das Gewicht beträgt ca. 730 kg pro Kubikmeter. Das heisst eine 80 Milimeter starke Bohle wiegt ungefähr 120 Kilogramm.
Wer einen solchen Stamm kauft, will ihn in der Regel vorher sehen. Das heisst jede einzelne Bohle wird angehoben und umgedreht – mit den Händen natürlich.

Als Holzhändler sitzt man also nicht nur im Büro, sondern muss zwischendurch auch mal „Hand anlegen“. Aber ich weiss diesen Teil meines Berufes durchaus zu schätzen. Zusammen mit regelmässiger Gymnastik und mässigen Laufübungen trägt er zur körperlichen Fitness bei .

Woran ich beim Anblick dieser Stämme denken musste: UnsereVorfahren, die Germanen benutzten als Schriftsprache sogenannte Runen (die wahrscheinlich von lateinischen Buchstaben abgeleitet und nur sehr spärlich verwendet wurden). Man ritzte sie in Buchenstäbe – und hier liegt der Ursprung des Wortes „Buchstabe“. Priester warfen sie auf den Boden und lasen sie wieder auf, um den Willen der Götter zu erkennen.Von diesem Auflesen der Buchenstäbe ist unser Wort „lesen“ abgeleitet.

Schaut euch diese Stämme an: Hier liegen die Ursprünge des Lesens, des Schreibens und letztlich auch des „bloggens“.

3 Gedanken zu „Buchenstämme (Blog 121)“

  1. Das war mal wieder ein sehr interessanter Beitrag über Runen, geritzt in Buchenholz-Stäbe, über Buchstaben, und über das Lesen und Auflesen, samt tollem Foto! (Ein Foto macht meiner Meinung nach einen Eintrag sehr viel einprägsamer und dekorativer.) Sollte tatsächlich das englische Wort log-einloggen-blog vom engl. Wort für Holzklotz stammen? Vielleicht weil das Logbuch so dick und schwer war wie ein Klotz?

    Beatles: It’s been a hard day’s night, and I’ve been working like a dog/ It’s been a hard day’s night, I should be sleeping like a log …

  2. Über LOGBUCH und LOG! … gerade gefunden, teilweise nach Wikipedia

    Das LOGBUCH heißt nicht so, weil es so dick und schwer ist wie ein Holzklotz, sondern es bekam seinen Namen vom Messgerät Log (siehe unten!). Ein Logbuch ist ein Nachweis erfolgter Vorgänge ähnlich einem Tagebuch. Einige Logbücher wurden berühmt wie etwa das Bordbuch des Christoph Kolumbus. Der Begriff Logbuch (abgekürzt Log) wird auch in anderen Bereichen verwendet, wo Betriebsprotokolle oder chronologisch fortlaufende Aufzeichnungen geführt werden (z. B. Weblog).

    Ein LOG (auch Logge, von engl. Log = Holzklotz) ist in der Seefahrt und Navigation ein Messgerät zur Bestimmung der Fahrgeschwindigkeit von Wasserfahrzeugen. Es zeigt die im Wasser zurückgelegte Strecke oder die Geschwindigkeit an. – – – Die ursprüngliche Messmethode besteht darin, ein Stück Holz (den Holzklotz = log), das an einer Leine befestigt ist, längsseits eines fahrenden Schiffes ins Wasser zu werfen. Das Holz bleibt nahezu an derselben Stelle im Wasser liegen. Nach einer festen Zeit wird die Länge der abgelaufenen und mit Knoten markierten Logleine bestimmt und danach die ganze Anordnung wieder an Bord gezogen.

    Hey Manulan! Mit einigen Umwegen haben also sowohl das „BLOGGEN“ wie auch die „BUCHSTABEN“ eine Beziehung zum Rohstoff Holz.

  3. Focus: Tagesthemen»-Moderator Tom Buhrow (47) will sich in einem Jahr überlegen, einen Weblog zu schreiben, verriet er. Bloggen sei «eine riesige Demokratisierungswelle, die das Publikum voll einbezieht».

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