Selbstversuche: Biertest: Duckstein….. (Blog 176)

Duckstein

…..wird nicht etwa in Entenhausen gebraut, sondern in Lübz (Mecklenburg) in einem zur Holsten-Gruppe gehörenden Brauhaus. Ursprünglich kommt es jedoch aus dem niedersächsischen Königslutter am Elm. Zum Brauen wurde seinerzeit das kalkhaltige Wasser der Lutter verwendet. Der bei der Ablagerung dieses Kalks entehende Kalktuff (Travertin) wird auch Duckstein genannt.Daher der Name.

Was mich in diesem konkreten Fall interessierte: Kann man die Buche schmecken? „Auf Buchenholz gereift“ war auf der Flasche zu lesen. Und beim Rotwein funktioniert das ja. Die durch das Lagern in Eichenfässern entstehende Geschmacksnote kann man der Eiche zuordnen. Einige Hölzer (bei weitem nicht alle) haben einen typischen Geruch der mir durch langjährigen
Umgang vertraut ist. Eiche riecht säuerlich, Linde wie Lindenblütentee, Esche (mein Lieblingsholz) wenn es frisch eingeschnitten ist wie Melone. Und Buche ? Schwer zu beschreiben. Der Eiche nicht ganz unähnlich aber weniger intensiv. Hat eine leicht bittere Note. Auf dem Bild habe ich der Anschaulichkeit halber zwei Buchenstücke links und rechts neben der Flasche plaziert. Früher hat man dieses Holz unlackiert unter anderem für den Innenausbau von Bäckereien verwandt. Wer noch eine Bäckerei mit alter Inneneinrichtung in seiner Nähe hat, sollte mal an den Regalen schnuppern – oder auch an der Unterseite des Brotes.

Das Bier hat eine rotblonde Farbe, ist obergärig und meiner Meinung nach ein typisches Winterbier. In der warmen Jahreszeit wäre es mir doch zu wuchtig obwohl der Alkoholgehalt (4,9%) sich im üblichen Rahmen bewegt. Den Buchengeschack kann ich wirklich nachempfinden, aber will nicht so recht zu Hopfen und Malz passsen.

Gesamturteil: Kann man mal trinken, wirkt irgerndwie konstruiert, wird aufwendig vermarktet (u.a. spezielle Flaschenform). Dennoch: Nichts passt so richtig zusammen. Das ursprüngliche Duckstein-Bier soll süsslich und hell gewesen sein. Es war auch als Heilmittel gefragt. Heute ist Duckstein ein Bier, das seine Heimat verloren hat und ob man es glaubt oder nicht: Man schmeckt es.

Quelle: Es gibt einen lesenswerten Wikipedia-Eintrag, der mir als Quelle gedient hat:
http://de.wikipedia.org/wiki/Duckstein_%28Bier%29

7 Gedanken zu „Selbstversuche: Biertest: Duckstein….. (Blog 176)“

    1. Goethe mochte kein Bier. In einer Unterhaltung mit dem Kanzler Müller hat er sich entsprechend geäußert: „Wenn es so fortgehen sollte, wie es den Anschein hat, so wird man nach zwei oder drei Menschenaltern schon sehen, was diese Bierbäuche und Schmauchlümmel aus Deutschland gemacht haben. An der Geistlosigkeit, Verkrüppelung und Armseligkeit unserer Literatur wird man es zuerst bemerken.“
      Tja, auch grosse Männer reden grossen Unsinn. Wein übrigens mochte er sehr gerne. Als die Mutter in Frankfurt nach dem Tod des Vaters das grosse Haus verkaufte und anfragte, ob er etwas von den Einrichtungen und Beständen beanspruche, zeigte er nur Interesse am gut gefüllten Weinkeller. Einiges davon ist dann auch nach Weimar gelangt.

  1. Ich habe letztes Jahr im Urlaub an der Ostsee mal ein
    Duckstein getrunken. Es hat mich auch nicht sonderlich
    begeistert (trotz Urlaubsstimmung!).
    Allerdings habe ich auch schon mal ein Bier probiert,
    von dem mir dann ziemlich übel war. Das war ein Rauch-
    weizenbier. So weit solltest Du mit Deinen Selbst-
    versuchen keinesfalls gehen!

    Ich wünsche Dir einen schönen Restsonntag

  2. Das Ducksteiner gab es in den achtziger Jahren nur vom Fass und auch nur in speziell ausgesuchten Gaststätten. Produziert wurde das rotblonde Bier bei der Feldschlösschen Brauerei in Braunschweig. Später würde das Bier dann auch in Flaschen abgefüllt und vorbei war es mit der Exklusivität. Die Feldschlösschen Brauerei wurde von der Holsten-Gruppe in Hamburg übernommen und die wiederum von der Carlsberg-Tuborg Brauerei in Kopenhagen (DK). Ich möchte bezweifeln, dass die Zusammensetzung des Ducksteiners wirklich noch die Gleiche ist.

    So läuft das nun mal mit der Biergeschichte.

    Viele Grüsse
    Remo

    1. Danke für die fachkundige Ergänzung. Königslutter liegt ja im ehemaligen Herzogtum Braunschweig. Das würde noch passen. Aber wenn es so weiter geht, wird „Dortmunder Union“ demnächst wohl in Dänemark gebraut werden.

      1. Die Dortmunder Union gehört mittlerweile, wie gesamt Brau und Brunnen zur Radeberger Gruppe, die wiederum zur Oetker Gruppe gehört. Dann müsste Oetker sich schon von seiner Biersparte trennen.

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