In Bus und Bahn unterwegs: Mann will seine Ruhe (Blog 177)

Es gibt nichts was es nicht gibt und so wurde ich heute Zeuge der körperlichen Belästigung eines Mannes durch eine Frau:

Die Zwei waren wohl nur durch widrige Umstände in die zweite Klasse des Regionalexpresses geraten. Sie fielen sofort auf: Beide trugen Hüte und lange kamelhaarfarbige Mäntel die sie auszogen und mit grosser Mühe in die Ablage über den Sitzen verstauten. Ich fragte mich, ob es vielleicht einen „Spiel mir das Lied vom Tod – Fanclub gäbe, der in Essen einen Kongress veranstaltete. Man weiss ja nie. Sie war gut einen Kopf grösser als er, die Haare lang und brünett. Eine schöne Frau. Er sah aus wie Heinz Rudolf Kunze und blickte eher grimmig um sich. Irgendwie passten sie nicht zusammen. Mir kamen fielen Gespräche mit „alten“ Freunden ein. Wie man nach dem dritten Bier anfing, sich über der Verbleib der Frauen zu unterhalten mit denen man die letzten Jahre zusammen zur Schule gegangen war. Wie man fassungslos zur Kenntnis nahm, dass diese „Christiane“ (Ulrike, Petra…) unverständlicherweise diesen bornierte Idioten aus der Parallelklasse geheiratet hatte. Das hatte man ihr nun doch nicht gewünscht obwohl als man sie damals ansprach…….- lassen wir das ! Zurück zum Thema: Die Beiden zogen Bücher aus den Taschen und begannen zu lesen. Ich hätte sehr gerne gewusst, was sie lasen, es war aber kein Buchtitel zu erkennen.

Nach einer Weile legte sie ohne die Lektüre des Buches zu unterbrechen ihre Hand auf seinen Oberarm – keine Reaktion. Wiederum etwas später wanderten ihre Finger weiter nach oben, umfassten die Schulter – er gab ein leises Brummen von sich, das unwirsch klang. Dann kraulte sie sein Ohr – stummes heftiges Kopfschütteln war seine Reaktion darauf. Sie wich mit der Hand zurück, liess sie aber auf seiner Schulter liegen um kurz danach noch einmal einen Versuch zu wagen. Sie umfasste seinen Hals und begann ihn zu massieren. Wieder gab er einen undefinierbaren Laut von sich und drehte den Körper weg von ihr zum Mittelgang hin. Dann las er weiter.

Auch sie drehte ihm nun den Rücken zu, liess das Buch sinken, schaute aus dem Fenster auf die graue Schneeluft…..

Manchmal verhalten sich Männer wie Idioten.

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