Hungergefühle (Blog 198)

Es fing an wie jeden Morgen: 5.00 Uhr aufstehen. 5.30 Uhr Frühstück – Tomatenbrot, Honigbrot, Schinkenbrot, Tee. Dann wird es anders alls üblich. Heute geht es nicht ins Büro. Ich habe noch einen frühen Termin in in Essen und anschliessend geht’s zur „interzum“ (Internationale Zuliefermesse der Möbelindustrie) nach Köln. Dort stellen einige unserer Kunden und Lieferanten aus.

Im Büro ernähre ich mich tagsüber durch die Zunahme von belegten Broten, Kuchen, Schokolade und Kaffe. Die Pausen dazwischen lasse ich nicht zu lang werden was schon einmal kritische Blicke und Bemerkungen der anderen Mitarbeiter nach sich zieht.

Heute kaufe ich um 8.45 Uhr noch ein Croissant. Dann gibt es nichts mehr. Auf den Messeständen wird mir nur Kaffee angeboten. Gegen 14.00 Uhr knurrt der Magen vernehmlich. Ich erwäge den Kauf eines belegten Brötchens bin aber geschockt als ich den Preis sehe: 5,50 €! Da vergeht mir der Appetit wieder. Messegastronomie ist ein Beispiel dafür, dass die marktwirtschaftlichen Theorien einen wahren Kern haben. Es gibt nur einen Anbieter, also keinen Wettbewerb, folglich ist die angebotene Ware schlecht und dennoch teuer. Auf der Messe gibt es Gratiszeitungen. Ich nehme mir eine „Süddeutsche“ und den Berliner „Tagesspiegel“ mit. Die Lektüre lenkt mich während der Rückfahrt mit der S-Bahn von den zunehhmend intensiver werdenden Hungergefühlen ab.

In Essen steige ich aus. Hier erwarten mich holländische Fritten, China Imbiss, Burgerking, Schnitzelrestaurant etc. Die vielen Wahlmöglichkeiten verwirren mich. Trotz des Hungers kann ich mich nicht entscheiden. Ich rufe meine Frau an, frage ob sie Lust hat, heute Abend mit mir essen zu gehen. Sie will nicht. Trotzdem widerstehe ich den Versuchungen und troll mich wieder auf den Bahnsteig. Am Gelsenkirchener Hauptbahnhof eingetroffen passiere ich auch den Leberkäsverkauf und den Currywurststand unbeschadet. Zwanzig Minuten später bin ich Zuhause.

Hier erwarten mich dann überraschenderweise asiatische Hackbällchen mit Mango und Nudeln. Köstlich! Das Warten hat sich gelohnt. Ich hab`s zwar nicht verdient aber meine Frau kocht gut und gerne. Nun können die bereits zittrig gewordenen Finger auch wieder die Tastatur bedienen und ich glaube die Kräfte reichen auch noch um mit Hilfe eines dazu geeigneten Gerätes einen Kronenkorken anzuheben…..