Streikfolgen (Blog 259)

Gestern wieder ein Abend ohne laptop. Diesmal lag es nicht an der Technik sondern daran, dass ich ihn gar nicht erst mit nach Hause genommen, sondern gleich im Büro gelassen hatte. Da bekannt war, dass der öffentliche Nahverkehr heute streiken würde (wofür ich Verständnis habe) wollte ich mich heute morgen nicht mit zusätzlichen 2,8 kg belasten.

Bis Duisburg-Hauptbahnhof kam ich problemlos. Dann jedoch lagen die (geschätzten) vier Kilometer bis zu meinem Arbeitsplatz vor mir. Aber der Ruhrstädter weiß sich zu helfen. Eine Freundin meiner Frau war so nett gewesen mir dieses Transportmittel:

Roller

leihweise zu überlassen und so fuhr ich dann durch die noch leere Königstraße (die fußläufige Duisburger Einkaufsmeile) vorbei an Rathaus und Innenhafen durch Kaßlerfeld Richtung Ruhrort. Das letzte Stück musste ich dann doch zu Fuß laufen.
Ruhr- und Hafenbrücke waren noch ganz weiß und glatt. Aber letztlich kam ich doch wider Erwarten pünktlich zur Arbeit.

Der Rückweg am Nachmittag war nicht so angenehm. Auf den Radwegen, die ich wegen ihrer ebenen Fläche benutzte waren verhältnissmäßig viele rüde Radfahrer unterwegs die mich mit hoher Geschwindigkeit und ohne ein Warnzeichen von sich zu geben überholten und durch die Fußgängerzone konnte man um diese Zeit auch nicht mehr fahren ohne andere zu gefährden. Dennoch irgendwie hat es Spass gemacht zum ersten mal nach (schätzungsweise) 47 Jahren mal wieder mit dem Roller unterwegs zu sein.

15 Gedanken zu „Streikfolgen (Blog 259)“

  1. :)) – ab und an pack ich mir auch Kevins Roller ein, wenn ich später zum Dienst muss. Dann parke ich nämlich auch immer ziemlich weit von meiner Arbeitsstelle weg und bin sonst zu spät dran…aber ich finde das Rollern anstrengend.

  2. Bin seit der Kindheit nicht mehr Roller gefahren…

    Aber bei uns fuhren wider Erwarten die Busse und auch der Müll ist alle abgeholt worden. Hatten wir nicht mit gerechnet und waren umso erfreuter, dass wir nicht auf dem Abfall sitzen geblieben sind.

  3. Nein, kein Streik hier – gestern. Aber eine tolle Idee von Dir:) Und das schönste ist, dass ich die Strecke als „rüder Radfahrer“ mit Gattin hier auch schon mal geradelt bin 🙂

    1. Ist das wirklich schon fast ein Jahr her ? „Eins, zwei, drei im Sauseschritt saust die Zeit. Wir sausen mit“ (Wilhelm Busch)

      Ansonsten bin ich wieder einmal in den Fettnapf getreten aber der Formulierung „rüder Radfahrer“ konnte ich nicht widerstehen.
      Es ist auch so, dass ich als Fußgänger mittlerweile die Radfahrer mehr fürchte als die Autofahrer.

      Schone dich am Wochenende!

      Manfred

      1. „Rüde Radfahrer“ ist schon OK – da fühle ich mich treffend angesprochen ;D

        Das ist die „natürliche Nahrungskette“: Auto – Motorrad – Rad – Fußgänger :))

        Ja, die Zeit saust (wie ich mit dem Rad).

        Zumindestens Samstag werde ich mich schonen: dann bin ich Zuschauer 😉

  4. für streik hab ich langsam kein verständnis mehr: ich mache meinen laden zu, schreibe schild: wir wollen mehr umsatz und streiken deshalb, alle leute strömen nun zum plakat, lachen sich ins fäustchen und gehen nun zu wohlthat, hugendubel, thalia…

    und ich streike und kann meinen leuten keine gehaltserhöhung zahlen, muß mein geschäft schliessen und mein geld reicht gerade mal für nen strick…

    m.

    1. Es trifft oft die Falschen. Aber ich verstehe, dass sich die Menschen gegen eine Ideologie wehren die einen ähnlich totalitären Anspruch erhebt wie seinerzeit die Vertreter des Sozialismus. Das der Markt alles zum besten regelt ist genau so wenig zwangsläufig wie seinerzeit der „Histomat“. Du erlebst das gerade am eigenen Leib. Der Sozialismus hat versagt, der Kapitalismus versagt gerade. Die Frage lautet: Wollen wir eine neue solidarische Gesellschaft und wieviel Markt verträgt diese. Sie wird auch nicht mehr auf nationaler und europäischer Ebene möglich sein sondern nur auf globaler. Das müssen wir schaffen. Sonst werden wir nicht mehr sein.

      1. der sozialismus hat versagt, weil die falschen leute, die falsche politik gemacht haben. es zeigt sich ja immer mehr, dass olle marx in „lohnarbeit und kapital“ bereits über die kapitalflucht schrieb: siehe nokia, siemens etc. jahrelang vorher haben die finnen schon nach grundstücken ausschau gehalten, da wurden sie hier noch frenetisch gefeiert als wohlstandbringer, jetzt zahlt man den rumänen 2oo €, die sind glücklich und die finnen auch, da sie nun über 1000€ pro mann sparen. in den gesetzen zur eu-erweiterung ist bereits alles genannt, dass die großen globalplayer keinen zoll zahlen müssen u.u.u.
        alles ökonomie des kapitalismus

        m. – kein roter

  5. Welch eine Ehre fuer das alte Kickboard im Streik zum Einsatz gekommen zu sein! Ich weiß nicht, warum die Radler immer so wenig Rücksicht nehmen! Ich habe übrigens viel Verständnis für den Streik, aber er bereitet vielen doch viel Ungemach.

    1. Ah! Du hast einen Kommentar geschrieben. Den ersten! Sehr schön. Auf diesem Wege noch einmal vielen Dank für das hilfreiche Fahrgerät. Es hat mir auf den Tag gerechnet schätzungsweise eine Stunde Laufzeit erspart.

      Radfahrer nehmen so wenig Rücksicht, weil sie sich explizit als die „guten“ Verkehrsteilnehmer sehen die sich gesund und umweltfreundlich fortbewegen (stimmt ja auch) und glauben, von daher Privilegien ableiten zu können. Ein klassischer Fall von ungesundem Selbstbewusstsein.

      Ich wünsche noch einen erträglichen Restarbeitstag.

      Bis bald

      Manfred

  6. Auch auf diese Idee wäre ich nun wieder gar nicht gekommen: das ist das Alter, ich sags Dir…

    Hier waren gestern, glaube ich, sogar paar Bibliotheken bestreikt: ich wußte gar nicht, daß so was geht…

    1. Herzlich willkommen nach langer Zeit!
      Bibliotheken bestreiken – finde ich nicht gut. Für körperliche Gebrechen gibt es Notdienste. Das niemand etwas dabei findet dem Geist die Nahrung zu entziehen ist bezeichnend.

      Am Alter kann es nicht liegen. Ich glaub, ich bin einige Jahre älter als du.

      Liebe Grüße

      Manfred

      1. Deine Betrachtungsweise spricht für Dich, aber in der Richtung habe ich wohl schon lange aufgegeben: Bibliotheken sind zunehmend auch nur npch Supermärkte für Mainstream-Ware…

        MivorZer

        Der G.

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