In Bus und Bahn unterwegs (Blog 317)

Gestern morgen kurz vor 7.00 Uhr an der Haltestelle Duisburg Hauptbahnhof. Einige giggelnde Schülerinen haben einen Heidenspaß bei meinem Anblick: Ein Mann mit Hut! „Sie sehen aus wie unser Lehrer“ ruft eine von Ihnen mir zu. Welch ein Kompliment! Vor einem Jahrfünft hätte ich mir auch noch nicht vorstellen können jemals eine Kopfbedeckung zu tragen weil jede irgendwie lächerlich aussah. Doch die Haare wurden immer dünner und im Winter fror ich am Kopf. Kangool-Mützen bewährten sich nicht; sie zerstörten jede Frisur und ich vergaß sie häufig in Gaststätten oder auf Besuchen. Dann also doch lieber Hüte – und den Spott gelassen ertragen.
Wieso waren diese Gören eigentlich so früh schon so munter? In diesem Alter hat man gefälligst bis weit nach Mitternacht aufzubleiben, Rap oder Techno zu hören und früh am Morgen muffig und schlecht gelaunt zu sein.

20 Gedanken zu „In Bus und Bahn unterwegs (Blog 317)“

  1. Ja, die Jugend von heute…
    Mittlerweile sind Mützen alldings einigermassen hip. Es gibt sogar diesen bestimmten Huttyp, der auch von lässigen Teenies getragen wird.
    Wie allerdings ein seriöser Mann mit dem Hütchen keck über dem Ohr (die typische Justin Timberlake-Pose) ausschaut, vermag nur der Selbstversuch zu zeigen.

    1. Bei diesen Teenie-Hüten handelt es sich um kurzkerempige Modelle und das geht garnicht. Solche Hüte trug der fast 90jährige Kanzler Adenauer in seinen Italien-Urlauben und es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, das eine Hutform, die seinerzeit durch einen Greis populär gemacht wurden momentan bei den jungen Menschen beliebt sind. So etwas steht wirklich nur Neunzigjährigen.

    1. Bedingt durch dein familiäres Umfeld bist du in diesem Bereich sicher kundiger als ich. Es war auch nicht böse gemeint. Vielleicht sollte man sich freuen überhaupt noch wahrgenommen zu werden.

      1. Sie nehmen uns nicht wirklich wahr … 😉

        Obwohl – ich finde es schon fast schlimmer, wenn mich junge Leute, so um die 20, unbekannterweise grüßen ;D

        Die heutige Jugend (die ich in meinem Umfeld so kenne) ist fleißig, strebsam, und arbeitet eigentlich sehr viel :yes:

        (Jedenfalls sehr viel mehr, als ich das früher getan habe :)) )

        1. Sie haben es schwerer als wir. Ihnen wird mehr abverlangt und eine langfristige Perspektive (wie wir sie in diesem Alter noch zu haben glaubten) kann es für sie nicht mehr geben. Eigentlich unverständlich: Die jetzigen Generationen junger Menschen sind zahlenmäßig sehr viel kleiner als in den 70ern und 80ern. Sie müßten, da seltener eigentlich „wertvoller“ sein. Man müßte sich um sie bemühen und ihnen Wege ebnen. Das dies trotz aller Lippenbekenntnisse kaum geschieht, man es ihnen sogar schwerer als nötig macht (Schulpolitik) sagt einiges über unsere Gesellschaft aus.

  2. Nicht im Auto aufsetzen, lieber Manulan, „Opa mit Hut“ gilt immer noch als mieser Autofahrer.
    Ansonsten finde ich den klassischen Beuys-Hut sehr gut. Filz muß sein, der Kopf muß schön warm gehalten werden, das ist auch gut für die Seele.

    1. In meinem Fall trifft das auch zu. ich bin ein mieser Autofahrer habe aber das Glück, eine Frau zu haben die
      gut und gerne fährt und mir das abnimmt. Gelegentlich muß ich aus beruflichen Gründen (oder wenn ich Freunde besuche) das Steuer selber in die Hand nehmen. Ich vermeide das aber wann immer ich kann.

      1. Ich hab erst gar keinen Führerschein, ich weiß, ich wäre die schlechteste Autofahrerin der Welt.
        Als ich klein war, hatten meine Eltern einen Unfall, ich glaube das ist davon noch. Ein Trauma. Meine Mutter haßte ebenfalls Autofahren, machte dann mit 45 unter größtem Druck den Führerschein und fährt bis heute so, daß man Angst um jeden Radfahrer hat.
        Das einzige Vorurteil, daß ich immer wieder bestätigt finde ist, daß Frauen irgendwie schlechter fahren, warum auch immer. (Gleich hagelt es Gegenkommentare.)Ich find’s witzig, daß es bei dir nicht so ist.

        1. Ich bin Realist. Im Dschungel der Ballungsräume ist das Auto trotz aller Stauprobleme das schnellere und bequemere Verkehrsmittel. Wenn man dann berufstätig ist und einkaufen muß hat es schon seine Vorteile. Zwischen Duisburg und Dortmund gibt es viele routinierte, sebstbewußte Autofahrerinnen und ich schätze mal in Berlin ist das nicht anders.

          1. In Berlin schaffen alle Leute nach und nach ihr Auto ab, weil die Parkplatzsituation z.K. ist, aber natürlich nur die ohne Kinder.
            Ich finde gerade in der Stadt kann man auf’s Auto verzichten, auf dem Land eigentlich nicht. Ich habe ja keine Wahl.

  3. Hut-tragende Menschen wirken auf mich immer sehr interessant. Ich sehe das gern, bei Männern und bei Frauen. Hut macht aus vielen einen ganz besonderen Typ. Mützen sind eher nur nützlich, da ist dieser individuelle Effekt nicht so vorhanden, wie es bei Hutträgern der Fall ist.

  4. Ich trage derzeit Baseballkappe mit Stirnband. Stirnband für die Ohren und die Kappe, damit mir die Kapuze der Winterjacke nicht bis an den Mund über den ganzen Kopf rutscht. Das sieht jeden Tag besser aus. Inzwischen finde ich mich sehr individuell damit. :))

  5. Wäre es nicht schlimmer noch, mit (bzw.: trotz) Hut gar nicht wahrgenommen zu werden??? Nicht mal von gackernden Schülerinnen?

    Das war allgemein gesprochen – ich bin ja eher lieber unsichtbar…

    Auch ist das typisch: die Chance(n) der Jugend begreift man oft erst (man, nicht nur ich), wenn sie vorbei ist; das meinte ich nicht nur irokastisch, Alice Miller hat da mal was drüber geschrieben…

    Grrrreetings!

    Der Dröhn- und Donner-Dino

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