Kleiner Exkurs….. (Blog 318)

…..über die Gründe der Faszination des Marxismus in den späten 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gefällig ? Nein! Bitte nicht erschrecken. Ist nicht so schlimm wie es sich anhört sondern nur eine Replik auf Prinz Rupis bereits Anfang Januar veröffentlichten Text über seine Anfänge in Berlin (Blogger vor 40 Jahren) zu der ich leider erst jetzt gekommen bin. Man muß zwar ein bisschen scrollen. Mein Kommentar ist der 130ste. Aber mit etwas Mühe findet man ihn hier:

http://frieling.blog.de/2009/01/03/blogger-40-jahren-zeitreise-5317279/

12 Gedanken zu „Kleiner Exkurs….. (Blog 318)“

    1. Naja, zumindest bestimmten Bevölkerungsgruppen wirds bald an der Sattheit mangeln (und die Tafeln werden hoffentlich Versorgungsengpässe bekommen), dann wird vielleicht auch die Trägheit überwunden werden 😉

      1. So schnell wird es uns nicht an Sattheit mangeln. Man darf auch nicht eine Katastrophe herbei wünschen oder davon ausgehen, das der überwiegende Teil der Menschheit träge ist.

        1. Wenn nichts die Deutschen bisher zu motivieren geschafft hat – Hunger (und zwar der durch fehlende Nahrungsmittel) war eins der Mittel was 1848 und 1918 einen Umsturz ausgelöst hat. Das nennt man nicht Pessimismus, sondern Realismus.

          Tafeln: die Verteilen frag mich nicht wieviele Tonnen Lebensmittel im Monat. Spenden des Einzelhandels, der auch langsam merkt, dass er sich so selbst das Wasser abgräbt (also wozu noch spenden), und somit nimmt die Spendenbeitschaft zum Glück langsam ab.

          Nebeneffekt: Es wird für jeden offensichtlich, dass die Regelsätze vorne und hinten nicht langen und zu niedrig sind. Im selben Zug wird festgestellt werden, dass NOCH mehr Menschen als bisher zu Niedriglöhnen beschäftigt sind, die es nicht ermöglichen, zu leben, ohne Zuschüsse vom Staat. Da wird noch eine massive Welle auf uns zurollen, nur ein Frage, wann der Hunger groß genug ist, um auf die Straße zu gehen…

          Hier in Kiel hat das Tradition 😉

          1. Also plädierst du konsequenterweise dann auch dafür, dass ab sofort niemand mehr ehrenamtlich bei einer Tafel arbeiten sollte, damit es schneller geht mit dem Hungern und mit den Massendemos?
            Ich halte das für wenig konstruktiv.
            Zurück zu meinem ursprünglichen Kommentar. Mit Sattheit und Trägheit meinte ich diejenigen, die, ob es mir nun passt oder nicht, an den Hebeln sitzen, um Veränderungen einzuleiten.

    2. Ach! Sei nicht so pessimistisch. Wir leben in einer Zeit in der wir nicht nur guten Willen haben – der allein reicht nicht, da hast du recht – sondern auch neue Möglichkeiten.
      Seit der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert: Amerika wurde entdeckt, der Buchdruck erfunden, die Reformation war der Beginn des Weges zu Aufklärung und Vernunft. Das Mittelalter war vorbei. „Es ist eine Lust zu leben“ sagte Ulrich von Hutten damals.
      In solch einer Zeit leben wir auch. Wir machen den Weltraum für Menschen nutzbar, Können mit Hilfe der Computertechnik neue Kommunikationsmöglichkeiten nutzen (ein weblog zum Beispiel). Wir werden bald neue Wege der Wissensvermittlung und der Mitgestaltung finden. Wir werden die Probleme lösen die wir lösen müssen und danach wird es uns besser gehen und wir werden noch mehr Möglichkeiten haben. Der Mensch kriegt das hin.

      1. Mal ehrlich, was denkst Du, welche Chancen daran teilzuhaben, haben die Millionen von abgehängten, die vielleicht Telefon haben, mit noch mehr Glück einen PC, aber kein Internet? Derer gibt es zu Hauf, und ich weiss wie privilegiert ich bin, OBWOHL ich hilfebedürftig bin, mich aber dennoch umfassend im Netz informieren kann. Wenn mir heute oder morgen der Rechner in die Binsen ginge, wärs das erst mal – Geld für nen Neuen muss erst mal Zusammengespart werden – das dauert…

        Ja, ich weiß, dieses Problem haben auch Leute, die Arbeit haben, aber zeigt das nicht, was für Löhne hier oft an der Tagesordnung sind? Und DAS in einem Hochlohnland wie Deutschland!

        1. Ehe nun der Eindruck aufkommt hier rede jemand leichtfertig daher: 2004 habe ich als 50jähriger meine Arbeit verloren. Erst seit dem Februar 2008 habe ich wieder einen „klassischen“ Vollzeitjob.

          Leider bei weitem nicht so gut bezahlt wie der letzte – aber daran wird gearbeitet. Damals wurde zwar noch länger Arbeitslosengeld 1 gezahlt aber auch so waren es nur noch einige Monate bis Hartz IV und für mich hätte das konkret bedeutet das ich keinen Cent erhalten hätte weil meine Frau einen Vollzeitarbeitsplatz hatte.

          Mit diesem Hintergrund sage ich dir: Deine Haltung ist wenig hilfreich.Du machst dich selber unnötig klein und gibst dich auf. Ich habe mich nicht abhängen lassen, habe die Opferrolle nie angenommen und auch nie darauf gehofft, eine wachsende Zahl Betroffener würde solch einen Druck erzeugen das man gezwungen sei mir zu helfen. Ich habe um meinen Wert gewußt und bin – auch der Agentur für Arbeit gegenüber – eher fordernd aufgetreten.

          Ein Hartz IV Empfänger sackt auch nicht so ab, das eine Teilnahme am digitalen Leben nicht mehr möglich ist. Ich sehe es allerdings auch so, das dies in der heutigen Zeit ein Grundrecht ist, das unabhängig vom Einkommen geregelt werden müßte.

          Dein Verweis auf den Kieler Matrosenaufstand von 1918 ist unpassend. Damals ging es um den Sturz einer abgewirtschafteten Monarchie. Ein solches Schicksal kann ich einer demokratisch gewählten Regierung nicht wünschen. Du kannst energisch um deine Rechte kämpfen – aber dir sollte klar sein das du noch zu dieser Gesellschaft gehörst. Hoffnungen auf Aufstand und Umsturz sind Kinderkram. Jemand der ernst genommen will sollte so nicht argumentieren.

          1. Ich weiss nun nicht, woher Du Deine Sicherheit nimmst, dass ich die Opferrolle angenommen hätte, aber das wird wohl Dein Geheimnis bleiben.

            Forderndes Auftreten gegenüber der ARGE/AfA. Ja, ich fordere mein Amt des Misstrauens und es fordert mich (dafür, dass ich vor zwei Jahren mal gerade das Wort „Widerspruch“ schreiben konnte und mittlerweile meine Klagen selber formulieren kann, finde ich, habe ich mich gut gemacht). Ob dieser Nebeneffekt wirklich SO gewollt war? Ich bezweifle es, aber ich werde dennoch weiter fordernd bleiben, weil ICH aus dieser Situation rauswill. Und dafür sind mir einige Mittel recht. Auch Rechtsmittel wenn nötig.

            Inwiefern ein Empfänger von Leistungen nach dem SGB II absackt solltest Du Dir vielleicht von direkt Betroffenen erklären lassen – wahrscheinlich wird Dir manche Geschichte über den Verstand wachsen…

            Ich mache mir keine Sorgen, dass hier in allzu naher Zukunft (aber in der Fernen würde ich das wahrlich nicht ausschliessen) die ALGII-Problematik explodiert, aber wenn sie das mal tun sollte, ist es unangebracht, allzu überrascht zu tun. Ist der Druck auf dem Kessel groß genug, dann wird er dem Koch um die Ohren fliegen, das ist so sicher, wie das Amen in der Kirche…

            Hoffentlich bin ich dann nicht mehr hier 😉

          2. Ich weiß schon worum es geht. Ich lebe zur Zeit in einer Stadt mit aktuell 15,1% Arbeitslosigkeit. Vor drei Jahren waren es sogar übe 20%. HartzIV-Empfänger kenne ich zwangsläufig. Ich habe auch betroffene Menschen in meiner eigenen Familie.

            Aus eigener Anschauung kann ich deshalb sagen: Ein Hatz IV Empfänger fällt nicht ins Elend. Er (sie) lebt schlecht und muß vieles entbehren, kann sich aber einrichten. Und wehrlos ist er auch nicht. Korrekturen sind möglich wie das Urteil des Bundessozialgerichtes in dieser Woche zeigt.

            Deshalb halte ich es auch für unwahrscheinlich, das die von dir in jedem Kommentar prognostizierten Volksaufstände stattfinden. Die Lage ist nicht so schlecht wie du sie schilderst.
            Mit Übertreibungen hilft man den Menschen nicht sondern erreicht eher das Gegenteil.

            Ein anderes Thema ist was die Erfahrung „aussortiert „ und nicht mehr gebraucht zu werden in einem Menschen anrichtet. Das habe ich selber auch erleben müssen. Natürlich gibt es Momente in denen man ohnmächtige Wut empfindet. Aber man tut sich keinen Gefallen wenn man diesen Stimmungen nachgibt.

            Als ich 2005 begann dieses weblog zu schreiben war ich arbeitslos und in den Texten der ersten Monate (die wohl eher deine Zustimmung finden würden) ist diese Wut zu spüren. Sie fanden allerdings nur wenige Leser. Ein verbitterter zorniger Mensch stellt sich selbst ins Abseits. Ich habe das nach einiger Zeit begriffen und mich dann „freischreiben“ können. Diese Erfahrung wünsche ich dir auch.

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