"Indem (er) der persönlichen Angst widerstand… (Blog 322)

….. hatte er sich einer tieferen Angst gebeugt, derjenigen, schwach zu erscheinen. Doch der Mensch ist schwach; das ist unser Menschsein. Indem wir das verleugnen, verleugnen wir unser Wesen und zerstören uns damit.“

aus Nik Cohns Buch: “TRIKSTA. Leben, Tod und Rap in New Orleans”

Ich habe darüber geschrieben. Hier:
http://literaturzeitschrift.blog.de/2009/02/21/buchbesprechung-triksta-leben-tod-rap-new-orleans-nik-cohn-5622705/

15 Gedanken zu „"Indem (er) der persönlichen Angst widerstand… (Blog 322)“

  1. mir fällt dazu ein:

    wir werden geboren und sind schwach und abhängig. durch die erfahrungen, die wir im leben machen, werden wir stärker, reifer und wenn wir alt sind, dann wird das fleisch schwach, aber der geist verliert nicht an stärke, nur an funktionalität..

    1. Dagegen ist nichts zu sagen – aber es geht leider auch anders. Es gibt nicht wenige Menschen die – ganz allgemein formuliert – im Leben zu viele negative Erfahrungen machen, die zu oft “verlieren” und irgendwann “springt die Feder”. Jede Hilfe kommt zu spät. Man lernt leider auch nicht zwangsläufig aus Erfahrungen.

      1. das ist mir klar. meist wollen menschen gar nicht, dass ihnen geholfen wird. letztlich müssen wir uns selber helfen. aber ein jeder hat seine eigene ertragbarkeits grenze. und wann die erreicht ist, weiss man nicht. kann man eigentlich sagen, dass in mancher schwäche die eigentliche stärke steckt?..

  2. Wir Menschen sind nicht schwach. Wir sind immerhin stark genug, uns selbst vernichten zu können! Oder siehst Du dies als Schwäche an? 😉

    Habt einen schönen Sonntag.

    1. Ich hoffe auf einen schönen Sonntag. Die Witterung macht nicht mit – aber ein halbes Dutzend Familienmitglieder haben sich zu einer Art Karnevalfeier angesagt. Das liegt mir eigentlich nicht so sehr – aber machen wir das Beste daraus. Der Bierkasten steht auf dem Balkon, die Flaschen fühlen sich angenehm kühl an. Mal schauen…..

  3. indem er der persönlichen angst widerstand…wenn das so leicht ginge. wer eine richtige angsterkrankung hat, weiß, wovon ich rede. das leben mit der angst oder leben in der zeit, in der die angst fernbleibt.

    1. Das ist ein Mißverständnis weil das Zitat nicht im Zusammenhang steht. Es geht konkret um jemanden, der demonstrativ “stark” auftritt, dies zunächst auch als Rolle sieht, später jedoch diese Distanz verliert. Das Problem dieser Person ist, das er nicht auf die Straße gehen kann ohne befürchten muss, erschossen zu werden – was dann letztlich auch geschehen ist. Man zahlt auch einen Preis dafür, Angst zu überwinden.
      Aber ich zitiere halt, weil ich einen Anreiz schaffen will das Buch zu lesen – indem es allerdings nicht vorrangig um Ängste geht.

    1. Schön das du noch einmal bei mir hereinschaust bevor andere Dinge lebenswichtig werden.
      Dieser Eintrag war in dieser Form (als Hinweis auf die Besprechung) seit Wochen so geplant – aber noch gestern Nachmittag habe ich überlegt ob ich ihn fortlassen soll. Eben weil ich mir nicht im Klaren war wie er auf dich wirken würde.
      Deine Reaktion läßt mich aufatmen. Ich habe gehofft, das du so empfinden würdest – und ich bin überzeugt, das es hilfreich sein kann auch einmal keine Stärke zeigen zu müssen.
      Alles andere ist gesagt. Bis bald!

      Manfred

  4. Ich stelle bei mir selbst fest, dass ich mit zunehmendem Alter immer ängstlicher werde. Zunehmend Höhenangst, Anfst zu verreisen, Angst mit Technik umzugehen, was kaputt zu machen und es reparieren zu müssen. Früher hab ich keinen Mann gefragt, wenn ein Loch gebohrt werden musste, ich habs einfach selbst gebohrt. Heute hab ich Angst, die Bohrmaschine zu benutzen.

    Was mich dabei etwas befremdet ist die Tatsache, dass diese Angst sich auf kleine Dinge des Alltags bezieht. Ich kann mir nicht erklären, woher sie kommt.

    1. Es liegt daran, das wir zwangsläufig körperlich schwächer werden. Vielleicht geht es ganz simpel um Fragen wie: kann ich die Maschine noch halten? Verletze ich mich möglicherweise?
      Ähnliche Ängste habe ich im Bezug auf das Autofahren. Im Moment ist das kein Problem und wie du dich vielleicht erinnerst fahre ich sehr defensiv. Ob ich mich in fünf Jahren noch auf die Autobahn traue weiß ich nicht.

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