Leider kein "Haus am See" (Blog 323)

Sonntagmorgen – dennoch wurde ich um 6.25 Uhr wach. War mir aber recht. Mußte daran denken das ich sonst um diese Zeit auf dem Essener Hauptbahnhof stehe und auf den Zug nach Duisburg warte. Mit dieser Erinnerung war es ein Leichtes wach im Bett liegen zu bleiben.

Frühstück dann also um Sieben. Dann noch einmal in die Federn. Ich mit Buch, Frau mit Telefon.

Danach ist zum ersten mal in diesem Jahr „Walken“ angesagt. Der rote Schotter der ansonsten verfallenden, nahegelegenen Bezirkssportanlage ist ein fußfreundlicher Untergrund auf dem wir seit Jahren unsere Runden drehen.

Bloggen ist heute nicht. Der Kopf ist nicht frei sondern noch mit dem Ablauf der gestrigen Geburtstagsfeier meiner Mutter (wurde 85) beschäftigt. Wird immer schwieriger.

Stattdessen Youtube Videos angeschaut und das hier gefunden:

„Alle kommen vorbei. Ich brauch nie raus zu gehen“ …..ach!

11 Stunden noch – dann stehe ich wieder auf dem Essener Hauptbahnhof…..

25 Gedanken zu „Leider kein "Haus am See" (Blog 323)“

  1. Du mit Buch, Frau mit Telefon? Das könnte ich nicht, lesen, während neben mir jemand telefoniert. Beneidenswerte Art des Ausblendens.
    Danke für den „Auftrag“ (siehe Mail), hab’s schon fertig hier liegen….LG

    1. Ich kann alles unter allen Umständen lesen: Beispielsweise während einer Schießübung bei Schneeregen (Februar 1975) einen pazifistischen Roman (Arnold Zweig: Erziehung vor Verdun)

      1. Wie machst du das nur?
        Als mein Kindchen klein war, hab ich oft versucht gegen ihr „Gebrabbel“ oder ihre „Spielmonologe“ anzulesen, nicht mal das ist mir gelungen.
        Ich brauche zum Lesen idealerweise ganz viel Ruhe und ein weiches, bequemes Lager. Dann ist’s perfekt.

        1. Solche Idealbedingungen schätze ich natürlich auch, geht aber auch anders. Vielleicht können Männer eher etwas „ausblenden“. Dafür können wir kein „Multitasking“

          1. ich weiß nur, daß Männer immer weiterschlafen, wenn Babies weinen, auch wenn es ihre eigenen sind. Mütter können das nicht.
            Jaja, je länger man über Männer und Frauen nachdenkt, desto mehr muß man sehen: sie passen einfach nicht zusammen. Sie haben eine ganz unterschiedliche Art der Kommunikation, der Weltsicht, der Sexualität, der Herangehensweise, alles….
            Was also wollen sie voneinander?!

          2. Nun, zum einen gibt es den Reiz des „anderen“. Gegensätze ziehen sich nicht immer, aber gelegentlich doch an. Ob man es auf Dauer miteinander aushält ist die andere Frage.

            Meine Erfahrung geht dahin, dass eine klare Zielsetzung hilfreich ist. Als ich (mit 40) heiratete habe ich mir gesagt „das ist es nun. Das hält.“ Bis jetzt hält es (15 Jahre). Ende nicht absehbar. Ein paar Kompromisse waren halt nötig, dramatische Zuspitzungen habe ich bewußt vermieden. „Negativ“ gesehen könnte man sagen: Oberflächlich und konfliktscheu. Funktioniert aber.

          3. Mit 40? Und vorher? (Wenn ich fragen darf..)
            Also mit 40 heiraten finde ich vernünftig, da weiß man meistens, was man will und nicht will.
            Mit 20 ist das ganz anders….
            Ich habe da ein paar andere Ansichten zum Thema Partnerschaft,aber das würde hier zu weit führen. Diese Gesellschaft hier ist so misogyn, daß ich nur eines sagen kann: Auf einem Schiff, das in die falsche Richtung fährt, kann man nicht sehr weit in die richtige Richtung gehen, auch nicht mit dem „Richtigen“ im Arm….

          4. *kicher* Mit 20 hätte ich jeden genommen, der mich gefragt hätte. Mit 40 hätte ich ihn gefragt: „Warum?“ Und jetzt mit 60 will ich gar nicht mehr gefragt werden. pffff….

            Eure Diskussion ist nett, hier. Ich könnte Frau Manulan auch nicht ausblenden. Bewunderungswürdig. Wenn es um Bücher lesen geht. In anderen Situationen können Männer das dann allerdings auch… :))

            „Misogyn?“ – *googelngeht* Sehr bedenkenswerte Denkansätze. Das mit dem Schiff und dem Arm…. Muss ich mich mal hinsetzen und fillosofieren…

          5. Jeden genommen? Niemals! Aber mit 20 hätten mich Worte wie „Dich werde ich immer lieben!“ 1:1 überzeugt.
            Mit 60 wäre es mir natürlich auch vollkommen egal.

            Bedenkenswert ist nicht bedenklich oder? Nachdenkenswert! Natürlich ist dies eine zutiefst misogyne Gesellschaft, ok, verglichen mit Afganistan sind wir hier freie Frauen, aber eigentlich ist das doch alles eine einzige Verarsche. Women are still the nigger of the world, auch bei uns.

          6. Ich krieg gerade bei einer Freundin mit, wie sie versucht einen Wohnmobil-Kumpel zu finden, mit dem sie verreisen kann. Sie ist ca. 70. Bei jedem Satz den sie sagt, denke ich: Niemals wieder einen Kerl. Wenn mir langweilig wird, hol ich mir nen 2. Hund. Das ist mir inzwischen todernst. Und das bei „reifen“ Männern. Nur das eigene Wohl zählt. Da ist überhaupt keine Kompromissbereitschaft. Es ist unfassbar, was die sich anhören muss, wie sie verbal erniedrigt wird, und auf welche Dinge sie Rücksicht nehmen soll, ohne annähernd auf die gleiche Rücksichtnahme zu stoßen. Mir steht da immer nur der Mund offen.

            Aber eine Tatsache, die dann auch den Zusammenschluss meiner Kiefer verhindert, ist das: Sie macht nicht Schluss mit dem! Ich hätte den längst unangespitzt senkrecht vom Balkon geschmissen und die lässt den imemr wieder rein. Da muss beim weiblichen Geschlecht ja wohl auch eine Genmutation vorliegen. Oder?

          7. Nun ja, das ist natürlich auch noch ne andere Generation. Ein Typ, der noch in den 40er Jahren geboren ist, hat noch verinnerlicht: Frau kocht und darf hübsch aussehen, aber nicht selbständig denken…
            (Nicht alle sind so, Göttinbewahre! Aber doch eher)
            In meiner Generation ist das so auf der Kippe, die in den 80er Jahren Geborenen, finden es zumindestens nicht mehr abartig, ein Baby zu wickeln und eine Frau zu haben, die ihr eigenes Ding macht.
            Aber ich staune auch immer wieder darüber, was sich auch junge Frauen noch gefallen lassen, unter dem Deckmantel der Liebe. Alleine wie sie sich und ihre Körperteile bezeichnen lassen! Ich lasse mich nicht „Mädel“ nennen, nicht mit 18, nicht mit 30, nicht mit 60. So fängt es schon mal an. Und das geht so weiter….

            Mein Tip an junge Frauen: Willst du wissen, ob er der richtige ist, erzähle einen frauenfeindlichen Witz. Lacht er, ist er’s nicht.
            Lacht er und sagt hinterher, das sei nur aus Höflichkeit gewesen, kannste ihn auch vergessen….

          8. Da habe ich doch erst einmal nachschauen müssen was „misogyn“ bedeutet (Bitte jetzt nicht die Augenbrauen hoch ziehen). Ja – was war vor 40? Komprimierte Fassung: Als Kind und auch noch als Jugendlicher wurde ich von vielen – wie ich heute weiß unbegründeten – Ängsten geplagt. Als das überstanden war schlug es emotional um in ein ebensowenig begründetes, demonstratives Selbstbewußtsein. Ich wußte mit 20 was ich wollte: „Ein schönes, leichtes Leben“ (Diese Formulierung sollte ursprünglich auch als Motto über meinem weblog stehen, erschien mir dann aber doch zu provokant). Leichtes Leben hieß auch : Anstrengungen und Konflikte meiden und so hatte ich zwischen 20 und 40 nur eine ernsthafte, längere Beziehung mit einer Frau. Ein „Don Juan“war ich aber auch nicht sondern zwischendurch immer längere Zeit allein (war nicht schön). Heiraten stand nicht auf dem Plan aber dann traf ich auf einer Geburtstagsfeier die Freundin einer Freundin wieder, die ich zwei Jahrzehnte nicht mehr gesehen hatte. Ein halbes Jahr später haben wir geheiratet (War meine Idee).

            Und nun noch mal zur Mysogynie: Ich verstehe dich so das du selbst bei gutem Willen und ehrlicher Zuneigung beider Partner die gesellschaftlichen Bedingungen für so ungünstig, die Frau für so benachteiligt hälst, das jede Beziehung scheitern muß. Bleiben wir beim Bild vom Schiff, konkretisieren wir auf Segelschiff (Da kenn ich mich aus, Segelschein hab ich).
            Man kann durchaus gegen den Wind segeln: kreuzen ist der Fachausdruck:

            http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzen_(Seefahrt)

            Dauert zwar länger, macht aber Spaß und am Ende erreicht man das Ziel – trotz Gegenwind.

          9. Danke für die Offenheit!

            Nein, keine hochgezogene Augenbraue. *g* Als „alteingesessene“ Feministin verinnerlicht man solche Ausdrücke eben.
            Der Vergleich mit dem Segelschiff ist schön. Es ist ja auch nicht so, daß ich meinen Focus zu 100% auf dieser Sichtweise „Liebe ist in dieser Gesellschaft unmöglich“ habe, sonst wäre es ja unerträglich.
            Aber immer wieder habe ich so Phasen, wo ich denke: warum ist das alles von der Natur so ungerecht angelegt? Und wie kann man dem begegnen? Warum machen es Männer sich immer so einfach? Und warum mucken Frauen nicht mehr auf?!
            Warum z.B. lassen Menschen diese absolute Unmöglichkeit für Frauen Kinder und Beruf unter einen Hut zu bekommen, zu. Warum gibt es da nicht mehr Widerstand, mehr Forderungen. Daß wir eine Kanzlerin haben, hat natürlich nix geändert, denn die hat ja keine Kinder, die sie groß ziehen muß im Spagat zwischen Beruf, Familie usw. und hätte sie welche, dann könnte sie sich dafür gut bezahltes Personal leisten.
            Es macht mich wütend. Ich finde, es tut sich zu wenig. Auch im privaten Bereich. Ich sehe es an meinen Freundinnen, immer sind sie es, die die Kinder am Hals haben und immer setzen Männer vehement ihre Freiheiten durch. Und merken es oft nicht mal…
            Und dabei bin ich gar nicht selber betroffen, der Vater meines Kindes ist liebevoll,umsichtig und kümmert sich mehr als ich um das Kind, obwohl er voll berufstätig ist. Aber er ist weit und breit der Einzige auf weiter Flur.

    1. Weshalb denn das? Sie zieht mir ja auch nicht de Stuhl von hinten weg, wenn ich mal längere Zeit am Computer verbringe. Sie telefoniert halt, ich blogge – manchmal sogar auch im Bett.

      1. Jaaaa, bloggen während sie telefoniert ist auch was anderes. Aber ein Buch lesen, während einer neben mir quatscht – ich bin halt nicht multitaksingfähig. :))

        Ich mach auch Radio aus, wenn einer anruft. :))

        1. Wenns nicht gerade Hölderlins Hexameter sind geht das ganz gut. Ich diskutiere dieses Thema gerade etwas weiter unten auch mit Frau Lawendeltreppe. Die will es auch nicht glauben.

          Ich hoffe meine Frau liest das nicht (Sie schaut sporadisch schon mal in mein weblog). Sonst gibt es beim nächsten Besuch keinen Kuchen.

          1. Also, ich will Kuchen und lecker essen, beim nächsten Besuch. :lalala: Bei mir hier geht es ja nur dum was ich nicht KANN. Nich darum was deine Frau evtl. nich dürfen sollte. :))

            Huhuuu, Frau Manulan…. WIR, BamBam und ich, sind immer lieb. *flöt*

  2. mag ich total gern, das lied. klingt so lässig und enspannt. ähnliche zukunftsvisionen von kinderreichen oppas mit see begegenen mir im moment immer wieder. hab schon überlegt, ob ich mal einen eintrag dazu mache. du bestärkst mich darin;-)

  3. Ja, das Video und der Song sind klasse. Ich hab´s zuerst bei icksy *soif* gesehen 🙁

    Gattin kann am WE auch nicht lange schlafen, weil sie unter der Woche immer sehr früh aufsteht.

    Ich hatte gerade den 80ten meines Vaters – der war ganz OK :yes:

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