Die Ohnmacht der Bilder (Blog 337)

Eine der grundlegenden Erfahrungen die ich in den letzten 4 Jahren als Blogger gemacht habe ist die, das Leserinnen und Leser politische Inhalte eher als degoutant empfinden. Die Wahl eines solchen Themas hat zur Folge das die Zahl der Zugriffe und Kommentare sinkt. Aber da dies kein kommerzielles Blog ist und ich auf keinerlei Quoten zu achten habe erlaube ich es mir diesmal ein Thema aufzugreifen das mich umtreibt: Weshalb hat die SPD bei Europawahl am vergangenen Sonntag so schlecht abgeschnitten? Weshalb konnte sie ihre Sympathisanten kaum motivieren?

Ich stelle die These auf das die Plakatwerbung dieser Partei kein unwesentlicher Grund dafür war und will das im Folgenden begründen:

Auf den Plakaten der SPD dominieren Männer; vorwiegend ältere Männer. Nennen wir sie die „Generation Müntefering“. Da ist zunächst ein halber Graukopf mit Halbbrille der gerade den Börsenteil einer Zeitung liest:

http://www.wahlkampf09.de/assets/0000/0423/clip_image004.jpg

Die SPD verspricht ihm, dafür Sorge zu tragen, daß er seiner Bank wieder vertrauen kann. Wie der Mann optisch wirkt hat er noch nie in seinem Leben SPD gewählt und wird das auch künftig nicht tun.

Das sieht beim nächsten Kandidaten anders aus:

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Der ebenfalls ältere Herr, der gerade mit etwas Mechanischen beschäftigt ist steht wohl stellvertrendend für die klassische Industriearbeiterschaft. Sicher ein potentieller Wähler. Er hat aber lediglich zu erwarten das seine Sparkasse in der Nähe bleibt. Ich kenne niemanden, den diese Problematik umtreibt. Nur – in einer ostfriesischen Zeitung wurde darauf hingewiesen – die Volks- und Raiffeisenbanken fühlten sich vernachlässigt:

http://www.ga-online.de/index.php?id=540&did=16435

Und dann gibt es da noch dieses Plakat bei dessen ersten Anblick ich die Vision hatte, Jupp Derwall und Wladimir Illjitsch Lenin seien hier im vertrauten Gespräch zu sehen:

http://spd-shop.de/illus/gross/1004200.jpg

Es handelte sich dann aber doch nur um die weniger bekannten Herren Schulz und Steinmeier.

Die Frauen werden in der SPD weiterhin vernachlässigt. Meines Wissens taucht eine Frau nur auf einem Plakatmotiv auf und das dürfte dem Frauenbild der „Generation Müntefering“ entsprechen: Ein Zimmermädchen in gebeugter Haltung beim Bettenmachen:

http://www.wahlkampf09.de/assets/0000/0417/clip_image003.jpg

Ich vermute das eine Frau in solcher Lage entweder gar nicht (mehr) wählen geht oder aber eher die „Linke“ bevorzugen würde. Auf den naheliegenden Gedanken eine Frau an einem Bildschirmarbeitsplatz abzubilden und den Text „SPD – damit sie soviel verdient wie ihr männlicher Kollege“ hinzuzufügen ist man nicht gekommen.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, das es noch drei Plakate mit jüngeren Männern gibt, die jedoch verhältnismässig selten zu sehen waren. Dieses habe ich lediglich zwei Mal wahrgenommem:

http://www.wahlkampf09.de/assets/0000/0420/clip_image001.jpg

Diese beiden:

http://spd-shop.de/illus/gross/2607030.jpg
http://spd-shop.de/illus/gross/1004060.jpg

sind während des Wahlkampfes zumindest im Bereich der „Metropole Ruhr“ nicht begegnet sondern erst im Nachhinein bei der Recherche für diesen Eintrag.

Bewusst nicht eingegangen bin ich auf die comicartigen Motive die Föhn, Finanzhai etc. zeigen.
Sie sind bereits hinreichend und zurecht kritisiert worden. Vielleicht noch ein Wort zum vielgescholtenen Finanzhai:

http://www.wahlkampf09.de/assets/0000/0254/eu_plakat_hai_400.jpg

Der sieht eben – das ist nicht nur mein subjektives Empfinden – eher putzig denn bedrohlich aus.
Ein für die beabsichtigte Wirkung katastrophaler Eindruck. Das die F.D.P. der SPD den Gefallen tat, sich über dieses Motiv wahrnehmbar aufzuregen dürfte eher der akuten liberalen Hybris geschuldet sein.

Zuletzt würde ich gern noch wissen, was sich die Verantwortlichen sich dabei gedacht haben als sie ein kaltes, wässriges Blau dessen Anblick ein Frösteln hervorruft als Hintergrundfarbe wählten.

Zusammengefasst: Die Plakatwerbung der SPD im vergangenen Europawahlkampf spiegelt das Bild einer Partei wider, die weder weiss was sie will noch wen sie (als Wähler) ansprechen soll. Dieser Wahlkampf war ein Tappen im Dunklen..

25 Gedanken zu „Die Ohnmacht der Bilder (Blog 337)“

  1. Ich fand den Finanzhai abstoßend. Werbung die nichts anderes aussagt, als dass eine andere Partei schlechter ist, finde ich abstoßend. Sowas hat m.E. nur der nötig, der selbst gar nichts mehr vorzuweisen hat.

    Und die beiden Herren Schulz und Steinmeier sehen aus, als kämen sie gerade sehr zufrieden aus einer Bank….

  2. also so schlimm wie die der FPÖ sinds nicht.
    hier Franzobel hat das ganz gut zusammengefasst.
    http://blog.zeit.de/oesterreich/2009/05/20/eine-kleine-wahlplakatanalysepolemik_746
    das schrecklichste ist das der Grünen. die sind voll eingefahren – zurecht übrigens.
    bei uns fehlt der Verweis auf eigene Kompetenzen.
    Bei der ÖVP hat das auch nur der 2. Mann Othmar Karas gemacht, der einen Vorzugsstimmenwahlkampf gemacht hat.
    sogar der Hans-Gert Pöttering hat sich für ihn ins Zeug gehaut. und bei uns kleben die nächsten schon für LAndtags und Gemeindewahlen in OÖ.

    1. Die wären aber gern so schlimm. Haider ist schon früh von Baden-Würtembergischen FDP-Kreisverbänden eingeladen worden und auch Möllemann hat ihn als eine Art Vorbild gesehen.

      Danke für den Franzobel. Hat mich sehr amüsiert. Ich gestehe neidlos ein, das der Profi es besser kann.

      Auch wir haben dieses Jahr noch die Bundestagswahl und eine Kommunalwahl vor uns.

      Zuletzt noch eine Frage: Wer ist denn dieser übertrieben selbstbewußte Herr?
      http://www.hpmartin.net/data/eti_/Liste-MARTIN-Flugblatt.pdf

      1. oh mein Gott, das ist Hans-Peter Martin. ehemaliger Spiegeljournalist, seit 1999 EU-Abgeordneter. Damals noch als Spitzenkandidat der SPÖ. hat sich mit dem damaligen Delegationsleiter Swoboda zerkracht. Schrieb die Bücher, die Globalisierungsfalle und die Europafalle, bald wird das Buch die Hanspetermartinfalle rauskommen. 2004 trat er an, mithilfe der Kronenzeitung und gewann den 3. Platz. bei der NR-Wahl 06 auch, aber da wurde er nicht von der Krone unterstützt. Jetzt wurde er wieder von der Krone unterstützt und hat noch mehr dazugewonnen. Zuvor hatte er 2-4 Seiten täglich in der Krone.
        ER ist in Brüssel um die Mächtigen zu kontrollieren, vor allem die mit Spesenskandale. dabei ist er selber angeblich in soetwas verstrickt.
        für mich ein unerträglicher Maulheld und Populist auf Gnaden von Onkel Hans Dichand.
        hier ein Kommentar via Medien:
        http://www.kurier.at/nachrichten/314292.php

  3. Die Leute sind eindeutig politikmüde.

    Wen wundert das wirklich?

    Wenn keine wie auch immer geartete Partei hält, was sie vor den Wahlen verspricht, wundert es einem nicht, wenn man die Lust verliert, wählen zu gehen.

    1. Es liegt mir fern die Parteien zu verteidigen aber es gibt halt auch für keine Partei eine so überzeugende Mehrheit die eine kompromisslose Durchsetzung ihrer Ziele rechtfertigen würde – und darüber bin ich froh!

      Wählen gehe ich trotzdem. Zum einen weil es bei der Europawahl aus meiner subjektiven Sicht gesehen eine Partei ein gut durchdachtes, unterstützenswertes Progamm vorgelegt hatte, zum anderen kann man ja auch taktisch wählen. So hätte ich nichts gegen 4 weitere Jahre große Koalition. Vielleicht wächst bei den Gewählten die Einsicht das eine Mehrheit weder von einer autoritären Regierung (cdu/fdp) gegängelt werden will noch die Dominanz unnötig arbeitssüchtiger Utopisten (spd/grüne) mag.

  4. Ich weiß, dass das jetzt wieder voll bescheuert klingen muss oder zumindest könnte, aber diese „Synchronizitäten“ sind manchmal echt bemerkenswert; „irgendwie“ kann man gar nicht wirklich aus der Welt heraus fallen (ich habe da immer diesen Satz von Frau Dr. Luxemburg im Hinterkopf, dass man nicht aus der Menschheit austreten könnte; ich kann und muss das bestätigen, allein: ich will ja eigentlich eintreten, muahaha)…

    Das Fossil beabsichtigte Folgendes zu kommunizieren: fast alle der von Dir zum Thema „Wahlen“ geäußerten Gedanken hatte auch ich, und nicht erst bei dieser Wahl, und damit will ich nicht sagen, dass ich der ober wichtigste Eumel weit und breit wäre, sondern eben vielmehr wünsche ich g’schamig einzustreuen, dass ich tatsächlich immer wieder überrascht bin (obwohl ich mich doch irgend wann daran „gewöhnt“ haben müsste), dass ich mit meinen Empfindungen usw. eben nicht janz weit draußen zu sein scheine…

    A propos „nicht erst bei dieser Wahl“: bei der letzten Wahl in B bin ich, um nicht nicht zu wählen (wegen der damit verbundenen Stärkung von insbesondere rechten Versprengten usw.), nach der in meinen Augen am wenigsten abstoßenden Wahlwerbung gegangen, infolgedessen ich die Grauen Panther gewählt habe, hihi (jetzt würde das ja fast passen, aber damals war ich gerade bissl über 30)…

    Und was mich übrigens trotz allem echt umgehauen hat, war die Grotten schlechte Beteiligung bei dieser Europa-Wahl. Ich bin da nämlich hin gegangen, weil ich entgegen meiner oft geäußerten Wahrnehmungen doch eine Partei gefunden habe, die sich auf das „Subjektive“, das „Innenleben“ usw. wenigstens in Ansätzen zu konzentrieren verlautbart(e); ich bin natürlich misstrauisch.

    Wo aber ist die Alternative, sollte meine „seltsame“ (?) These zutreffen, dass Parteien an sich und überhaupt und insgesamt (mindestens) Anachronismen zu sein scheinen? – Alternativen wären wohl viele, viele Verbündungen in vielen Gruppen, mit anderen Worten: „Nur Stämme werden überleben“…

    Bla. – Habe ich nicht viele Chancen…

    Bla.

    Schönen Sonntag trotzdem und erst recht und überhaupt wünscht

    Das große grüne Fossil

      1. Erst mal: Schön, das du zurück bist!Das Profilfoto gefällt mir auch.

        Wo die Alternative ist ? Ich habe bei dieser Europawahl – zum ersten Mal seit 1980 – die Grünen gewählt. Die haben sich mit ihrem Programm die meiste Mühe gemacht und die Idee alternative Energien mit Milliarden zu fördern leuchtet mir ein.

        Gegen die SPD – wie könnte das bei einem Gelsenkirchener anders sein – habe ich nichts, bin ihr im Grunde wohlgesonnen. Aber seitdem ich mir gerade auf Phoenix 5 Stunden den SPD-Parteitag angeschaut habe bin ich sicher , das sie diesmal keine Chance hat.

        Die Rede von Steinmeier bestätigte alle Vorurteile die man gegen Sozialdemokraten haben kann. Er wirkte auf mich unglaubwürdig. Eine furchtbare Rede – und noch schlimmer die begeisterte Reaktion der Delegierten. Wie kann man so blind sein; in welcher Welt leben die ? Selbstgefällige Arschlöcher alle miteinander.

        4 Jahre cdu/fdp werden uns nicht erspart bleiben. Die werden richtig Scheisse bauen und dann abgewählt werden. Dann kommen Gabriel und Wowereit.

        Ich liebäugele damit einige Jahre ausserhalb Deutschlands zu leben. Als erste Hilfe gibts aber zunächst einmal trockenen Weisswein.

        1. Danke für das Kompliment (dass ich mich scheußlich finde, muss ich wohl eigentlich nicht erwähnen, aber das war das einzige aktuelle Foto, is‘ paar Wochen alt)!

          Was aber den Weissen angeht, so halte ich mich an mein mit mir selbst geschlossenes Abkommen und trinke seit 18. 01. reineweg jarnüscht an Allohol; ich habe damit kein Problem, das Problem ist eher das nicht Rauchen, aber das ist mein Problem…

          So. Du liebäugelst. – Komisch, solche Gedanken hatte ich überhaupt noch nicht…

          (… richtig: muahaha…)

          In den letzten Wochen habe ich ernsthaft über Blockhütte in Sibirien nach gedacht; kein Quatsch! Aber es wird wohl bei der Bloghütte bleiben.

          Ehrlich gesagt, sehe ich in den Grünen keine Alternative. Ich habe, aus den erwähnten Gründen, die Violetten gewählt, aber ich bin sehr misstrauisch; wer weiß, wie lange es dauert, bis auch die die „üblichen“ Entwicklungen vollziehen…

          Man müsste das wenigstens versuchen, sich vorzustellen, wie eine Welt ohne Politik(er) aussähe: abertausende sich selbst regulierende Gruppen, die -zigfach vernetzt sind; das wird vielleicht auch kommen, nämlich wenn Karfreitag und Heiligabend auf einen Tag fallen…

          Aber ich bin müde und resigniert und depressiv.

          Dass es Leute gibt, die sich 5 Stunden lang SPD-Parteitage ansehen, habe ich mir bis eben auch nicht vorstellen können. Hihi. – Die müssten Dir was dafür zahlen, echt!

          In welcher Welt die leben? – Genau das meine ich doch! In ihrer (Lebens-)Welt; es gibt aber noch so zwei, drei. Kchch.

          CDU/FDP? Bist Du sicher?

          Vielleicht sollte ich doch eher über Hawaii nach denken; Hütte in den Bergen usw.

          Häff fann! Prosit!

          Das Fossil

          1. Entschuldigung, möchte auch was dazu sagen … 🙂
            Also zu diesen Violetten, die wo eine spirituelle Partei sein will.
            Ich persönlich kenne Spirituelle in der Weise, dass die meinen, wenn es ihnen selbst gut geht, dann strahlt das schon von ihnen auf die Umwelt ab, mehr an sozialer Verantwortung ist deshalb garnicht mehr notwendig. Aus diesem Grund sei es das Wichtigste, dass es einem selbst möglichst gut geht, denn davon profitieren immer auch die anderen, irgendwie.
            Mit anderen Worten, ich habe von einer spirituellen Partei die Vorstellung, dass die den Egoismus in den Vordergrund stellt.
            Ist das nicht vielleicht auch die Denkweise bei den Grünen ?
            Also, das waren nur mal so Gedanken dazu von mir, vielleicht sind sie ja auch gar nicht richtig.

          2. Ähm – ich habe ja gesagt: ich bin s e h r misstrauisch. Und ich wollte vor allem eben nicht n i c h t wählen. Und Biertrinkerpartei gibt es bloss in X-Berg, muahaha…

            Aber das mit dem „Egoismus“ glaube ich absolut nicht! Ich habe mir das „Programm“ schon gegeben; es ist irgendwie „vorwurfsfrei“ oder wie immer man das nennen will, irgendwie entspannt, ohne Abwehr im Sinne des Freundeskreises Anna Lyse…

            Und man sollte wohl „spirituell“ nicht mit „esoterisch“ oder „feinstofflich“ oder gar sektiererisch oder was gleich setzen (aber jetzt habe ich womöglich, hihi, wieder einmal meine Erwartungen bzw. Vorurteile projiziert).

            Die schreiben da z. B.:

            „Spirituell heißt für uns, in erster Linie dem Wohl allen Seins verpflichtet zu sein. Es heißt, das Verbindende anstatt des Trennenden zu betonen, in Liebe, Toleranz und Verantwortung zu handeln und das Göttliche in allem was ist zu sehen.“

            Dat find ick schon voll knorke, und zwar wie gewohnt

            Mit vorzüglicher Zerknirschung

            Das Fossil

          3. Ja, besser Hawai als Sibirien. Ganz so schnell wird es mit der Erderwärmung ja doch nicht gehen.

            5 Stunden Parteitag – aus zwei Gründen: Das Wetter war scheusslich und meine Frau war nicht zuhause (die hätte das wohl nicht mitgemacht). Ich schaue öfter Parteitage aller möglichen Gruppierungen bei Phoenix. Die Redeiträge der ungeübten Delegierten von der Basis sind nicht selten unfreiwillig amüsant. Insofern kann ein Parteitag zumindest partiell unterhaltend sein. Der am Sonntag war es nicht im Mindesten.

            Die Violetten kannte ich bisher nicht, habe mich inzwischen aber informiert und bin an der Kritik am „Zinssystem“ hängengeblieben. Das erinnert mich stark an die Freiwirtschaftslehre des Silvio Gesell:

            http://de.wikipedia.org/wiki/Silvio_Gesell

          4. Hm. – Jetzt beschämst Du mich: aber ich will ja nicht Mitglied bei den Violetten werden; trotzdem und erst recht werde ich noch mal „kieken“…

            Ist ja der Hammer – da in „Eden“ war ich (unter anderem und als Durchreisender- bzw. rasender) auch bei meinem „Kommunentrip“, aber Gesell kannte ich nicht.

            Bloggen bülldütt!

      2. Als „anachronistisch“ empfinde ich die beiden Volksparteien. Irgendwie ist die Vorstellung man könne die Interessen aller relevanten Gruppen unter einen Hut bringen ja rührend und ein wenig bedauere ich schon, das dies immer weniger möglich sein wird.

        Das Problem ist wohl auch das die von dir beschriebenen Gruppen nicht mehr am „Ganzen“ sondern nur an der Durchsetzung eigener Interessen interessiert sind und das in einer Zeit, die in vielen Bereichen (Umwelt, Energie) nach übergreifenden Lösungen verlangt.

        Aber wie soll man das „Ganze“ definieren ? Deutschland ist zu klein, Europa wohl auch. Das wissen im Grunde auch viele Politiker. Es bleibt – auch wenn es uns überfordert – nur der globale Ansatz.

        1. Jetzt hätte ich beinahe gefragt, wer oder was mit den beiden Volksparteien gemeint sein könnte…

          Sorry! Sorry!!!

          Das schließt sich aber überhaupt nicht gegenseitig aus: die vielen „kleinen“ Gruppen und die globale Vernetzung usw.; im Gegenteil: desto mehr so Gruppen wirklich heimat werden, desto mehr die Welt Heimat…

          Boah – ich komme schon wieder runter!

          Aber nachdem ich nach meinem letztem Gewaltakt mit den 14 Scheiben womöglich im Sinne einer self-fulfilling prophecy Leute auf mich aufmerksam gemacht haben könnte, werde ich noch vor Weihnachten mal mein, harhar, „Programm“ posten, damit ich in Köln auch ’ne Akte kriege…

          So, das war aber für heute genug Ironie, Sarkas- und Narzissmus sowie Paranoia!

          Greetings!

          Das Fossil

          1. Auf das Programm bin ich sehr gespannt. Ich bewerbe mich schon mal als Generalsekretär.

            Die kleinen Gruppen haben oft sehr spezielle Anliegen (Beispiel: „Europa für Jesus“). Der Liberale in mir (verschüttet, aber es gibt ihn noch) möchte aber lieber wenige, wichtige Dinge geregelt wissen. Alles andere sollte individuelle Spielwiese bleiben.

          2. (… hätte ich bloss nichts gesagt – ich wollte doch nicht mehr über ungelegte Eier gackern…)

            Das Fossil (sich einen verschütteten Liberalen lebhaft vorstellend)

  5. interessant finde ich ja auch die entwicklung, dass npd-leute sich bei amazon eingeklinkt haben, und sich geld zahlen lassen, wenn ein buch aus der npd-produktion verkauft wurde. schrecklich, diese entwicklung

    michael

  6. Die SPD ist irgendwie die Partei der alten Männer geworden. Nix gegen alte Männer, aber wenn dagegen die CDU mit Merkel jung und frisch rüberkommt, ist irgendwas nicht in Ordnung.

    Im Universum der Münteferings und Steinmeiers will ich einfach nicht leben, Steinmeier ist ein absolut profilloser und unerträglicher Laberkopp. Deine Forderung nach Rhetorik-Kurs ist berechtigt, wenngleich IMHO bei dem Mann Hopfen und Malz verloren ist. Die SPD hat für mich den Generationenwechsel verpasst.

    Von Wahlplakaten lasse ich mich schon lange nicht mehr beeinflussen, durch die Bank bestehen sie aus hohlen Phrasen, die nicht mal mehr Symbolwert haben.

    Die Glaubwürdigkeit aller Parteien hat stark gelitten, alle sind seltsm blass und charakterschwach.
    Ich glaube, nur ein geringer Teil der Bevölkerung fühlt sich adäquat von einer Partei in seinen Interessen vertreten, die meisten Leute sind -zu Recht, wie ich finde- davon überzeugt, dass das Gerangel um Macht und das Geschacher um Posten schon lange nicht mehr ihrem Wohl dient. Und daher rührt auch die Politikverdrossenheit.

    1. Man darf von den Parteien aber auch nicht zuviel erwarten. Den „Vätern“ (schon wieder alte Männer) der modernen Demokratie zur Zeit der Aufklärung ging es weniger um eine Legitimation von Macht durch Wahlen, sondern eher darum, das es die Möglichkeit gibt, eine Regierung unblutig wieder loszuwerden. Das dies kein geringes Problem ist sieht man augenblicklich im Iran. Insofern sind Wahlen oder auch so etwas wie die Gewaltenteilung schon wichtig.

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