Wetterbericht (Blog 363)

Panik in allen Medien: „Daisy“ kommt! Schon seit Tagen wird das bisher schlimmste Schneewochenende des Jahrhunderts wort- und bildreich angekündigt. Ich habe wie des öfteren in den letzten Wochen alles vorbereitet. Besen, Schieber und Streugut stehen im Hausflur bereit. Als ich gestern Nachmittag in Duisburg den Zug besteige ist es noch kalt und sonnig eine halbe Stunde später beim Ausstieg in Gelsenkirchen dagegen windet es bei dunklem Gewölk. Meine Frau holt mich am Bahnhof ab. Wir richten uns auf die angekündigten zwei Tage Schnee und Kälte ein.

Gegen 23.00 Uhr sind es immer noch -2,3 Grad. Minus 5 bis Minus 7 Grad kündigt der regionale Wetterbericht für die Nacht an. Ich stelle den Wecker auf 7.00 Uhr. Ich schlafe schlecht, stehe mehrfach auf, schaue aus dem Fenster. Nichts ändert sich. Anstatt Schafe zu zählen überlege ich ob ich im real life eine Frau namens „Daysie“ kenne. Ich kann mich nicht erinnern. Sängerin ?: Nein. Hochliteratur?: Da werde ich gleich zweimal fündig: „Daisy Duck“ und „Daisy Miller“ Letztere Titelheldin einer Henry James Novelle die mit Cybill Shepherd von Peter Bogdanovich verfilmt worden ist. Schöne Bilder! Sehenswert!

Inzwischen habe ich den Computer eingeschaltet und spüre den „Daisys“ im web nach. Sieh an! Es ist wohl doch noch nicht so weit her mit der Emanzipation. Während „Donald Duck“ seinen eigenen wikipedia Eintrag hat kommt „Daisy Duck“ in demselben nur als Unterpunkt vor. „Daysie Miller“ hingegen hat einen eigenen Eintrag:
http://de.wikipedia.org/wiki/Daisy_Miller

Was beide Daisys gemeinsam haben: Sie können sich nicht so recht zwischen zwei Männern entscheiden, kommen aber mit diesen unvollendeten Beziehungen eigentlich ganz gut klar – wenn die eine auch ein tragisches Ende findet. Uns Männern bleibt wieder einmal nur leiden und warten (seufz).

In den frühen Morgenstunden kam der Schlaf dann doch noch und als der Wecker schellte fiel das Aufstehen schwer. Ich zog die Rollade hoch: Es war windig, dünner Schneeniesel wehte durch die Strasse. Fegen war zwecklos wie ich beim praktischen Versuch schnell feststellte. Also zurück ins Haus. Meine Frau hatte zwischenzeitlich das Frühstück gerichtet. Danach ging es noch einmal ins Bett – mit dem Laptop – und da blogge ich gerade. Immer noch nur -2,5 Grad. „Daisy“ ist jedenfalls um 9.30 Uhr noch immer nicht so richtig angekommen.

15 Gedanken zu „Wetterbericht (Blog 363)“

  1. Bei uns ist es jetzt sehr stürmisch. Das ist bei einem Haus das vollkommen allein auf offenem Feld steht, nicht gerade angenehm. Erstmal der Sound, zweitensmal die Kälte. Man kann das deutlich spüren, daß der Wind durch alle Ritzen pfeift. Trotz neuer Fenster. Immerhin über 120 Jahre alt unser Haus.
    Der Wind hat auf Nordost gedreht, das bringt Kälte und leider auch Kopfschmerzen, immer wenn der Wind von Nordost kommt, hab ich das. Möglicherweise Infraschall von der Windkraft, keine Ahnung. Außerdem werde ich davon nervös.
    Vor allem, weil unser Notstromaggregat in Hamburg ist. wir hoffen also, daß der Strom nicht ausfällt, denn das hieße auch Heizungsausfall und das wäre grauenhaft. Immerhin ein Trost: Sie räumen tatsächlich auch unsere Straße frei. Nur eine Frage der Zeit.
    In Australien bereitet sich gerade meine Freundin Jacky auf Buschbrände vor. Die hat ein ganz anderes Problem. Ich glaube, die schläft deutlich schlechter als wir.

    1. Hmmh ? Was macht das Notstromaggegrat in Hamburg ?
      Anonsten scheint es bei euch wesentlich schlimmer zu sein.
      Auf der A20 sollen Menschen ja die Nacht im Auto verbracht haben. Ich hoffe es geht euch weiterhin gut.

      1. Wurde auf Arbeit gebraucht, ist ja nicht das unsrige. Aber wir werden uns mal ein privates zulegen. Hier fällt so oft der Strom aus.

        Schlimm wird’s, wenn das alles taut, wir liegen in einer Senke. Bilder folgen nachher bei meinem TB-Posting, dann kannst du mal sehen.
        Sturm und Schneetreiben halten an. Das Kind freut sich über schulfrei morgen!

      1. Nun ja, an der Ostseeküste ist mittlerweile Sturmflut. In der Nähe unseres Feriendomizils droht ein Deich zu brechen. Die Nebenstraßen sind nicht passierbar, wir kämen da jetzt nicht mehr hin, um nach dem Rechten zu sehen. Boot liegt zum Glück hoch und trocken in der Halle (darin stand das Wasser bei früheren Sturmfluten schon mal kniehoch). Die Nebenstraßen in Ostholstein sind nicht mehr befahrbar, Fehmarn ist komplett von der Welt abgeschnitten und auf sich selbst gestellt. Aber wie sagt man so schön: Alles halb so wild, und watt mutt, datt mutt. Es gibt kein Schietwetter, bloß falsche Kleidung. Siehe auch meinen Wetter-Eintrag von gestern.

  2. Doch, doch: die Dame besucht uns immer noch. Und während Du Samstags noch im Bett gebloggt hast, habe ich schon fleißig Schnee geschoben. Aber eine Katastrophe sieht anders aus – auch die Ostsee-Küste ist für mich noch kein Katastrophengebiet!

    Hab´ eine gute Woche.

    1. Danke, die Halbzeitbilanz ist nicht übel. Gestern morgen gab es hier auch noch einmal überraschend Schnee. War aber zu bewältigen. Die ersten Kunden regen sich auch wieder. Alles „normalisiert“ sich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*