Derby (Blog 393)

Freitag Abend war es mal wieder so weit. Das “Derby” zwischen Dortmund und Schalke fand statt. Wie immer ausverkauft. Live in mehr als 100 Länder übertragen und ein Ärgernis. Auf dem Duisburger Hauptbahnhof erwarteten mich wie man auf dem Foto sieht bierkastenbewehrte Borussen:

Fans

Schalker Fans wären mir genau so unlieb gewesen. Anstatt wie üblich in einem mäßig besetzten Zug einen Blick in meine Lektüre zu werfen und die Vorfreude auf das Wochenende zu genießen mußte ich bis Gelsenkirchen stehen. Körperkontakt mit grölenden, alkoholisierten Menschen war unvermeidbar. Das später noch Schalker Anhänger zustiegen trug nicht zur Entspannung der Lage bei.

Über das 0:0 habe ich mich gefreut. Es war das bestmögliche Ergebnis. Trug zur Entspannung bei. Nicht einmal ein besonders schönes oder unglückliches Tor bot Anlaß Emotionen “auszuleben” was konkret unsägliche Schmähungen und physische Gewalt beinhaltet. Gut so – und da die Anspannung nun vorbei ist – sollte man nicht über einen anderen Umgang mit den Dortmunder Fussballanhängern nachzudenken? Wie wäre es mit einer Fan-Freundschaft Zwischen Dortmund und Schalke – so eine wie mit den Nürnbergern? Unmöglich? Weshalb? Es gibt da so etwas wie eine (leider) verloren gegangene Tradition. Wer es nicht glauben mag, möge hier nachlesen:

http://tinyurl.com/5rsf55j

Jedenfalls hoffe ich noch zu Lebzeiten die Fusion von Borussia Dortmund und Schalke 04 wahrnehmen zu können. Das neue gemeinsame Stadion könnte dann in Herne gebaut werden.

16 Gedanken zu „Derby (Blog 393)“

  1. Das ist mal wieder so eine Gelegenheit, bei der ich froh bin, fast ausschließlich mit dem Auto unterwegs zu sein.

    Unser morgiges Hamburger Stadtderby zwischen dem HSV und dem FC St. Pauli wurde abgesagt. Der brandneue Rasen hatte wegen des starken Regens keine Chance, anzuwachsen. So ein Pech.

    1. Auto geht nicht. Ich will nicht nur bewusst in meiner Zeit leben sondern ihr immer einige Schritte voraus sein und in der Zukunft ist für das Auto kein Platz mehr.
      Zug fahren ist auch interessanter. Man erlebt nicht nur Negatives, sondern auch Spannendes, wird Zeuge von Grossmut und Menschlichkeit, Opfer von Missverständnissen, kann auch schon mal tapfer sein. Das ganze Leben halt. Da mag ich nicht im Faradayschen Käfig sitzen

      Eine Frage bleibt dir natürlich nicht erspart. Auf welcher Seite stehst du: HSV oder St.Pauli ?

      1. Da bin ich eher für das Bewahren des Liebgewonnenen, in diesem Fall des Autofahrens und es kommt meiner schon öfter erwähnten “Feigheit vor dem Feind” entgegen.

        Eindeutig HSV. Aber auch für die Kiezkicker empfinde ich Sympathie und wünsche ihnen, dass sie den Liga-Erhalt schaffen – allerdings wie es sich gehört auf einem Tabellenplatz hinter dem Dino der Bundesliga…

  2. Ich weiß man nicht, warum die sogenannten Fans immer gleich Alkohol brauchen, um in Stimmung zu kommen. Meiner Meinung nach geht es denen weniger um den Sport, sondern vielmehr nur ums Saufen. Damit putschen sie sich auf, um nach dem Spiel, sollte es nicht zu ihrer Zufriedenheit ausgegangen sein, andere “aufzuklatschen”. :crazy:

  3. Ich habe mal in Berlin in der U-Bahn gesessen, als eine Horde betrunkener Fußballfans einstieg. Die haben so ein Theater gemacht, dass ich vor Angst nass-geschwitzt war und mir geschworen habe, solchen Menschenansammlungen möglichst aus dem Weg zu gehen. Leider gelingt das nicht immer.

  4. “0:0, das bestmögliche ergebnis, das fand ich sehr schön friedlich formuliert.” ja, warum keine freundschaft wie mit den nürnbergern? aber wahrscheinlich sind sie heute einfach zu nah zusammen, geographisch …

        1. Ich weiß ein wenig über das Schicksal der Patrizierbrauerei, kenne ganz wenig fränkische Musik:
          http://tinyurl.com/56nt94
          und ich war vor langer Zeit zwei Tage in Iphofen (schöne Stadtmauer und zwei in Nürnberg. Dort wäre ich um ein Haar Opfer physischer Gewalt geworden. Schuld war ein Angestellter der Stadt.

          1. :))breit gefächert und sehr interessant, das fränkische liedgut, gell? kenne natürlich das lied, hatte das video dazu aber noch nie gesehen —- damit hast du mir einen sehr heiteren moment beschert—-

            opfer physischer gewalt von einem stadtangestellten, das klingt dramatisch! wusste gar nicht, dass die fränkischen stadtangestellten so gefährlich sind.

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