Das Mittwochsild (45)

2011-02-11 17.05.16

Das ist ein zwei Jahre altes Geschäftshaus auf der Bahhofstraße in Gelsenkirchen. Die Bahnhofstrasse ist Fußgängerzone und Haupteinkaufsstraße der Stadt. Das Haus ist für Arztpraxen und Einzelhandelsgeschäfte gedacht.
Es steht seit seiner Fertigstellung leer.
Das ist nicht verwunderlich. Die Einwohnerzahl der Stadt sinkt seit Jahren. Die Industrien die den einstigen Wohlstand begründeten sind in den letzten drei Jahrzehnten nach und nach verschwunden – fast ersatzlos.
Verwunderlich ist das ein solches Haus überhaupt gebaut wurde. Jeder der eine halbe Stunde mit offenen Augen durch die Innenstadt geht kann sehen das so etwas nicht gebraucht wird und wer solche Summen investiert (in diesem Fall eine Schweizer Bank) sollte sich etwas dabei denken.
Mir bleibt nur die Vermutung, das es auf eine mir nicht bekannte Weise immer noch möglich ist mit Verlusten Geld zu verdienen. Das es Gewinn bringen muss solch ein Gebäude zu errichten gerade weil eine Nutzung nicht stattfindet und ich frage mich ob ein Wirtschaftssystem eine Zukunft haben kann das solch eine Handlungsweise nicht nur toleriert sondern fördert.

13 Gedanken zu „Das Mittwochsild (45)“

  1. Ich denke mal, es war ein Metzgerlehrling oder ein Staubsaugervertreter, den da, aus Kostengründen, ein Archtitektenbüro beauftragt hat, auf die Schnelle ein Bürogebäude zu entwerfen. Solange die Bude nicht in sich zusammen kracht, d. h. die Statik halbwegs passt, findet sich in der Regel ein Blöhu (österr. für blöder Hund), der den Saftladen kauft, wie scheußlich und einfallslos er aussehen mag. Das ist keinesfalls eine Kritik an Gelsenkirchen, denn in Bayern entwerfen die Metzgerlehrlinge keine schöneren Gebäude. Aber vielleicht sagt man sich: eine Scheußlichkeit plus eine strukturelle Krise = eins zu viel.
    Im Grunde muss sich niemand grämen … der Steuerzahler wird’s schon richten …

      1. Ich bin jetzt mal zur Probe die Nürnberger Innenstadt virtuell abgelaufen … und du hast recht. Abgesehen von ein paar alten, ehrwürdigen Häusern, erweist sich kein neuerer Bau auch nur als halbwegs ebenbürtig, im Gegenteil: je jünger desto schlimmer. Ich denke, man hat uns Stück für Stück daran gewöhnt, so dass wir diesen Unterschied bewusst gar nicht mehr wahrnehmen …

  2. Sozusagen ein Stein gewordenes Sinnbild unseres Zeitgeists, aber die Pyramiden hat ja auch keiner wirklich gebraucht und sie standen nach Errichtung ebenfalls über Jahrtausende hinweg – weitgehend – leer…

    1. Das ist es was mich ärgert. Nicht nur die spekulativen Spielchen, sondern die Rücksichtslosigkeit mit der man einen vielgenutzten öffentlichen Raum mißbraucht.

  3. Gleichgewicht

    Das LEBEN
    bleibt so lange im GLEICHGEWICHT
    wie es
    der GESELLSCHAFT,
    aber auch
    dem EINZELNEN
    gelingt,
    die VERHÄLTNISMÄßIGKEIT
    stets im BLICK zu behalten
    und
    in jeder Hinsicht
    dementsprechend zu handeln.
    ___
    Erfurt, 17.02.10 – Aus meinem Tagebuch – © PachT

    Alles klar ? …
    In diesem Sinne einen scharfen Blick am kommenden Mittwoch …
    l G … PachT

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