Abnehmen Teil1 Blog NF3

Wenn Mutter und Schwester in den 70er Jahren den Speiseplan umstellten um die jeweils neue Brigitte Diät einzufügen war ich eher amüsiert. Mein Gewicht pendelte zwischen 72 und 74 kg . Ich war 189cm groß und mager. Ein „Strich in der Landschaft“ wie es eher tadelnd hieß. Untrainiert, mit hängenden Schultern und derjenige, an den man zuletzt dachte wenn es beim Schulsport darum ging eine Fussballmannschaft auszuwählen – was mich aber nicht weiter störte.

Dabei war ich – man kann es nicht anders sagen – ein großer Fresser. Brot war mein Grundnahrungsmittel. Mit einem 1250g schwerem Kassler kam ich höchstens zwei Tage aus. Die örtliche Gastronomie wusste mich ebenfalls zu schätzen. Sowohl im China- als auch im Balkanrestaurant kannte man mich mit Namen. Ging die Familie am Sonntag einmal aus war ich derjenige der auf die übriggebliebenen Essensreste seiner Schwestern lauerte. Mein Standardmenü im China-Restaurant sah folgendermaßen aus: Doppelte Vorgerichte: Suppe + Loempia, üppiges Hauptgericht – gern die „indonesische Reistafel“, zum Schluß doppelter Nachtisch: In der Regel Gebackene Bananen mit Honig und eine Portion Lychees. Natürlich war ich auch kein Feind von Bier, Wein und Schokolade. All dies führte nicht zu einer Zunahme meines Gewichts.

Das änderte sich nach dem dreißigsten Geburtstag. Ich kann mich an den Wendepunkt genau erinnern. Vor Weihnachten hatte ich mir eine neue Hose
gekauft; als ich diese im neuen Jahr zum ersten Mal tragen wollte passte sie nicht mehr. Die Wage zeigte ein Gewicht von mehr als 80kg an. Die Völlerei an den Festtagen war diesmal nicht ohne Folgen geblieben. Von nun an ging es stetig aufwärts ohne das ich in Panik geriet. Was sollte es? Die Menschen meines Umfeldes sahen die Entwicklung eher positiv. „Du kannst noch gut zulegen“ sagte meine Mutter und meine Größe kaschierte die üppige Wölbung
die sich inzwischen oberhalb der Gürtellinie bildete. Irgendwann Mitte der 90er Jahre überschritt ich die 100kg Grenze aber auch dies nahm ich eher beiläufig zur Kenntnis. Ich wog mich nicht regelmäßig, höchstens einmal wenn der Weg mich in eine Apotheke führte. Die Warnungen meines Arztes beeindruckten mich ebenfalls nicht.

Im Frühjahr dieses Jahres eskalierte die Entwicklung. Ein wohlmeinender österreichischer Lieferant hatte uns eine Kasten Märzen-Bier zukommen lassen den meine Kollegen mir fast komplett überließen. Gleichzeitig plante ich einen Blogeintrag über alternative Hamburger Cola Produzenten. Dazu bedurfte es einiger Limonadenproben. Ich entdeckte neben der Cola noch eine ausgezeichnete Melonenlimonade. Da Zeug begann mir zu schmecken. Ich kaufte einen Kasten.

Das hatte ungeahnte Folgen. Binnen zwei Wochen muss ich um weitere 3kg zugenommen haben. Meine Kleidung passte nicht mehr. Die Hosen ließen sich kaum schließen, das Sakko spannte , der Hemdkragen wurde enger. Größe 56 war binnen kurzer Frist zu klein geworden. Ich stand also vor der Wahl mich entweder komplett neu einzukleiden oder schnell abzunehmen. Ich zögerte nicht lange.

Hier geht es zum 2. Teil:
http://www.manfredkonradt.de/2011/10/14/abnehmen-teil-2-blog-nf-12015964/

6 Gedanken zu „Abnehmen Teil1 Blog NF3“

  1. Wenn man erst einmal zugenommen hat, dann ist es wirklich schwer die Pfunde wieder los zu werden. Das Problem ist der Gewöhnungsfaktor, man ist eigentlich immer zu viel und das weitet den Magen aus. Ich kann mich noch gut an einen Norwegen Urlaub im Sommer 1983 erinnern, wir aßen nur selbst gefangenen Fisch und Knäckebrot. Wieder in Hannover angekommen, habe ich noch nicht einmal eine Handpizza geschafft. Der Magen hatte sich an kleinere Portionen gewöhnt. Aus Amerika kommen nun die Supersize Gerichte, der größte Fehler für die Figur.

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