Das Mittwochsbild (54) NF14

Werbetafel

Dieses Jahr ist in der Inneneinrichtung “Gebraucht Wirkendes” in Mode. Besonders was Holzeinrichtungen angeht soll alles “schäbig” sein, darf aber dennoch viel kosten. Büromöbel die aussehen als seien sie aus Holz von der Baustelle gefertigt? Den Schreibtisch zu 1650,00 €? Kein Problem! Gibt es:
www.originalbauholzmoebel.de und selbst für “sonnenverbrannte Bretter” gibt es seit nicht allzulanger Zeit einen Markt: http://www.staredrevo.cz/Seite/Sonnenverbrannte-bretter

Auch in der Werbung wird dieser Trend sichtbar. Dieses Plakat das mir zur Zeit auf Bahnhöfen die Wartezeit auf den Zug vergällt zeigt im Hintergrund ältliche, gerissene, astige Eiche.

Wen will man mit dieser Werbung ansprechen? Mich sicher nicht, ich bleibe ein Mann der Moderne. Es kann nur für Männer gedacht sein, die sich hartnäckig weigern erwachsen zu werden. Oder?

16 Gedanken zu „Das Mittwochsbild (54) NF14“

  1. Oh, das wirkt auf mich so wie z. B. die Löcher in der Designer-Jeans als Reminiszenz an Punk.

    Na, dann kommt auch Eiche rustikal bald wieder, oder? 😉

    Mich spricht es nicht so an, erinnert an Matratzen auf dem Boden und Apfelsinenkisten als Tisch in den 70ern.
    Back to the roots bzw. zurück zum Ast in der Kiefer.

  2. Da habe ich auch meine Zweifel. Die Situation in Südostasien ist unübersichtlich. Unsere Importeure können oder wollen keine detailierte Auskunft darüber geben woher unser Teak stammt. Hab gerade wieder welches gekauft. Ist sehr teuer geworden.

    Was den used-look angeht: Ich gebe mich geschlagen. Alle
    Kommentatoren äußern Symphatie. Da will ich meine Haltung auch noch einmal überdenken

  3. Ich seh das mit dem used-Look etwas differenzierter:
    Die Jeans kauf ich gerne ohne Löcher, notfalls kommen die von selbst!
    Das Sideboard aus Holz hält natürlich länger und sieht, so meine Meinung , auch schöner aus als IKEA! Warum das nicht weitergeben an den nächsten Nutzer?
    Erst heute komme ich von einem Hobby-Kunst-Schreiner, der mir vielleicht einen Coachtisch aus einer Birnenbaumbohle machen will, darunter kleine Edelstahlfüsse……mal sehen..

    1. Birnbaum? Ist aber teuer und eines der Hölzer die im ersten Moment faszinieren mit denen man es aber möglicherweise auf Dauer nicht aushält. Es sei denn es gibt einen persönlichen Bezug.

  4. Die Werbung sieht retro aus, bisschen nach Natur, eigenständig und richtet sich an den Schlappi-Softi-Mann, also an mindestens 85 % von uns Männern. Die Botschaft: ey, Alter, verkriech‘ dich nicht, zeig dich, hau auf den Tisch und mache allen klar, wer hier der Boss ist.

    Das soll an frühere, glanzvollere Zeiten des Männerdaseins erinnern … wird aber wirkungslos verpuffen. Die Schlappi-Softies werden schon dafür sorgen …

    1. Nachtrag: ich hatte doch tatsächlich kiffen statt kniffeln gelesen, ist ja nicht ganz das selbe, was jetzt natürlich meine ganze Theorie ins Wanken bringt …

      Daher: die Schlappi-Softi-Mann-Werbung für den Schlappi-Softi-Mann

      1. Mir ist es genau so gegangen. Erst am dritten Morgen nahm ich wahr das da statt „kiffen“ „kniffeln“ stand. Ein Spiel das mir nur dem Namen nach bekannt war. Tante wiki musste mir helfen. Ich würde mich allerdings nie trauen, meiner Frau zu sagen ich ging mit Freunden „kiffen“. Ich würde eine solche Äußerung bereuen.

        1. Das freut mich jetzt ungemein, dass du auch „kiffen“ gelesen hast, dachte schon, es läge an mir.

          Wobei ich anfügen muss: kiffen nein, Wein ja, bisschen Laster braucht jeder

          Übrigens: das Kniffeln ist ganz lustig, es erinnert mich ein bisschen an Pokern, nur eben mit Würfeln. Würde ich dir und deiner Frau mal empfehlen für gemütliche Winterabende zu Hause. Natürlich mit einer guten Flasche Wein …

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