Das Mittwochsbilld (58) NF19

Georg Giese

Heute mal kein Foto sondern ein Bild das in meinem Leben eine Rolle gespielt hat. Wie bereits in früheren Einträgen erwähnt besuchte ich in Gelsenkirchen die „Städtische Kaufmännische Unterrichtsanstalt“. Dieser zutreffende Name ist inzwischen leider der geschönte Bezeichnung „Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung“ gewichen. Meine ehemalige Schule präsentiert sich im Netz heute so: http://www.bkwuv.de/startseite/ Ein Auftritt der – so empfinde ich es – nicht dazu anregt sich näher mit ihr zu beschäftigen. Schade.

Das besagte Bild hing in dem Klassenraum der traditionell immer von der Abschlussklasse der höheren Handelsschule belegt wurde. Wiewohl seinerzeit wenig kunstkundig faszinierte es mich und wiewohl Protestant erkor ich den abgebildeten Herrn zu einer Art Schutzheiligen mit dem ich gelegentlich Zwiegespräche führte. „Laß mich dieses Jahr auch noch überstehen, laß mich diesen verdammten Abschlusss schaffen“ flüsterte ich ihm in unbeobachteten Momenten zu – und er half mir offenbar.

Lange Zeit wusste ich weder wer der Portaitierte noch wer der Maler war. Ich hatte das Bild längst vergessen bis ich es kürzlich beim ziellosen Stöbern bei wikipedia wiederfand. Wer mehr über Bild und Mann wissen möchte: Hier stehts: http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Giese

An dieser Stelle ein Aufruf: Zielloses Lesen in Lexika gehört bis heute zu meinen liebsten Beschäftigungen. In der furchtbaren vordigitalen Zeit habe ich sogar Stadtbüchereien aufgesucht
um dort stundenlang in Enzyklopädien zu lesen. Es geht jedoch nicht nur um das Vergnügen. Wissen sammeln und verfügbar machen ist darüber hinaus das große Vermächtnisse der Aufklärung. Es steht für Bildung, Entwicklung und die Chance unseren Planeten zu retten. Wer die Möglichkeit hat sollte diese Arbeit durch eine Spende unterstützen: https://spenden.wikimedia.de

9 Gedanken zu „Das Mittwochsbilld (58) NF19“

  1. Ach ja, witzig, daß auch du zu Spenden für Wiki aufrufst, so wie ich es ja vor kurzem auch tat.
    Walter Kempowski schrieb mal: „In jede Gefängniszelle ein Lexikon legen als Akt der Gnade“.
    Klingt alles sehr sympathisch was du da über dich schreibst.
    Ich finde der Herr auf dem Bild hat doch sehr viel Weibliches, das etwas angerosate Untergewand, die Nelke, der Gesichtsausdruck. Dabei soll er vermutlich eher einen nüchternen Kaufmann darstellen. Besonders fällt mir diese hängende Kugel hinter ihm auf. ich geh mal dem link nach….

    1. Ich bedaure es das ich nicht jeden deiner Einträge wahrnehmen kann und so ist mir dein Spendenaufruf leider entgangen. Er ist aber ein Hinweis darauf das wir trotz aller Unterschiede manchmal dieselben Sachen für wichtig halten.

      Noch einmal zur Isis und Maria. Den angekündigten Text muss ich ein wenig aufschieben. Mir geht es nicht gut. Mitte Januar werde ich mich einer kleineren Operation
      unterziehen müssen (Leistenbruch). Das treibt mich mehr um als gut ist und mindert die Konzentration.

      Was Herrn Giese betrifft – du wirst es inzwischen nachgelesen haben: Das Bild ist eine Allegorie. Die Vase mit den Nelken deutet darauf hin das dieser Mann verlobt ist.

      Was für deine Vermutung spricht: Sorgfältige Selbstinszenierung ist „normalerweise“ eher eine weibliche Domäne.

          1. Am Donnerstag dem 12. Januar wird operiert. 7.00 Uhr früh habe ich einen Termin.

            Dir und deinen Lieben wünsche ich ein frohes Weihnachstfest.

            Manulan

          2. Ok, wird notiert.

            Dir und deiner Frau auch (liebe Grüße und sie soll am 12. tapfer sein, ich wette, sie hat genauso viel Bammel wie du!)!
            Laßt euch das Fest nicht vermiesen, genießt die stille, friedliche Zeit, FM

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