VORBEI NF34

Montag 6.15 Uhr
Auf dem Bahnsteig
Auf den Zug nach Essen wartend

Eine Frau kommt.
In meinem Alter
Gebräuntes Gesicht
Kurze Frisur
Blondiertes Grauhaar

Helle Lederjacke
Sandfarbener Rock
Große Muschelkette
Quietschbunte Strandtasche
aus Plastik.

Sie hat noch nicht begriffen
das der Urlaub vorbei ist.
Wieder eine die dem Alltag
nichts abgewinnen kann

16 Gedanken zu „VORBEI NF34“

    1. Kann sein. Ich wollte auf die Menschen aufmerksam machen die anderen signalisieren: Ich will eigentlich gar nicht hier sein. Ich habe etwas Besseres verdient. Die tragen dann eine Kappe mit den Buchstaben NY oder ein T-Shirt mit der Aufschrift „Harvard University“ oder……

      1. Ich habe selber ein T-Shirt wo „TUCSON“ und darunter „sixteen“ draufsteht. Hab’s allerdings wegen der Farbe gekauft … auch wenn man meinen könnte, die Zahl würde meinem gefühlten Alter entsprechen …

  1. sehr interessantes experiment. eine neue textform, für menschen auf der straße.

    guck mal, ich experimentiere mit ähnlichem, allerdings kürzer:

    silbern die schuhe.
    und auch die tasche.
    eine fee auf tour. (6.9.2012)

    1. Ein Haiku? Eine Fee – hoffentlich eine gute!

      Ursprünglich waren das Notizen aus denen ein Blogeintrag werden sollte. Dafür war leider keine Zeit und da diese Begegnung „zwischen den Jahreszeiten“ stattfand und dieser Umbruch nur in diesen Wochen nachempfunden werden kann hab ich die Notiz etwas erweitert und letztlich so stehen lassen.

      1. nö, haiku nicht, das müssten dann 5-7-5- strophen sein, und eine naturbeobachtung ohne smartness — diese form, 5-5-5 habe ich höchstpersönlich :)) kreiert

        finde ich klasse, wie gesagt, den blick auf menschen auf der straße zu richten (oder in öpnv) — auch eine möglichkeit, eine kurze schnelle schöne essenz in den blog zu geben —

        soso, dir schmeckt der alltag nicht — wie komisch aber auch 😉

        1. Was ich wirklich gern einmal schreiben würde wäre ein Sonett. Da sind im Laufe der Jahrhunderte auch Varianten entwickelt worden.
          Und wie das Haiku an eine Naturbeobachtung „gekoppelt“ ist mußte im Sonettt ursprünglich eine unerreichbare Geliebte angeschmachtet werden. Schon die Barockdichter haben sich nicht mehr daran gehalten.

          Ich versuche jeden „Alltag“ zu meinem Tag zu machen, aber machmal kommt es halt „dicke“.

          1. ja, so manch ein alltagt ist echt eine fette ausgabe ….

            also, eine leserin hättest du schon für ein gedicht. du könntest es zum beispiel an „anna“ von ikea richten, deren kommunikationsfähigkeit recht be“schränkt“ (*kalauer*) ist und sie gewissermaßen unerreichbar macht 🙂

        1. Wer um diese Zeit auf dem Bahnsteig steht ist gegen 5.00 Uhr aufgestanden. Da schaut man halt müde. Viele schlafen auch in den Zügen.
          Aber das war ein „Statement“, eine demonstrative Aufmachung.

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