Der Tod einer Zeitung NF 42

Am Montag den 21 Februar 2000 sprintete ich frühmorgens vor der Arbeit zum Kiosk in der Rüttenscheider Straße (Essen)um die erste FTD zu kaufen.Ich habe die Zeitung noch.Ich habe
sie all die Jahre geschätzt, besonders die Artikel die sich mit Volkswirtschaftlichen Fragen befassten und die Agenda am Wochenende.

Das letzte Exemplar kaufte ich vergangenen Freitag (7. Dezember). Seitdem ist die Financial Times Deutschland“ Geschichte. Mir fehlt seitdem etwas – und nicht nur mir. Im NDR lief
kürzlich eine Reportage über die letzte Woche der FTD. Als jemand der selber 2004 für 16 Monate arbeitslos wurde sind mir die Tränen gekommen. Besonders als Michael Prellberg von seiner Schlaflosigkeit berichtete (ab Minute 14.20). Für mich ein Deja vu Erlebnis.

Ich selber bin oft genervt wenn mir per blog ein Video empfohlen wird das fast eine halbe
Stunde dauert. Ich hab so etwas auch bisher noch nicht gemacht. Dieses liegt mir am Herzen:

http://www.ndr.de/regional/hamburg/ftd155.html

6 Gedanken zu „Der Tod einer Zeitung NF 42“

  1. Ich habs jetzt auch nicht ganz angeguckt. für mich ist es eine Massenentlassung wie jede andere, ich wusste nicht mal, dass es diese Zeitung gibt. *rotwerd* Aber als Massenentlassung wie jede andere finde ich sie auch genau so übel wie jede andere. Die Leute tun einem leid. Vor allen die langjährig Beschäftigten, die sich wirklich noch mit ihrem Arbeitsplatz identifizieren und Herzblut investiert haben.

  2. ja, das zeitungssterben ist nicht gerade beruhigend — ich spreche da aus eigener erfahrung —- ich hoffe, da tut sich endlich mal, was, mit mikrobezahlung etc. — sonst hat bald niemand mehr was zum abschreiben —

  3. Tatsächlich verbinde ich mit der FTD nur, dass DU sie liest. Als ich gehört habe, dass sie nach 12 Jahren aufhören, war ich mir sicher, dass du das bedauern wirst.

    Meine Güte, das Blatt hat NIE in seiner Geschichte schwarze Zahlen geschrieben, so hab ich es vernommen. Wo in der echten Welt gibt man jemanden so lange wieder und wieder und wieder eine Gelegenheit, das Ruder rumzureissen?
    Ich würde sagen, sie hatten ihre Chance.
    Firmensterben und Massenentlassungen ist das Lied meiner Teenagerzeit: http://www.mdr.de/damals/archiv/artikel86384.html

    1. Die Geschehnisse in Bischofferode habe ich noch in Erinnerung und natürlich erlebe ich das Ende des Bergbaus im Ruhrgebiet seit Jahrzehnten bewusst mit.

      „Schwarze Zahlen“ zeigen oft nicht das ganze Bild. Aus rein
      betriebswirtschaftlicher Sicht verbietet sich einiges im Leben was wir nicht missen möchten.

      Die Chefredakteurin der „tageszeitung“ schrieb:
      „Die FTD wird als eine Zeitung in die Geschichte eingehen die Spaß gemacht hat,aufgeklärt hat, mit Positionen und Analysen überraschte, die sich klug,kritisch, teilweise ironisch vom Mainstream abgesetzt haben und zum Selbstdenken herausforderten.“

      Es gibt seit dem Ende der FTD im deutschen Wirtschaftjournalismus nur noch einseitige
      Haltungen. Was die FAZ oder das Neue Deutschland zu wirtschaftspolitischen Geschehnissen schreiben weiß ich schon bevor es gedruckt wird. Da geht es eben nicht um Information und Aufklärung sondern darum, Ereignisse so einzuordnen das sie zur eigenen Weltsicht passen.

      Offenbar gibt es jedoch immer noch ausreichend Leser
      die nur Bestätigung der eigene Haltung suchen und genug
      Anzeigenkunden die eine verständnisvolle Berichterstattung
      schätzen und belohnen. Du hast recht – so läuft es in der „echten Welt“. Eher ein Grund diese weiterhin kritisch zu sehen.

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