Snowdens Enthüllungen und meine Konsequenzen (1 2014)

Die durch Edward Snowdens Enthüllungen bekannt gewordenen globalen Übergriffe amerikanischer Geheimdienste auf Daten sowohl von Privatleuten als auch von Wirtschaftsunternehmen haben mich schockiert. Nahezu jeder Internetnutzer muss davon ausgehen, das seine Verbindungsdaten gespeichert worden sind.

 

Die rüden Angriffe amerikanischer und britischer Politiker auf die Medien (Guardian), die Snowden die Möglichkeit boten seine Kenntnisse zu publizieren, die schiere Zahl der Übergriffe (Milliarden), das fehlende Unrechtsbewusstsein der Täter und vor allem die Bereitwilligkeit mit der amerikanische Firmen die Daten ihrer Kunden den staatlich legitimierten Spitzeln überließen führte dazu das ich mich entschloss, mich möglichst von allen US amerikanischen Anbietern digitaler Produkte und Dienstleistungen zu trennen, deren Produkte und Leistungen ich bisher genutzt habe.

 

Erster Schritt war die Einrichtung einer neuen Mail-Adresse bei einem europäischen Anbieter. Meine Wahl fiel auf posteo.de . Posteo ersetzt mir inzwischen gmail, den google-Kalender und das google Adressverzeichnis.

 

Als nächstes wechselte ich den Browser. Das fiel mir schwer. Ich habe Chrome wegen seiner leicht bedienbaren Oberfläche und seiner Schnelligkeit geschätzt, fast geliebt. Dennoch kehrte ich nun reumütig zum Firefox Browser zurück.

 

Der nächste Schritt war der Wechsel des Betriebssystems. Im letzten Sommer kaufte ich mir in der Bahnhofsbuchhandlung ein UBUNTU – Magazin mit beiliegender CD. Ich machte mich mit dem System so weit es mir möglich war vertraut, wollte jedoch die Instalation ohne Hilfe nicht in Angriff nehmen. Da fügte es sich gut, dass die Gelsenkirchener Volkshochschule im September ein Tagesseminar: „Ubuntu installieren und nutzen“ anbot.

 

Ich traf auf drei graubärtige Rentner und einen Informatik-Studenten der uns bei der Installation behilflich war . Wir installierten die Version 12.04 Precise Pangolin. Die Versionen sind nicht wie bei Apple nach Raubkatzen, sondern nach afrikanischen Tieren benannt (Pangolin = Schuppentier) Die Bildschirmoberfläche ist nur wenig gewöhnungsbedürftig und wenn man das System aufruft ertönt anstelle eines Jingles eine dezente Buschtrommel.

 

Danach geriet der Trennungsprozess ins Stocken. Ich deaktivierte noch twitter und pinterest. Für die google Suchmaschine oder google maps habe ich bisher jedoch keinen akzeptablen Ersatz finden können. Auch die gmail Adresse kann ich nicht ohne Probleme für mich und andere Nutzer abschalten. Die vollständige Trennung von google über die Löschung von Fotos, Kalender und Adressdaten hinaus ist wohl zur Zeit noch nicht möglich.

 

Das gilt leider auch für facebook. Kontakte zu einigen Familienmitgliedern sowie zu Freunden die mir lieb und wert sind und die ich sonst „aus den Augen verlieren“ würde lassen sich nur über dieses Medium aufrecht halten. Das ist mir gerade in der Zeit vor und nach Weihnachten deutlich geworden.

 

Die Devise im Umgang mit den US-Anbietern lautet also nun zunächst einmal: Minimieren statt blockieren. Die Hoffnung ist die, das ich nicht allein bin und das diese Firmen den Rückgang der Aktivitäten auf ihren Medien registrieren. Möglicherweise ist

das schon geschehen. Schon im Dezember haben google, Apple,Microsoft und andere eine Kampagne gegen die Spionageprogramme internationaler Geheimdienste gestartet, weil es bereits negative Auswirkungen auf ihre Geschäfte gibt. In dieser Form und mit diesen Inhalten hätten sie sich die Kampagne allerdings sparen können. Das ist alles zu halbherzig und zu unverbindlich. Wahrscheinlich kann ein privater Datensammler einem staatlich legitimierten Datensammler nicht so recht böse sein. Es gibt da möglicherweise so etwas wie ein Grundverständnis. Wäre es den Konzernen ernst gäbe es nur den juristischen Weg. Wie wäre es denn mit einer Schadenersatzklage gegen die NSA wegen Geschäftsschädigung oder besser einer „Verfassungsklage“ die bei Erfolg zur Folge hätte, das nicht der whistleblower sondern der Geheimdienstchef mit einer langjährigen Gefängnisstafe rechnen müsste? Google, apple und Co wären finanziell in der Lage einen solchen Prozess anzustrengen und durch zu stehen aber diesen Aufwand ist Ihnen der Datenschutz wohl doch nicht wert.

 

Verwendete Quellen:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Internet-Ueberwachung-Google-Apple-Microsoft-Facebook-Twitter-Co-gegen-die-NSA-2062424.html

 

http://reformgovernmentsurveillance.com/

 

 

 

 

 

 

40 Gedanken zu „Snowdens Enthüllungen und meine Konsequenzen (1 2014)“

  1. Ganz toll, daß du dich als einer der wenigen damit auseinander setzt, aber ich fürchte nur, daß es das überhaupt nicht bringt.
    (Das ist natürlich die typische Art und Weise, mit der auch Leute zu Nicht-Spendern, Nicht-Helfern, Nicht-Vegetariern, Nicht-Mülltrennern werden, in dem sie den Satz loslassen: Das bringt’s eh nicht.)

    Ich glaube aber dennoch, daß egal wo und wie du im Netz unterwegs bist, alles und immer ausgespitzelt werden kann. Es sind doch nicht nur die Amis die ausspionieren, sondern alle, Wette! Der einzige Trost daran ist, daß es einfach nicht genug Leute gibt, die das Material auch auswerten können. Die Masse macht’s und in dieser Masse kann man dann durch’s Netz schlüpfen, im wahrsten Sinne.
    Dennoch, finde ich deinen Ansatz gut, weil er zum Nachdenken anregt. Und es kann überhaupt nicht genug Leute geben, die jetzt HALT schreien. Was du damit tust. Also gut so!

    1. Ob es etwas bringt? Es ist das was ich tuen kann. Nichts trifft die Internet-Wirtschaft so rückläufiger „traffic“ auf ihren Seiten.
      Natürlich hast du damit recht, das es keinen perfekten Schutz gegen das ausspionieren von Daten gibt, aber ich möchte es den Spionen auch nicht zu leicht machen. Mit Brecht gesprochen: „ich möcht sie auch nicht allzugut bedienen“.
      Man kann mit der Masse durch das Netz schlüpfen, man kann aber auch unvermutet hängen bleiben. Ich würde mich heute nicht mehr trauen auf einer internationalen Messe aus reiner Neugier den Stand einer syrischen Firma zu besuchen und mich hinterher über Einladungen per mail zu Investorentreffen in die arabische Welt amüsieren. Vor einem Jahrzehnt habe ich darin kein Problem gesehen.

      1. Interessant ist auch die mangelnde Resonanz auf deinen Eintrag, vermutlich setzt man sich damit nicht so wirklich gerne auseinander.
        Das mit dem „nicht allzu gut bedienen“ finde ich sehr sinnvoll.
        Ausstieg aus Facebook würde mich interessieren, du hast sicher auch den Artikel in der SZ gelesen, oder? Mußt mal mitteilen, ob es leicht oder schwer war.
        Gestern habe ich das Wort Islam über voice search in meinem Tablet eingegeben, wurde aber nicht aufgefordert, meinen Standort anzugeben, so weit sind wir hier noch nicht. Vielleicht war’s auch nur ein Märchen, vielleicht machen wir uns alle verrückt oder aber es ist noch schlimmer als wir dachten.

        1. Blogeinträge mit politischen Inhalten haben nie eine grosse Resonanz. Das gilt selbst für „Profi-Journalisten“. Ich finde das schade. Es wird mich aber nicht davon abhalten, bei passender Gelegenheit politische Texte zu schreiben. Ich habe auf diesen Eintrag auch bei facebook hingewiesen. Dort gibt es einige Reaktionen.

          Tja facebook. Wie schon erwähnt: Ich kann da nicht weg. Ich wüßte nicht mehr was Nichte und Neffe treiben und wie sie sich entwickeln. Ich würde den Kontakt zu einigen blogfreundInnen verlieren die auf blog.de nicht mehr aktiv, dort aber noch ansprechbar sind und ich habe dort auch tatsächlich einige Freunde wiedergefunden von denen ich lange nichts gehört hatte.
          Das alles überwiegt die sicher berechtigte Kritik an dieser Plattform.

          1. Hab ich probiert, funktioniert nicht. Die sind schon auf „Soziale Medien“ fixiert und wenn sie etwas mitteilen richtet das sich auch nicht nur an mich. Wenn ich da nicht mitmachen würde wäre ich der lästige Onkel am Telefon.

          2. Dann scheint mir aber die Kommunikation sehr einseitig zu sein und ihnen offenbar nichts dran zu liegen. Ich glaube, da käme dann bei mir der Gedanke: denn nicht.
            Nur deswegen bei Facebook zu bleiben ginge mir gegen den Strich.

          3. „Nur deswegen“? Ich schätze die Kommunikation mit den Menschen die ich dort wahrnehme nicht gering. Ja, deshalb ertrage ich facebook weiter – gelegentlich auch gerne.

  2. Guten Tag!

    Deinen Beitrag habe ich jetzt zum dritten Mal gelesen (das mit Ubuntu finde ich toll – geht bei mir nach wie vor nicht, weil mein alter Klapperkasten raucht, wenn ich per Emulator Windows-Programme unter Ubuntu laufen lassen will usw., da braucht es denn doch Multi-Core-CPUs), und mir ist nach wie vor zwiespältig zumute… Die Idee mit der Verfassungsklage ist cool – aber wohl auch ’ne schöne Utopie.

    Vor allem aber: 1. was ist denn heute noch privat, 2. sollen sie mich doch „abgreifen“, bei mir ist alles offen, ich habe nichts zu verbergen – die machen sich doch unnütz Arbeit; genau darum geht es vor allem, wie mir scheint: Behörden/Ämter/Verwaltungen, die sich selbst „definieren“ und ihre Daseinsberechtigung (sich und anderen) beweisen, indem sie „neue Tätigkeitsfelder schaffen“ und sozusagen institutionalisierte Paranoia immer weiter und schärfer legitimieren.

    Mein Hauptgedanke zum Thema ist aber nach wie vor: in einer Welt mit steigender Anzahl Traumatisierter und in ihrer „Tiefe“ immer verschärfterer Traumatisierung(smöglichkeit)en wächst folgerichtig das Kontrollbedürfnis (die Stasi war da nur ein besonders krasses Exempel).

    Gut Holz!

    Herr Koske

    1. Bist du sicher das du nichts zu verbergen hast? Da kannst du Überraschungen erleben. Ich schick dir die eine PN um an einem Beispiel zu zeigen wie schnell sich das ändern kann.

      Die Stasi hat von solchen technischen Möglichkeiten nur träumen können; das ihre „westlichen Nachfahren“ hinsichtlich Sinn und Notwendigkeit ihrer Arbeit vergleichbar argumentieren und demokratisch gewählte Politiker immer noch verharmlosen und kleinreden macht mich ratlos.

          1. … Wahrnehmungsmuster (dieses geniale Wort von Christa Wolf, „Kindheitsmuster“, geht seit Jahrzehnten in mir um)… desto unsicherer und gefährdeter die sind (und das waren sie nie so wie im 20. Jahrhundert bzw. die sind nie so krass zusammen gebrochen), desto hartnäckiger, mit umso mehr Mitteln werden sie verteidigt…

            Der heutige Klugschiss wurde Ihnen präsentiert von

            Herrn Koske

  3. Dein Vorhaben auf deutsche bzw. europäische Anbieter auszuweichen bewirkt, dass deine Daten mit einer Verzögerung von 2,5 Sekunden in den USA landen werden.

    Es arbeitet jeder gegen jeden und doch arbeiten sie alle irgendwie zusammen.

    Das heißt, deine bzw. unsere Daten werden postwendend an die EU Kontrollbehörden zurückgeschickt, weil die ja auch wissen wollen, was wie wann wo läuft.

    Du hast da nix zu befürchten. Anders als die bekennenden EU Gegner, die sich schon mal auf einen längeren Aufenthalt in einem EU Umerziehungslager einstellen können.

    1. Zunächst einmal: Ich freue mich über ein „digitales Lebenszeichen“ von dir.

      Ich weiß, meine Mölichkeiten der Gegenwehr sind gering. Ich muß aber tuen was mir möglich ist und ich bin auch nicht alleine.

      Zur Zeit forsche ich nach alternativen Suchmaschinen. Google wird mir immer unheimlicher:
      http://www.googlewatchblog.de/2014/01/wegen-google-knowledge-graph/

      An staatliche Repressalien gege EU Gegner glaube ich nicht.
      Gibt es irgendwelche Hinweise in dieser Richtung?

        1. Das ist ein Arbeitspapier das keine Aussichg hat in dieser Form jemals verbindlich zu werden.

          Gestern bin ich beim zappen zufällig in die Übertragung des AfD Europaparteiritags gelandet. Der hat mir wesentlich mehr Angst gemacht. Höhepunkt war die Rede einer Dame deren Name Beatrix von Storch lautet. Sie wurde auf Platz 4 gewählt und hat beste Aussichten Europaabgeordnete zu werden. Furchtbar:
          http://www.youtube.com/watch?v=3p_ecSXGARw

          1. Arbeitspapier ist Arbeitspapier und zeigt die Richtung an, die wir gehen bzw. gegangen werden.

            Alle Achtung an die Störchin: ich habe selten, genauer gesagt NOCH NIE, eine Politikerin so vernünftig reden gehört, wie diese Dame. Ich für meinen Teil, würde sie sofort zur Kanzlerin wählen, wenn wir dafür diese sogenannten etablierten Parteien wie CDU, CSU, SPD, FDP, Grüne, ect. für immer los wären!

          2. Ich hatte gehofft, Frau von Storch wirke abschreckend. Ist dir aufgefallen das man dieses Video nicht kommentieren kann? Die entsprechende Funktion ist abgeschaltet.
            Bei aller berechtigten Kritik an den etablierten Parteien: Die Alternative wäre eine Diktatur und wer sich der Diskussion über seine Vorstellungen verweigert ist auf dem besten Weg dorthin.

          3. Aber die Diktatur haben wir doch längst … auch wenn man sie nach wie vor Demokratie nennt. Das kommt vom Namen her doch deutlich besser und vor allem harmlos daher.

            Wie dem auch sei: in einem österreichischen Theaterstück von Nestroy sagt der Handwerksgeselle: ist eh Wurscht, es kommt eh der Komet …

          4. Demokratie wäre eine Volksabstimmung, wie man es in der Schweiz macht. Aber genau davor hat das EU-Lumpenpack die größte Angst. Ich hoffe, dass ich den Volksaufstand noch erleben darf …

          5. Demokratie ist ein allgemeiner Begriff der für die praktische Anwendung präzisiert werden muss. Den
            „Vätern“ der modernen europäischen Demokratie (Montesqieu,
            Locke, Hume) ging es weniger darum , das ein „Volk“ über
            Inhalte abstimmt als darum, das es sich eine Regierung wählen und sie gegebenenfalls wieder los werden kann.
            Eine Regierung sollte in der Regel auch Zeit zum Regieren haben. Ein Volksaufstand ist nicht vorgesehen.

          6. Zeit zum Regieren haben die Stümper jahrelang gehabt.

            Das einzige, was ich erkennen kann, ist, dass die Armen immer ärmer und zahlreicher, die Reichen immer reicher und unersättlicher werden.

            Ich kann keine andere Lösung erkennen, als dass man, je früher desto besser, in einem Volksaufstand die Machtverhältnisse zugunsten der Bürger endlich verändert. Auch wenn das deiner Meinung nach nicht vorgesehen ist.

            Es ist auch nicht vorgesehen, dass ein paar Tausend Superreiche die Welt beherrschen und zur Absicherung ihrer Macht sich „unserer“ Politiker bedienen.

            Wir haben heute genug Technik und Möglichkeiten, dass es eigentlich keine Armut auf dieser Welt geben dürfte. Doch genau das Gegenteil ist der Fall und die Schere öffnet sich immer weiter.

          7. Seit den frühen 80er Jahren werden in der westlichen Hemisphäre in demokratischen Wahlen politische Kräfte gewählt (Reagan, Thatcher,Kohl etc), die „Egenverantwortung“, „Wettbewerb“ und „weniger Staatliches Handeln“ propagieren. Anfangs auch noch mit weitaus höheren Wahlbeteiligungen als heute. Die Legitimität dieses Volkswillens ist unbestreitbar. Deshalb glaube ich auch nicht an einen Volksaufstand. Vielmehr hofft eine (schrumpfende) Mehrheit immer noch darauf,auch künftig nicht zu den Opfern zu gehören.
            Es gibt meines Wissens auch kein Beispiel für eine „gelungene“ Revolution. Die französiche endete nach wenigen Jahren mit einem Kaiserreich und europaweiten Krieg, die Folgen der sozialistischen Revolution nach dem ersten Weltkrieg sind una allen noch geläufig.
            Demokratie ist der einzig mögliche Weg, die Lage aller Bürger zu verbessern. Dann darf man aber auch Umverteilung und die „Mitnahme“ der Schwächeren nicht diffamieren. Die Unterstützung selbstgefällig – provinzieller Kräfte hilft sicher nicht weiter.

          8. Politik und so weiter ist ja nicht statisch, da ist Bewegung drinnen. Mal schlägt das Pendel in die eine, dann in die andere Richtung aus.

            Filo-soffisch betrachtet, könnte man sagen, ein Volk bekommt immer das, was es verdient. Und ich denke, so ist es auch.

            Auch wenn es natürlich immer wieder Individuen (Paradebeispiel Ösi) gibt, die gern über alles mögliche meckern und lamentieren.

          9. @ Ösi
            Leider war Politik in den letzten Jahrzehnten statisch. Sozialdemokraten hatten nur eine Chance wenn sie sich noch
            „marktkonformer“ als die Liberalkonserativen gebärdeten.
            So brüstete sich Tony Blair in seinem ersten Wahlkampf damit
            das er dem Bettler auf der Straße kein Geld gebe und
            Gerhard Schröders Namen wird immer mit der Hartz IV Gesetzgebung
            verbunden bleiben. Auch gegenwärtig gibt es zumindest in Deutschland (in Österreich soweit ich weiß auch) keine ernst zu nehmende Opposition.

          10. @stadtpomeranze
            Oh weh, jetzt muss ich es mir auch noch einmal anhören um fundiert zu antworten. Mach ich am besten per PN . Dauert aber etwas.

          11. @Manfred: Nee, bloß nicht extra nochmal den ganzen Sermon anhören! Ich denke, ich weiß schon ungefähr, was du meinst. Ich war nur in meiner manchmal pingeligen Art 😉 über den Begriff „furchtbar“ gestolpert. Also: Nicht nochmal extra lesen, so wichtig war meine Frage wirklich nicht.

  4. Ich glaube, wenn man auf der sicheren Seite sein will, muss man konsequent das Internet verlassen und auf Handys sollte man dann auch verzichten. Vielleicht werden auch Festnetztelefone schon abgehört?

    Aber dann ist man plötzlich sehr einsam. Ich würde zudem auch meine Hobbys alle mit einem Schlag sinnlos machen. Will man das? Zurück zu Brief und Fax? Ich will das nicht. Da hängen inzwischen zu viele reale soziale Kontakte dran. Letztendlich wäre auch unserer nicht zustande gekommen. Beibehalten könnten wir ihn jetzt schon, aber er würde vermutlich verkümmern. Denn auch jetzt telefonieren wir selten, sondern verlassen uns drauf, dass wir schon merken werden, wenn einer was geschrieben hat, das er wichtig findet.

    Es ist mal wieder nicht die Technik die falsch ist, sondern der Umgang damit. Und da bin ich dann schon wieder beim asozialen Verhalten der Menschheit.

    1. Hättest du gedacht das die Überwachung unseres Lebens im web derartige Ausmaße angenommen hat? Ich weiß das es keinen perfekten Schutz gibt aber ich bin nicht mehr so leichtfertig wie vor Snowdens Enthüllungen. Von einigen Netzwerken habe ich mich tatsächlich getrennt.

      Missen will ich das Netz und unsere Freundschaft natürlich nicht. Ich hoffe auch, das wir uns im ersten Halbjahr 2014 noch sehen werden.

      1. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Busch! :))

        Nein, ich habe diese ganze Überwachung und Kontrolle auch nicht erwartet. Ich war zwar immer der Meinung, dass das ganze Getue um den Datenschutz und die Persönlichkeitsrechte des Einzelnen verlogene Kacke war, aber dass es dieses Ausmaß annehmen könnte, hätte ich nicht gedacht.

  5. Nun schneie ich auch mal wieder herein (kleiner Snowden-Wortwitz).
    Das ist ein schwieriges Thema. Niemand will auf die Vorteile, die Computer, Handy, Internet bringen, noch verzichten. Um Typen wie NSA, Hackern oder anderen das Leben schwer zu machen, müsste man jedoch diese Technik aus seinem Leben verbannen. Und dann könnten dich böswillige Menschen immer noch über deinen Zahlungsverkehr, öffentliche Kameras oder andere personenbezogene Daten finden. Du nutzt wahrscheinlich eine Bahncard? Ich bin sicher, es wird gespeichert, wann du welches Ticket damit kaufst. Selbst das Finanzamt möchte deine Steuererklärung am liebsten digital und nur die Belege und das Deckblatt werden noch per Papier eingesandt.

    Will man konsequent digital unsichtbar bleiben, müsste man wohl ein verschrobenes Einsiedlerleben irgendwo im Walde führen. Wer will das schon?

    Schon eine Generation nach uns wird man sich nicht mal vorstellen können, wie das analoge Leben war und Relikte daraus werden zum Partygag.

    1. Mag sein. Ich will aber doch ein wenig Widerstand leisten und wenn es auch nur um kleine Dinge geht.
      So mahnt google+ permanent den Eintrag meines Geburtstags in das Profil an und facebook macht es schier wahnsinnig das ich nicht angegeben habe welche Schulen ich besuchte. Immer wenn ein neuer facebook Freund hinzukommt wird nachgefragt ob ich
      vielleicht dessen Schule besucht habe. Man hat mich sogar schon probeweise an die Clara Zetkin Schule des graphodino versetzt.
      Eisenhüttenstadt also – weshalb nicht?

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