Fast zwei Wochen nach dem Sturm… (5 2014)

 
 
…am Abend des Pfingstmontag sind seine Spuren immer noch allgegenwärtig. Friedhöfe und Parkanlagen sind weiterhin geschlossen.
In meinem Stadtteil (Gelsenkirchen-Ückendorf) liegt der Pestalozzi – Hain, ein kleiner Park zwischen evangelischer und katholischer Kirche.
Normalerweise kann man hier einen mit einer Ampel gesicherten Fußgängerüberweg benutzen. Die Ampel ist jedoch dem Sturm zum Opfer gefallen:
 

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Stattdessen gibt es einen mit Warnlichtern gesicherten gelben Zebrasteifen als Provisorium:

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Die grossen, entwurzelten Stämme sind inzwischen zersägt und abtransportiert. Für kleinere Äste und Zweige gilt das nicht:
 

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Der Baum der zu diesem Stumpf gehörte:

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hat diesen Schaukasten zerstört:
 

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Wir selber haben vom Sturm zunächst nicht so viel wahrgenommen. Der Wetterbericht hatte eher nebenbei auf mögliche Unwetter hingewiesen. Wir ließen die Jalousien herunter und schauten zunächst Fernsehe Später lief Wasser in den Keller was wir jedoch von vergangenen, glimpflich verlaufenen Stürmen kannten. Der Schrecken ereilte uns erst am folgenden Morgen als wir aus unserer kleinen Wohnstraße kommend die Kastanienallee sahen. Bäume waren entwurzelt, Bogenlampen abgeknickt, die Straße war für Fahrzeuge unpassierbar. Nur weil unsere Garage am Ende der Allee lag konnten wir diese Richtung Bochum verlassen und über die A40 nach Essen gelangen.
 
Dort setzte mich meine Frau wie immer am Hauptbahnhof ab. Der war überfüllt. Wie ich später erfuhr war am Abend vorher ein regionales Musikfestival abgebrochen worden. Die Besucher waren nicht mehr nach Hause gekommen. Ich wartete stundenlang; kein Zug fuhr nach Duisburg. Zu dieser Zeit ahnten wir noch nicht, das dieser Zustand noch eine Woche andauern würde. Eine Weiterfahrt mit dem Auto war auch nicht möglich. Wegen vieler unpassierbarer Straße wurde davor in allen regionalen Medien gewarnt, Die Taxen waren überlastet, der A40 Tunnel stand unter Wasser.
 
In den nächsten Tagen war zumindest die Autobahn wieder befahrbar und so war ich gezwungen das Auto zu nehmen. Für mich persönlich die schlimmste Folge dieser Naturkatastrophe.
 
 

21 Gedanken zu „Fast zwei Wochen nach dem Sturm… (5 2014)“

  1. Habe durch Marco (McHilde) schon ein wenig mitbekommen, der ja in DüDo wohnt. Ihm wurde durch den Sturm ein Fenster im Firmenwagen zerbrochen. Muss wirklich arg gewesen sein. Bei dir wohl noch schlimmer als bei ihm.

    Wie geht es euch sonst so?

    LG – rosi

    1. Das ist bisher kein “rundes” Jahr für mich. Die Firma bei der ich arbeite zieht von Duisburg nach Ratingen. Das dauert fast 2 Monate und das mitten im Sommer. Die Autobahnen sind überlastet oder – wie die A59 in Duisburg – gleich ganz gesperrt. Ich hätte es gern ein wenig entspannter.

  2. Ich hab davon wenig mitbekommen. (Überall dringen Infos durch, nur nicht bis nach Mecklenburg ;)) Liest sich aber sehr extrem.
    Wieso ist es für dich so schlimm, das Auto zu nehmen?

    Halte uns mal auf dem Laufenden.

    1. Bei dieser Gelegenheit: Ich lese deine Berichte aus London mit grossem Interesse, oft auch mit Vergnügen. War auch erfreut ein Bild meiner Lieblingsseife “Miranda” zu sehen (London Diary 4, Bild 139).Komme leider kaum zum kommentieren.

      Autos sind “dem Menschen nicht gemäß”. Zu schnell, zu gefährlich. Sie machen krank (Lärm, Blutdruck, Umweltbelastung). Am meisten bedrückt mich, das die Opfer der “Audi-BMW-Mercedes-Dienstwagenraser” von der Mehrheit meiner Mitbürger gleichmütig und ohne Empörung hingenommen werden.
      1994 habe ich mein Auto verkauft. Seitdem fahre ich nur in Notfällen oder – selten – aus beruflichen Gründen.

        1. Die “Londoner” interessieren mich schon. Sie haben ungewöhnliche Probleme. Neulich las ich von einem aus London stammenden Ingenieur der Jahrzehnte in Deutschland gearbeitet hatte (bei Bayer) und nach seiner Pensionierung sein Haus in Deutschland verkaufen und in seinen alten Londoner “Stadtteil” zurückziehen wollte. Dort sind Immobilien aber inzwischen so teuer geworden, das sie sich selbst ein gutsituierter Rentner nicht mehr leisten kann. Nun muß er in Deutschland bleiben.

  3. Ich habe bei facebook viele Bilder vom Ruhrgebiet gesehen und hatte einen Eindruck. Hier haben wir ja nur Randerscheinungen des Sturms an sich gehabt. Aber die Auswirkungen im ÖPNV waren bis hierher mehrere Tage lang zu spüren.

  4. Bösen (?) Prophezeiungen zufolge werden derartige Vorkommnisse sich in den nächsten Jahrzehnten auch in Mitteleuropa häufen – herzliches Beileid sowie Selbstmitleid!

      1. … das ist schon der Hammer – Gelsenkirchen ist ja doch ‘n ganzes Stück von der Küste weg (ich habe extra nochmal gekiekt, echt)… dafür gibt es hier Überschwemmungen, ich habe mir vor paar Tagen mal die Hochwassermarken angekiekt, krass…

          1. Fürstenberg (an der Oder, es gibt noch eins an der Havel) gibt es schon seit 1200 noch was… Und “Hütte” seit 1950… oder so…

            Na ja… – häff fann!

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