Schotten und "alte Griechen" (9 2014)

Ich bin erleichtert das in Schottland die Vernunft gesiegt hat. Bezeichnend das sich dieser “national” gesonnene “Premierminister” noch am Tag der Niederlage vom Acker machte. Jahrelang die Menschen aufhetzen, falsche Versprechungen machen, Vorurteile schüren und dann abhauen wenn es schief geht – das passt.
Ich hoffe die Nationalisten in Katalanien, Flandern und Norditalien haben nun auch einen kräftigen Kater und überdenken ihr gewissenloses Treiben.

Stefan Kornelius kommentierte nach der Wahl das Ergebnis in der Süddeutschen Zeitung folgendermaßen:
“Wer im Zeitalter des zusammenwachsenden Europas Probleme mit neuen Grenzen lösen will, der spielt vor allem mit Emotionen. Abgrenzung, der Rückzug in den eigenen Schrebergarten mag vielen Bürger in einer unübersichtlichen Welt Halt geben. Aber diese Welt verlangt von ihren hochvernetzten und voneinander abhängigen Staaten weniger Abgrenzung und mehr kluge Arbeitsteilung.”

Dem kann ich nichts mehr hinzufügen, will aber eine Alternative aufzeigen: Wie wäre es denn mit GRÖSSE statt “Schrebergarten”? Nehmen wir als Beispiel die antike, von Griechen gegründete Stadt Sybaris im Golf von Tarent. Nach Diodor verdankte die Stadt Wachstum und Wohlstand vor allem auch ihrer Bereitschaft, Einwanderern das Bürgerrecht zu gewähren. Da hätten wir doch gerade die Gelegenheit. Weshalb sehen wir Zuwanderung als Bedrohung? Weshalb nicht als Chance für mehr Vielfalt, mehr Kultur , mehr Wissen und natürlich mehr Wachstum? Weshalb verhelfen wir lieber, alten, selbstgerechten Männern zu Wahltriumphen?

Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Sybaris

6 Gedanken zu „Schotten und "alte Griechen" (9 2014)“

  1. Es ist eben immer alles relativ. Was die Westeuropäer seinerzeit in Jugoslawien und derzeit in der Ukraine gerne propagieren, sollte aber möglichst nicht in den eigenen Ländern stattfinden. Schließlich geht es hier um das Maß. Und von dem hat man in Europa immer noch Zweierlei.

    1. Es wird zwar mit zweierlei Maß gemessen aber neue Grenzen sind nirgendwo eine Alternative. Am besten wäre es wenn sowohl Staatsgenzen als auch innerstaatliche Grenzen (Bundesländer) mit der Zeit gegenstandslos würden.

    1. Das habe ich vermutet. “Wachtstum” ist vielleicht zu einseitig. ich bin aber überzeugt, das es eine Fortentwicklung geben muss. Schon wegen der vielen Menschen die wesentlich schlechter leben als wir.
      Die werden kommen, die sind oft schon in Parallelgesellschaften vor Ort. Globalisierung lässt sich nicht aussperren, wenn wir Glück haben lässt sie sich steuern. Falls nicht wird in den Schrebergärten in Kürze schon etwas ganz anderes angebaut…

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