VERGEHEN UND WERDEN ( 11 2014)

Der letzte Sonntag des vergangenen Novembers war der
letzte schöne Herbsttag des Jahres 2014. Es war der
Ewigkeitssonntag und wie viele meiner Mitmenschen
besuchte ich die Gräber meiner Familie. Leser meiner
Blogeinträge wissen möglicherweise, dass der Südfriedhof
in der Nähe meiner Wohnung liegt und das ich dort häufig
anzutreffen bin – meist an den Wochenenden. Für mich
ist ein Friedhof nicht nur ein Ort des Gedenkens. Ich erhole
mich dort von den Belastungen, die der Alltag mit sich
bringt und schöpfe neue Kraft. So wiedersprüchlich es
erscheinen mag: Der Aufenthalt auf dem Friedhof hilft
mir “lebendig” zu bleiben.

Deshalb traf es mich hart , dass der Friedhof nach dem
Sturm “Ela” am Pfingstmontag monatelang nicht
zugänglich war. Auch jetzt sind noch Spuren der
Zerstörung erkennbar aber auch wunderschöne Dinge
zu sehen die das Herz berühren. Etwa diesen kleinen
Baum mit seinem sonnendurchfluteten Herbstlaub:

Ewigkeitssonntag 2014

Am folgenden ersten Dezembersonntag war es mit
dieser Pracht bereits vorbei. Es war kühl, feucht und
grau und der kleine Baum bis auf wenige Blätter
entlaubt:

30.11.14 Sonntag

Das Jahr geht zu Ende. Es war für mich eine Zeit des
Umbruchs in der es mir schwer fiel, mich in einem
neuen (beruflichen) Umfeld zurecht zu finden. Am
Ende dieses Jahres fühle ich mich überfordert,
erschöpft, ausgebrannt – wie ein kahler Baum in
Kälte und Wind.

Gut zu wissen, das es nicht so bleiben wird. Ich habe
Urlaub, kann mich erholen. Ein neues Jahr liegt vor
mir. Der Baum wird im kommenden Frühjahr neue
Blüten tragen und später ein Blattwerk in sattem Grün.
So schwer 2014 für mich auch war, ich habe auch
gespürt, dass ich noch lernfähig bin, dass Erfahrung
hilfreich ist und Konflikte beherrschbar sein können.
Ich bin gelassener geworden, aufmerksamer und
hoffe auf ein gutes Jahr 2015.

Meine Frau und ich wünschen unseren Familien,
Verwandten, Freundinnen und Freunden ein
besinnliches Weihnachtsfest und alles erdenklich
Gute für 2015. Blüht im kommenden Jahr wieder auf!

Manfred und Hannelore

6 Gedanken zu „VERGEHEN UND WERDEN ( 11 2014)“

    1. Der Baum sah in der Realität noch weitaus faszinierender aus als die Photographie es wiedergeben kann.

      Inzwischen bin ich gut erholt und habe viel nachgedacht. 2015 kann kommen!

  1. Lieber Manfred und liebe Hannelore,
    Euch auch eine schöne Weihnachszeit und ein glückliches und gesundes neues Jahr. Es ist schön zu lesen, dass du, lieber Manfred, dich den Anforderungen gewachsen fühlst! Das freut mich sehr, und ich hoffe, euch ist ein richtig tolles 2015 beschieden!
    Liebe Grüße
    SP

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