Der Tod einer Zeitung NF 42

Am Montag den 21 Februar 2000 sprintete ich frühmorgens vor der Arbeit zum Kiosk in der Rüttenscheider Straße (Essen)um die erste FTD zu kaufen.Ich habe die Zeitung noch.Ich habe
sie all die Jahre geschätzt, besonders die Artikel die sich mit Volkswirtschaftlichen Fragen befassten und die Agenda am Wochenende.

Das letzte Exemplar kaufte ich vergangenen Freitag (7. Dezember). Seitdem ist die Financial Times Deutschland“ Geschichte. Mir fehlt seitdem etwas – und nicht nur mir. Im NDR lief
kürzlich eine Reportage über die letzte Woche der FTD. Als jemand der selber 2004 für 16 Monate arbeitslos wurde sind mir die Tränen gekommen. Besonders als Michael Prellberg von seiner Schlaflosigkeit berichtete (ab Minute 14.20). Für mich ein Deja vu Erlebnis.

Ich selber bin oft genervt wenn mir per blog ein Video empfohlen wird das fast eine halbe
Stunde dauert. Ich hab so etwas auch bisher noch nicht gemacht. Dieses liegt mir am Herzen:

http://www.ndr.de/regional/hamburg/ftd155.html

Noch einmal ein Nachmittag…… NF39

……an dem man auf dem Balkon sitzen konnte, eine Java Zigarre rauchend die eine Freundin aus Indonesien mitgebracht hat, Kräutertee trinkend und mit Blick auf diesen Baum:

2012-10-21 12.50.10

Vielleicht war das der letzte schöne Herbsttag

Es gibt übrigens einen sehenswerten Film gleichen Namens:

http://www.youtube.com/watch?v=H7LTwBHIWFw

Sonntagnachmittag NF 38

Spät aufgestanden
Prokastiniert
Viel Tee getrunken
Dann doch den Brief geschrieben
der lange fällig war.

Danach zum Friedhof
Die Gräber der Grosseltern
und Eltern
vom Laub befreit

Weiter zum Grab der Schwester
die mir fehlt
Nicht die Zwanzigjährige
die lange tot ist
sondern die Mittfünfzigerin
die sie nicht werden durfte

Wie es wohl wäre
säße sie mit mir hier
auf dieser Friedhofsbank?

"Holländer" ticken anders NF35

Ja ich weiß, „Niederländer“ wäre korrekt. Diese haben vergangenen Mittwoch ein neues Parlament wählen müssen weil ein populistisch argumentierender Politiker sich weitere Stimmzuwächse versprach. Er erklärte die Duldung der Minderheitsegierung für beendet und erweiterte sein bisheriges Repertoire (Anti-Ausländer-Hetze) um den Fachbereich „Aniti-Euro-Hetze“. Das ist ihm glücklicherweise übel bekommen.

Davon abgesehen ist das Ergebnis der Wahlen nicht uninteressant. Es käme so in Deutschland wohl niemals zustande. Deshalb nenne ich in der folgenden Aufführung nicht die Namen der niederländischen, sondern vergleichbarer deutschen Parteien:

Das niederländische Parlament hat 150 Sitze. Die sind nach der Wahl vom vergangenen Mittwoch folgendermaßen verteilt:

41 Sitze = 27,33% FDP (Rechtsliberale)
39 Sitze = 26,00% SPD (Sozialdemokraten)
15 Sitze = 10,00% Rechtspopulisten (keine vergleichbare Partei)
15 Sitze = 10,00% Die Linke
13 Sitze = 8,67% CDU (Christdemokraten)
12 Sitze = 8,00% Linksliberale (keine vergleichbare Partei)
15 Sitze = 10,00% Sonstige

Gewinne und Verluste:
FDP: + 10 Sitze =6,67%
SPD: + 9 Sitze =6,00%
Rechtspopulisten: -9 Sitze =6,00%
Linke: +/-0
CDU: -8 Sitze = 5,33%
Linksliberale: +2 Sitze =1,33%

VORBEI NF34

Montag 6.15 Uhr
Auf dem Bahnsteig
Auf den Zug nach Essen wartend

Eine Frau kommt.
In meinem Alter
Gebräuntes Gesicht
Kurze Frisur
Blondiertes Grauhaar

Helle Lederjacke
Sandfarbener Rock
Große Muschelkette
Quietschbunte Strandtasche
aus Plastik.

Sie hat noch nicht begriffen
das der Urlaub vorbei ist.
Wieder eine die dem Alltag
nichts abgewinnen kann