backblog NF33

Bin zurück und ratlos. Dieses Jahr das mit einem Krankenhausaufenthalt begann ist bis jetzt nicht mein Freund. Nichts lief wie geplant, unangenehme Überraschungen gab es einige, darunter mein gehackter twitter account. Darüber hinaus gibt es im digitalen Leben Entwicklungen die mir nicht behagen.

So nehme ich schon seit längerer Zeit wahr das die Mehrzahl meiner Blogfreunde auf dieser Plattform nicht mehr so aktiv sind dafür aber ein munteres „Zweitleben“ bei facebook führen. Vorwürfe kann ich Ihnen nicht machen. Ich selber habe mich nach langem Zögern entschlossen dort eine „Zweigstelle“ einzurichten. Grund dafür ist, das ich hoffe auf diese Art und Weise Leser für mein weblog zu interessieren. In meiner Familie klappt das schon. Die nächste Generation hat meine Blogeinträge erst wahrgenommen als ich per „facebook“ auf sie hinwies. Dennoch werde ich das Gefühl nicht los das „Bloggen“ bei weitem nicht mehr so populär ist wie noch vor einigen Jahren. Der Reiz des Neuen, der folgende „Hype“, das Gefühl, im Mittelpunkt der Welt zu stehen, mit einem Schlag viele neue Möglichkeiten zu haben – all dies ist dem Alltag gewichen.

Dazu kommt das Bloggen in der Form wie ich es lange betrieben habe anstrengend ist und Zeit kostet. Drei Einträge pro Woche schreiben wollen, dauerhaft eine vierstellige Besucherzahl pro Monat anstreben – das ist mit dem real life nicht zu vereinbaren. Ich zumindest bin zeitweilig zum Sklaven meines blogs geworden.

Der Lyriker Peter Rühmkorf schrieb in einem seiner Gedichte :
„…wer nicht lieber lebt als schreibt, kann das Dichten auch gleich aufgeben.“
Wenn man statt „Dichten“ „Bloggen“ einsetzt stimmt es auch.

Um weiterbloggen zu können, um die Menschen nicht zu verlieren die ich durch dieses Medium kennen und schätzen gelernt habe muss ich für mich das Bloggen neu erfinden, digitalsprachlich formuliert: Ich bin auf der Suche nach meinem „privaten“ blog 2.0

Es ist Zeit für Experimente. Ich verzichte bewusst auf das Profilbild und auf ein Motto, will mich selber etwas „zurücknehmen“. Ich werde versuchen, dieses blog eher als „Journal“ zu führen – was ausführlichere Texte nicht ausschließt. Es wird nicht mehr jede Woche ein Mittwochsbild geben, dafür vielleicht mal drei oder vier kurze „twitterhafte“ Einträge pro Tag oder auch einmal ein oder zwei Wochen gar keinen Eintrag.

Ich würde mich freuen, wenn ihr dieses Experiment verfolgen würdet. Ich schreibe mehr für euch als für mich. Dieses weblog lebt dank eurer Wahrnehmung und Reaktion. Bleibt mir nah. Gönnt mir gelegentlich einige Minuten eurer wertvollen(!) Zeit. Ich weiß es zu schätzen.

PS: Es gibt einen wikipedia Eintrag zu Peter Rühmkorf und schon für 3,60 € kann man als reclam Heft den Gedichtband „Der Kuss der Erkenntnis“ erwerben. Gut geeignet als Einstiegsdroge!

Das Mittwochsbild (67) NF30

Grün Orange

Spielerei in Grün und Orange. Diese Farben liebe ich in allen Variationen.

Apropos Orange: Der Film „Sommer in Orange“ von Marcus H. Rosenmüller schildert die Gschichte einer Frau die Anfang der 80er in Berlin in einer Sannyasin-Kommune lebt. Ihr Freund erbt einen Bauernhof und die Kommune zieht in die bayrische Provinz. Konflikte mit den Alteingesessenen sind vorprogrammiert.
Die Geschichte wird aus der Perspektive der Tochter erzählt:

Das (verspätete) Mittwochsbild (65) NF28

Harem

Ecke Ringstraße / Hauptstraße in Gelsenkirchen, da wo es zum Markt lang geht.
Früher gab es hier eine größere „gutbürgerliche“ Gaststätte, danach eine Pizzeria, danach ein Spanisches Restaurant , gefolgt von einem türkischen Fischrestaurant.Gastronomie ist ein schwieriges Geschäft.

Nun also der „Harem“ – ein orientalisches Cafe. Hineingetraut habe ich mich noch nicht aber durchs Fenster geschaut. Was sah ich? Gut ein Dutzend junger Männer, die meisten mit ihren Mobiltelefonen beschäftigt. Meine Vorstellung von einem Harem ist eine andere….

Dennoch wünsche ich den Betreibern mehr Glück und Erfolg als ihren Vorgängern und wenn man dort telefonieren darf kann man sicher auch ein laptop mitbringen.