Pinterest NF 46

Wie meist am Sonntag lange im Bett gelegen. Papiernes Magazin durchgeblättert. Artikel über Pinterest gefunden und gelesen. Soll das neue große Ding nach facebook sein. Wahnsinnige Zuwächse bei den Nutzerzahlen. Spezialität: 79% der NutzerInnen sollen Frauen sein.
Ich greif mein Netbook, rufe die Pinterest website auf und glaub es sofort. Es gibt Pinnwandeinträge mit Hinweis auf Gymnastikseiten (Ich weiß jetzt das Hüftspeck auf Englisch „love handles “ heißt). Es gibt Pinnwände voll von schönen Männern:
http://pinterest.com/pin/194428908884801480/
und es gibt Anleitungen wie man einen Ying und Yang Kuchen herstellt: http://pinterest.com/pin/109564203406349159/
Alles meist auf Englisch aber schöne Bilder – und downscrollen kann man stundenlang……

Schade…… NF 45

….um Depardieu. Kenne ihn noch aus Truffaut Filmen. War mal ein guter Schauspieler.
Der Witz ist auch das der französische Film staatlicher seits stark gefördert wurde. Nicht nur finanziell. Bis in die 80er Jahre durfte das Fernsehen in Frankreich Samstags keine Spielfilme zeigen. Die Leute sollten ins Kino gehen.
Depardieu hat seine Karriere und sein Geld im wesentlichen staatlicher Förderung zu verdanken.
Er beißt nun die Hand, die ihn füttert.

Nach dem Jahreswechsel NF44

Das war das lauteste Silvester seit ich diesen Tag bewusst wahrnehme. Wahrscheinlich wegen des illegalen osteuropäischen Feuerwerks („Polenkracher“) das auf den allseits bekannten von den Behörden anscheinend ignorierten Hehlermärkten verkauft wird. Hört sich an wie Artillerie. Silvester künftig mehr laut als bunt? Das würde mir nicht gefallen.

Ich beteiligte mich mich mit 10 Raketen am globalen Feuerwerk. Es regnete; es war windig – alles jedoch besser als – wie im Vorjahr – die Geschehnisse lediglich aus dem Fenster eines hochgelegenen Krankenhausstockwerks verfolgen zu können.

Anschließend schaute ich in öffentlich rechtlichen Sendern bis 3.00 Uhr was die Archive an Schlagern und Popmusik hergaben. Vorwiegend 70er und 80er Jahre. Davon ist mir damals vieles entgangen weil ich entweder unterwegs war oder mit Lektüre beschäftigt.. Ich sah es mit Vergnügen: Die Frisuren, die Kleidung und das unglaublich steife, um Distanz bemühte Studiopublikum. Es war beeindruckend und das ist nicht nur ironisch gemeint. .

Zwischenzeitlich warf ich einen Blick auf Obamas tweets zum fiscal cliff an. Ein Präsident der die Öffentlichkeit während der Verhandlungen mit 7 Nachrichten über seine Haltung informiert – das beeindruckt mich. Bei uns reicht es nur zu fragwürdigen Neujahrsansprachen.

9.00 Uhr gab es das erste Frühstück des Jahres. Danach zurück mit der Frau in die Federn, lesen, surfen, schreiben…… Das Jahr fängt gut an.

Der Tod einer Zeitung NF 42

Am Montag den 21 Februar 2000 sprintete ich frühmorgens vor der Arbeit zum Kiosk in der Rüttenscheider Straße (Essen)um die erste FTD zu kaufen.Ich habe die Zeitung noch.Ich habe
sie all die Jahre geschätzt, besonders die Artikel die sich mit Volkswirtschaftlichen Fragen befassten und die Agenda am Wochenende.

Das letzte Exemplar kaufte ich vergangenen Freitag (7. Dezember). Seitdem ist die Financial Times Deutschland“ Geschichte. Mir fehlt seitdem etwas – und nicht nur mir. Im NDR lief
kürzlich eine Reportage über die letzte Woche der FTD. Als jemand der selber 2004 für 16 Monate arbeitslos wurde sind mir die Tränen gekommen. Besonders als Michael Prellberg von seiner Schlaflosigkeit berichtete (ab Minute 14.20). Für mich ein Deja vu Erlebnis.

Ich selber bin oft genervt wenn mir per blog ein Video empfohlen wird das fast eine halbe
Stunde dauert. Ich hab so etwas auch bisher noch nicht gemacht. Dieses liegt mir am Herzen:

http://www.ndr.de/regional/hamburg/ftd155.html

Noch einmal ein Nachmittag…… NF39

……an dem man auf dem Balkon sitzen konnte, eine Java Zigarre rauchend die eine Freundin aus Indonesien mitgebracht hat, Kräutertee trinkend und mit Blick auf diesen Baum:

2012-10-21 12.50.10

Vielleicht war das der letzte schöne Herbsttag

Es gibt übrigens einen sehenswerten Film gleichen Namens:

http://www.youtube.com/watch?v=H7LTwBHIWFw

Sonntagnachmittag NF 38

Spät aufgestanden
Prokastiniert
Viel Tee getrunken
Dann doch den Brief geschrieben
der lange fällig war.

Danach zum Friedhof
Die Gräber der Grosseltern
und Eltern
vom Laub befreit

Weiter zum Grab der Schwester
die mir fehlt
Nicht die Zwanzigjährige
die lange tot ist
sondern die Mittfünfzigerin
die sie nicht werden durfte

Wie es wohl wäre
säße sie mit mir hier
auf dieser Friedhofsbank?