Abnehmen Teil 5 NF11

Eigentlich ist alles gesagt, dennoch an dieser Stelle einige – wie ich hoffe hilfreiche – ergänzende Hinweise zum Thema „Abnehmen“:

DIE PARTNERIN/DEN PARTNER EINBINDEN
Meine Frau kocht – wie schon des öfteren erwähnt – gerne und gut und wie mir alle des Kochens Kundigen (ich gehöre nicht dazu) versichern braucht man „Mindestmengen“ damit es funktioniert. Außerdem ist nicht auszuschließen das Hunger einen Menschen unerträglich macht. Also: Von vornherein um Nachsicht ersuchen und um Verständnis werben. Bei mir hat das bisher funktioniert.

SPORT
Regelmäßig Sport treiben war einer von den beiden guten Vorsätzen zu Beginn des neuen Milleniums. Der Grund: Den 47jährigen der ich damals war plagten die altersüblichen Rückenschmerzen. Ich baute ein seitdem mehrfach modifiziertes Gymnastik- und Hantelprogramm in das tägliche Leben ein. An mindestens 5 von 7 Wochentagen trainiere ich täglich 20 Minuten.
Außerdem „walken“ meine Frau und ich 1-2 mal die Woche – vorzugsweise an
Wochenenden – 3 bis 5 Kilometer.
Diese sportliche Betätigung hat jedoch nicht verhindert, das ich stetig zunahm.Deshalb das eindeutige Urteil: Die Rolle des Sports beim Abnehmen wird überschätzt. Wer so etwas nicht gerne macht sollte sich diese Qualen ersparen. Es bringt wenig.

WENIG ESSEN STÄRKT DIE GENUSSFÄHIGKEIT
Bei geringeren Menge wird der Genuss intensiver empfunden
Wer das zweite Schnitzel, das dritte Brötchen (Schrippe, Rundstück), das vierte Bier nicht isst beziehungsweise trinkt tut sich nicht nur was das Abnehmen betrifft einen Gefallen; sie/er erhält sich auch die Fähigkeit, die jeweiligen Nahrungsmittel überhaupt weiter geniessen zu können. Ich glaube die meisten von uns kennen das Gefühl sich mit einem „Nahrungsmittel“, das man gerne mag derartig vollgestopft zu haben das man hinterher meint; es manchmal sogar laut sagt: Davon habe ich mindestens für das nächste halbe Jahr genug. Man weiß eben dasjenige was stets verfügbar ist nicht zu schätzen. Noch mal deutlich: Es gibt kein besseres Argument für Selbstdisziplin als den Erhalt der Genussfähigkeit!

VISUALISIEREN
Es hilft wenn man sich „vor Augen führt“ wie viel man abgenommen hat. Nach dem ersten Kilo nahm ich ein Kilopaket Zucker aus dem Vorratsschrank, wog es in der Hand und sagte – wiewohl allein – zu mir: So viel hast du an Gewicht verloren! Nach dem zweiten Kilo nahm ich noch ein Kilopaket Mehl hinzu. Für die fünf Kilo ging ich extra in den Baumarkt und griff mir eine 5kg Tüte Fugenfüller und um den 10kg Verlust „begreifbar“ zu machen musste die gefüllte 10 Liter fassende Gießkanne auf dem Balkon herhalten. Solches sehen und wiegen stärkt den Willen weiterzumachen ungemein.

MOTIVATION
Was nicht hilft: Eine bestimmte Kilo-Zahl abnehmen und /oder ein bestimmtes Gewicht erreichen wollen. Hier sind die Grenzen der Abstraktion erreicht. „Dürre Zahlen“ helfen nicht. Bessere Ziele beziehen sich auf erlebbare oder symbolträchtige Zustände. Mein erstes Ziel war: Die vorhandene Kleidung soll wieder passen. Als nächstes nahm ich mir vor: „Ich will kein Zwei-Zentner-Mann mehr sein“ und jetzt wo das auch das erreicht ist gibt es noch ein letztes Ziel: 1994 heiratete ich. Bei diesem Anlass kaufte ich mir den teuersten Anzug meines Lebens, einen wunderschönen anthrazitfarbenen Zweireiher. Leider
gab es nur einen davon und der war schon damals etwas zu klein. Er wurde deshalb „ausgelassen“. Das ging jedoch nur einmal. Ich trug ihn auch nur dieses eine Mal zur Hochzeit. Danach passte er nicht mehr, im Kleiderschrank hängt er aber noch und ein oder zwei mal im Jahr versuche ich ihn anzuziehen – lange Zeit mit depriemierendem Ergebnis. Seit April habe ich jedoch wieder Hoffnung. Ich schätze 2 kg brauche ich noch bis er wieder passt; das will ich noch erreichen. Allein die Vorstellung, die Geschichte des Anzuges bei passenden Anlässen erzählen zu können motiviert mich ungemein. Danach werde ich – was mein Körpergewicht betrifft – keine Ziele mehr haben außer: Den „Besitzstand“ wahren, das „Vermögen“ aber keinesfalls „mehren“.

Das ist nun aber auch wirklich alles was ich zum Thema „Abnehmen“ zu sagen habe. Ich würde mich freuen wenn die eine oder andere Anregung hilfreich war . Jede/Jeder muss den eigenen Weg finden – aber lernen kann man immer.

Abnehmen Teil 3 NF7

Was ich heute schildere lässt sich in der Regel sicher nicht 1:1 nachahmen. Es ist auch nicht als Rezept oder System gedacht. Jeder hat seinen Lebensrythmus. Der meine ist nicht unwesentlich durch berufsbedingtes frühes Aufstehen geprägt. Ich hoffe es lassen sich dennoch Anregungen finden und das eine oder andere Element in den eigenen Tagesablauf einfügen. Meiner sieht in Bezug auf die Nahrungsaufnahme folgendermaßen aus:

Erstes Frühstück zuhause um 5.30 Uhr
Zwei Scheiben Brot, in meinem Fall Kassler oder Warburger, belegt mit Tomaten, Schinken, Honig. Ein kleines Stück Käse. Eine Tasse Tee, ein halbes Glas Orangensaft.

Zweites Frühstück in der Firma um 9.00 Uhr
Vier Scheiben Brot mit Wurst, Schinken oder Käse. Dazu schwarzer Kaffee ohne Zucker.

Mittag 12.00 Uhr
Ein Apfel, Zwei Möhren dann folgt:

The long run

Nachmittags kommt das Hungergefühl. Normalerweise reagiere ich darauf mit dem Verzehr einer Tafel Schokolade oder suche im Bahnhof einen Imbiß auf.
Nun ertrage ich es. Zunächst mit Mühe, bald aber gelassen. Ich stelle
mir dieses Hungergefühl als ein „zehren“ des Körpers von der überreichlich vorhandenen „Substanz“ vor. Jetzt in diesem Moment nimmst du ab sage ich mir, wenn der Magen sich Nachmittags meldete. Das geht so weit das ich die Wartezeit auf den Bahnhöfen bewußt in der Nähe der Pizzerien und Fastfoodläden verbringe, die Gerüche der nun verbotenen Speisen ganz bewusst wahrnehme. Gegessen wird allerdings erst wieder…
…nach 18.00Uhr: Warmes Abendessen
Das ist die grösste Mahlzeit des Tages. Meine Frau bereitet mir etwas zu.
Etwa ein Schnitzel mit Gemüse und Kartoffeln, Spagetti, etwas Asiatisches etc. Ich esse mit grossem Appetit.

Bleibt noch zu erwähnen das ich den Nachmittag über nichts esse, jedoch literweise Kräutertee oder auch schwarzen, weißen, grünen Tee trinke.
Mal mit, mal ohne Süßstoff.

Das ist der Alltag. Am Wochenende gilt ein anderer Plan. Da wird zugelangt. Es beginnt am Samstag Morgen mit einem opulenten Frühstück. Samstags kocht meine Frau auch aufwändig (und gut!) an diesem Tag trinke ich: Je nach Jahreszeit: Bier, Weißwein – jetzt in den dunkler werdenden Tagen auch schon einmal eine ganze Flasche Rotwein. Fritten, Chips und Cola bleiben natürlich tabu Sonntagmorgen wird dann noch einmal ausgiebig gefrühstückt. Danach ist Schmalhans wieder Küchenmeister.

So lebe ich nun bereits seit April. In der nächsten Woche geht es um Zahlen (“Fakten! Fakten! Fakten!”)

Hier geht es zu Teil 4:
http://www.manfredkonradt.de/2011/10/29/abnehmen-teil-4-nf9-12087099/

Zwei Mittwochsbilder (49) NF6

Egger-Bier

Dieses Foto habe ich im März dieses Jahres schon einmal als Mittwochsbild
verwendet. Es zeigt einen feisten, selbstzufriedenen Menschen der sich über eine Flasche Bier freut. Das war seinerzeit in Ordnung. Ich fühlte mich wohl. Anlass zu Reue sehe ich nicht.

Dennoch sah ich mich kurz nach Enstehung dieses Fotos gezwungen meine Nahrungsaufnahme zu reduzieren. In der vergangenen Woche trug ich zufällig denselben olivgrünen Pulli. Da kam mir spontan der Gedanke, mich vor derselben Lärchenwand wie damals noch einmal fotografieren zu lassen. Sieben Monate nach dem ersten Bild bin ich 12kg leichter und sehe nun so aus:

Oktober 2011

Abnehmen Teil 2 Blog NF 5

Ich machte mich also ans Abnehmen. Darüber wusste ich einiges. Wie schon erwähnt versuchten meine Mutter und meine Schwester mit immer neuen Diäten ihr Gewicht zu verringern. Unnötigerweise wie ich fand und fast immer erfolglos. Ich musste einen anderen Weg finden. Was ich nicht wollte waren:

-„Systematischen“ Diäten
-Methoden die bestimmte Nahrungsmittel bevorzugten
und andere ausschlossen.
-Nahrungsergänzungmittel, Diätdrinks oder Medikamente.

Dies alles schloss ich von vornherein aus.

Am Anfang stand eine harte Entscheidung. Drei Produkte die mir lieb waren und die ich in nicht geringen Mengen zu mir nahm wurden für immer verbannt.
künftig würde ich

Keine Pommes Frites
Keine Kartoffelchips und
Keine zuckerhaltigen Limonaden

mehr essen oder trinken. Das sollte für immer vorbei sein. Ich habe das bis heute durchgehalten. Es ist mir weniger schwer gefallen als ich anfangs vermutete.

Nach diesen „Ausschlüssen“ ging es an die Reduzierungen:

Schokolade: Wochenverbrauch: 300 – 500g, zur Weihnachtszeit auf mehr als 1000g ansteigend. Hier hieß die Devise Riegel statt Tafeln. Auch dies nicht weiter schwierig. Heute liegt mein Wochenbedarf unter 100g.

Bier: Umstellung von 0,5l auf 0,3l Flaschen. Ich führte drei alkoholfreie Tage pro Woche ein, oft kam ein vierter oder fünfter ungeplant hinzu. Der Monatsverbrauch sank von schätzungsweise 10 – 15l auf unter 5l .

Wie bereits erkennbar wird handele ich nach dem Grundsatz: Fast alles ist erlaubt aber alles muss auch reduziert werden. Nicht unbedingt auf die Hälfte
aber spürbar. Das galt für alle Nahrung die ich zu mir nahm. Die Mengen mussten auch überprüfbar sein. Deshalb führte ich feste Essenszeiten und Mengenvorgaben ein. Darüber in der kommenden Woche mehr.

Hier geht es zum dritten Teil:
http://www.manfredkonradt.de/2011/10/23/abnehmen-teil-3-nf7-12055761/

Ich schreibe wieder BLOG NF1

 

Mehr als ein halbes Jahr lang hat es auf diesem weblog keinen

Eintrag gegeben. Nun geht es weiter. Die Pause hat mir gut

getan. Ich habe mein “Schreiben” hinterfragt. Habe ich etwas zu

sagen? Spielt Eitelkeit eine zu große Rolle? Schätze ich meine

Möglichkeiten richtig ein? Eindeutige Antworten fand ich nicht .

Die Lust aufs Bloggen ist mir jedoch nicht vergangen – und

Resonanz gab es bisher auch – also schreibe ich wieder.

Ich habe mich entschlossen wenig zu verändern. Es wird

weiterhin ein “Mittwochsbild” geben – als “Fixpunkt” für die

Leserin und den Leser – und für mich als eine Art Rettungsring.

Es kommt ja vor das man nichts zu schreiben weiß; ein gutes

optisches Motiv und zwei bis drei Sätze dazu finden sich jedoch

immer. Ansonsten möchte ich mich weiterhin nicht auf eine bestimmte

Thematik festlegen. Mein Leben und meine Entwicklung werden

wie bisher eine Rolle spielen, aktuelles Geschehen ebenfalls.

Was also ändert sich eigentlich?

Natürlich gibt es ein neues Profilbild. Wieder von meiner

Hausfotografin Frau “wirrkopf” der ich hier noch einmal

herzlichen Dank sagen möchte. Ich habe immer noch den

Anspruch das mein Profilbild “realistisch” sein soll. Dem wird

dieses Foto gerecht. Die Farbe “Grau” spielt mittlerweile eine

dominante Rolle, die Brille ist nicht mehr randlos sondern aus

robustem Edelstahl, das Doppelkinn nicht mehr so ausgeprägt.

Auch das Motto ist neu. Das Faust-Zitat “ich bin zu alt, um nur

zu spielen, zu jung, um ohne Wunsch zu sein” passt nicht mehr

zu einem Menschen im 59sten Lebensjahr. “Jung sein” – das ist

endgültig vorbei. Da will ich mich keinen Illusionen hingeben.

Nun ist ein zähes verteidigen der körperlichen Fähigkeiten und

der wie auch immer erworbenen Lebensqualität angesagt.

Ein Kampf, der am Ende nur verloren gehen kann –

aber späte Siege gibt es dennoch.

Das neue Motto stammt aus dem Grimmschen Märchen “Die

Bremer Stadtmusikanten” dessen Lektüre ich empfehle. Hier geht

es zum Text: http://tinyurl.com/5u5bhv4

Auch Tante wiki weiss – wie so oft – erhellendes zu berichten:

http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Bremer_Stadtmusikanten

 

“Etwas besseres als den Tod findest du überall” – das ist ein

Weckruf. Eine Aufforderung, nicht zu resignieren sondern sich zu

wehren, noch einmal Herausforderungen zu suchen, das Leben

zu genießen und sich und andere in Erstaunen zu versetzen.

 


Kommen wir noch zum geschrumpften Doppelkinn das

gleichzeitig als Beispiel für einen kleinen, späten Sieg dienen

kann. Seit April habe ich 11 Kilo abgenommen. Hätte mir

jemand prophezeit das ich in meinem weblog jemals über

Gewichtsabnahme schreiben würde – ich hätte ihn einen

Scharlatan gescholten. Andererseits ist mir bewusst, das dies

ein Thema von öffentlichem Interesse ist und da ich zwar nicht

glaube die ultimative Diät entwickelt zu haben, mir andererseits

aber vorstelle das meine Erfahrungen für andere hilfreich sein

können werden sich die Einträge der kommenden Wochen mit

dem Thema “Abnehmen” befassen.

Ich hoffe auf euer Interesse und bin für Anregung und Kritik

offen. Herbst und Winter sind gute Jahreszeiten fürs Lesen.

Schenkt mir ein wenig von eurer Zeit. Ich wäre dankbar dafür.

Nächstes Mittwochsbild: Mittwoch 05.10.2011
Nächster Eintrag: Freitag 08.10.2011