Niederschlag und Steuern (Blog 368)

Samstagmorgen kurz vor 7.00 Uhr. Lautstarker Niederschlag weckt uns. Aufgestanden, zum Fenster gegangen, Rolladen vorsichtig etwas hochgezogen: Schock! Alles ist wieder weiß.

Also wieder – wie an den meisten Wochendenden seit Dezember – Schnee räumem. Der schon fortgestellte Besen wird aus dem Keller geholt und dann geht es hinaus. Aber es ist halb so schlimm. Es war nur ein Graupelschauer dessen Spuren sich schnell und einfach hinwegfegen ließen:

Graupel

Genau umgekehrt ist es mit den Steuerformularen. Da gibt es wider Erwarten Schwierigkeiten. Zwei Stunden hatte ich einbgeplant, muß aber feststellen, das sich gegenüber dem Vorjahr einiges verändert
hat und die Arbeit deshalb bis in den Nachmittag hinein währt.

Es fängt damit an, das ich nun neben meiner Konto Nummer auch IBAN (Internationale Bankkontonummer) und BIC (Inernationale Bankleitzahl – braucht die Firma SWIFT um dem amerikanischen Geheimdienst Zugriff auf meine Überweisunsdaten zu verschaffen) angeben soll. Ich stutze zunächst, nehme dann aber wahr, das diese Nummern auf den Kontoauszügen stehen was mir bisher nie aufgefallen war. Auch die Frage, ob ich „nachhaltig“ (?) Geschäftsbeziehungen zu Banken im Ausland unterhalte ist mir neu.

Dann die erste wesentliche Neuerung. Es gibt eine neue Anlage „Vorsorgeaufwand“. Alle Fragen zu zusätzlichen Kranken-, Lebens-, und Rentenversicherungen sind aus dem Hauptbogen hinausgenommen worden und müssen nun hier beantwortet werden. Die alte Anlage AV ist ebenfalls abgeschafft.

Was mir noch auffällt: Im Hauptbogen fehlt bei der Angabe der Kapitalerträge zum ersten Mal der Hinweis darauf, das wenn diese Erträge die Höhe des Freistellungsauftrages nicht überschreiten keine weiteren Angaben gemacht werden müssen. Muß ich jetzt etwa alle Erträge aufführen? Ehrlich gesagt, ich weiß es immer noch nicht. Die Erläuterungen zur fraglichen Zeile in der Anleitung zur Einkommenssteuererklärung verstehe ich nicht.

Noch eine Premiere: Erstmalig soll, wer für die Fahrt hin und zurück zur Arbeitsstelle öffentliche Verkehrsmittel nutzt die Kosten dafür auf den Euro genau angeben. Das ist bei mir relativ einfach da ich nur die Kosten des Tickets eintrage. In anderen Fällen ist es wohl mühsamer.

Bleibt zuletzt noch die Frage weshalb den zugesandten Unterlagen
alle Vordrucke beigefügt worden sind mit denen ich mich als „Kleingewerbetreibender“ registrieren lassen kann, die Anlage SO aber weiterhin fehlt und heruntergeladen werden muß.

Inzwischen habe ich erfahren das das Gesetz, dem wir diese zeitraubenden Änderungen verdanken den Namen „Bürgerentlastungsgesetz“ trägt. Wenn Entlastung so aussieht, dann graut mir vor dem angedrohten „ einfachen, niedrigen und gerechten Steuersystem“. Mir schwant das im im kommenden Jahr für die Steuererklärung professionelle Hilfe in Anspruch nehmen muß.

Fazit dieses Wochendes: Bürokraten und Winter sind weiterhin eifrig bemüht, mir das Leben schwer zu machen. Auch am heutigen Sonntag war um 7.00 Uhr wieder alles weiß und es war schlimmer als gestern. Schwerer, matschiger Schnee für den der Besen nicht reichte und unter dem sich hartnäckige glatte Stellen fanden.