Zwei Mittwochsbilder (49) NF6

Egger-Bier

Dieses Foto habe ich im März dieses Jahres schon einmal als Mittwochsbild
verwendet. Es zeigt einen feisten, selbstzufriedenen Menschen der sich über eine Flasche Bier freut. Das war seinerzeit in Ordnung. Ich fühlte mich wohl. Anlass zu Reue sehe ich nicht.

Dennoch sah ich mich kurz nach Enstehung dieses Fotos gezwungen meine Nahrungsaufnahme zu reduzieren. In der vergangenen Woche trug ich zufällig denselben olivgrünen Pulli. Da kam mir spontan der Gedanke, mich vor derselben Lärchenwand wie damals noch einmal fotografieren zu lassen. Sieben Monate nach dem ersten Bild bin ich 12kg leichter und sehe nun so aus:

Oktober 2011

Das Mittwochsbild (46)

Egger-Bier

Irgendwann habe ich sicher mal erwähnt, dass wir Holzwerkstoffe des österreichischen Herstellers Egger verkaufen. Ob es eine Verflechtung mit der österreichischen Brauerei Egger gibt weiß ich nicht. Jedenfalls traf heute ein Kasten Egger-Bier bei uns ein. Konkret: Märzenbier

Das kommt mir gelegen. Heute spielt Schalke in München gegen die Bayern und es spricht nicht wenig dafür, dass ich zu später Stunde des alkoholischen Trostes bedarf. Es gibt aber noch eine geringe Chance das ich Grund zur Freude habe – dann passt es auch.

„Premiumqualität aus Österreich“ steht auf der Flasche. Ich werde es prüfen und einen Biertest schreiben. Der wird noch diese Woche im Bierkultblog meines Freundes Remo veröffentlicht.
PROST!

Bier mit Barack ( Blog 313)

Die Erkältung war zwar leicht abgeklungen aber ich fühlte mich noch recht schwach.Vor dem Laptop sitzend war ich eingedöst. Die Hände verharrten bewegungslos auf der Tastatur, das Kinn war auf die Brust hinabgesunken, die Augen geschlossen – da schellte es.

Ein Bote brachte ein Paket auf dem eine Zollbescheinigung klebte. Ich öffnete es ahnungslos und war doch sehr überrascht über den Gast der ihm entstieg:

http://www.blog.de/media/photo/obama_1/3083443

Er wolle seine letzten freien Tage nutzen erklärte er. Im nächsten Jahr müsse er diesen wahnsinnig anstrengenden Job antreten. Er habe zunächst einen Vertrag für 4 Jahre und es zeige sich ja nun das es noch schwerer werden würde als vermutet. Er müsse sich ja nun auch zwangsweise für untergehende Industrieregionen interessieren und sei dabei eher zufällig auf das Ruhrgebiet und auf mein weblog gestoßen. Im vergangenen Sommer habe es ihm in Deutschland gut gefallen obwohl „diese Pastorentochter“ ihn nicht vor dem Brandenburger Tor habe reden lassen wollen um so mehr habe ihn das Interesse der Menschen überrascht.

Ich ließ ihm die Wahl zwischen Tee und Bier; er wählte letzteres. Dann schilderte ich ihm die Geschichte des Ruhrgebietes seit Beginn der Kohlekrise Ende der 50er Jahre, erzählte von selbstgefälligen Industriellen, von deren Kumpanei mit kurzsichtigen Gewerkschaften die immer nur die Interessen ihrer Branche und ihrer Mitglieder im Auge gehabt hätten und denen der Rest der Welt immer noch egal sei und natürlich von Politikern, die nicht über den Tellerrand hinaus blicken wollten obwohl sie es besser wüßten. Er hörte mir zu, nickte und ich meine er hätte „…wie in Detroit“ vor sich hin gemurmelt.

Er blickte auf die Uhr. Leider müsse er weiter. Links des Rheines warte noch ein weiterer Blogger auf ihn von dem er mehr über den eitlen Zwerg der dort regiere erfahren wolle und Weihnachten müsse er bei der Familie sein, sonst gäbe es schrecklichen Ärger (ich nickte wissend). Auf George Bush war er auch nicht gut zu sprechen weil dieser ihn zu einem Zeitpunkt kurz vor der Amtsübergabe noch zu einem gemeinsamen Essen mit allen noch lebenden ehemaligen Präsidenten (Carter, Bush sen., Clinton) eingeladen habe. Er lasse sich ungern von diesen Zombies die Zeit stehlen. Nein , über Hillary wolle er jetzt nichts sagen.

Ich versuchte noch, meiner Bewunderung Ausdruck zu geben, erzählte, das ich – solle ich jemals nach Chicago kommen, seinen Herrenausstatter aufsuchen würde um dort vom bis dahin hoffentlich Ersparten auch einen solchen Anzug:

http://www.ftd.de/lifestyle/luxus/Das-will-ich-auch-Die-Silhouette-von-Barack-Obama/433306.html

zu erwerben. Ich wollte noch vieles sagen, Ratschläge erteilen, warnen, Glück und Erfolg wünschen…als ich erwachte.

Meine Frau schickte mich ins Bett: Krank sei ich und bloggen müsse man nicht jeden Tag. Recht hat sie.

Obama 2

Die verschwundene Brauerei (Blog 304)

Bier – das war in meiner Kindheit und Jugend Glückauf-Bier. Nicht das ich zu dieser Zeit schon Bier getrunken hätte. Das kam erst viel später; aber die Glückauf Brauerei lag in unserem Stadtteil. Wenn meine Schulklasse im Sommer auf dem Weg zum Sportplatz war, mußten wir sie zwangsläufig passieren. Die Nase nahm den für Brauerein typischen Geruch wahr den man entweder mag oder furchtbar findet. Ich mochte ihn. Außerdem führten die meisten der damals noch zahlreich vorhandenen Eckkneipen Glückauf Bier. Das Grüne G dominierte; ganz selten nahm man einmal das schwarzgoldene U wahr. Glückauf war eine der größeren Brauerein des Ruhrgebiets. Sie wurde noch zu Anfang der 70er Jahre an der Düsseldorfer Börse notiert, dann von DUB Schultheiss übernommen und ging letztlich in Brau und Brunnen auf. Es folgte die Einstellung der eigenen Brautätigkeit. Man füllte noch eine Zeit lang Einwegflaschen ab die bei ALDI verkauft wurden. 1980 kam das endgültige Ende. Die Brauereigebäude wurden abgerissen. Heute steht auf Teilen des Geländes ein Altenheim – was man als sinnbildhaft für die Entwicklung des Ruhrgebietes ansehen kann: Industriebetriebe weichen Wohnstätten für alte Menschen.

Was ist von dieser Brauerei geblieben ? Sehr wenig. Nicht einmal an den Geschmack des Bieres vermag ich mich zu erinnern. Geblieben sind ein kurzer wikipedia Eintrag („Glückauf Brauerei“) und Bleiglasfenster. …..Bleiglasfenster ?

Bleiglasfenster – auch hier verweise ich auf den gleichnamigen wikipedia Eintrag -bestehen aus in Bleiruten eingefassten Flachglasstücken. Die Fensteröffnungen der gotischen Kathedralen des Mittelalters wurden mit ihnen ausgestattet, aber auch die Fenster der Ruhrgebietskneipen in den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Hier ein Beispiel:

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Das stilisierte G mit dem Pilsglas hier in einem Ausschnitt:

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entstand in den 60er Jahren. Es gibt noch ein älteres Logo das nur noch sehr selten anzutreffen ist:

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GBG steht wohl für Glückauf Brauerei Gelsenkirchen, im Zentrum die seinerzeit unvermeidbare Bergmannslampe. Hier noch einmal das ganze Fenster:

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und hier noch als Gruß an meine Dortmunder Freundin „prankenblümchen“ und natürlich an Remo ein weiteres Motiv:

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Weshalb ich der Glückauf Brauerei an dieser Stelle ein kleines Denkmal setze: Ich habe ihr etwas zu verdanken. Ihr Ende war für mich ein Anfang. Als es näher rückte schrieb ich für eine heute nicht mehr existierende Stadtteilzeitung meinen ersten Artikel , der in einem Printmedium veröffentlicht wurde. (Blogs gab es leider noch nicht, Print tut es zur Not halt auch). Es ging um die Zukunft der Glückauf Brauerei. Er ist leider nicht mehr erhalten aber die headline, die habe ich noch im Gedächtnis. Sie lautete: „Dreht man uns den Bierhahn zu?“
Prost !

As the evening sky grew red…..(Blog 257)

Abendrot

So einen schönen Blick hatte ich am vergangenen Samstagabend von meinem Balkon aus Richtung Westen und ich freute mich schon auf den angesagten sonnigen Tag. Sechzehn Grad waren angesagt.
Es kam anders. Die Sonne ließ sich zwischen Ruhr und Emscher kaum sehen und das Thermometer begnügte sich mit 10 Grad Celsius.

Nun hätte man die Zeit zum bloggen nützen können, aber eine innere Stimme sagte mir: „Gut jetzt, geht auch morgen noch, faulenze!“ Das tat ich dann auch.

Bei der Entspannung können auch bestimmte Getränke hilfreich sein und da passte es gut, dass ich schon tags zuvor festgestellt hatte, dass ein nur saisonal vefügbares Produkt dieses Jahr offenbar früher als sonst auf den Markt gelangt war. Dem Kundigen wird dieses Bild genug sagen:

Drei Bierflaschen

Und wer sich noch kundig machen will folge folgendem Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Bockbier

War kein schlechter Nachmittag.

Selbstversuche: Biertest: Newcastle Brown Ale (Blog 235)

„Tigges“ war einmal das Paradies der Biertrinker in Gelsenkirchen. Mehr als 20 Sorten gab es zu den besten Zeiten im Ausschank. Meine Erfahrungen und Kenntnisse dieses Getränk betreffend verdanke ich zu einem grossen Teil dieser Institution.

Laut Statistik haben Friedhofsfacharbeiter eines sehr hohe Lebenserwartungen, Gastwirte jedoch eine der niedrigsten. Leider traf das in diesem Fall zu. Herr Tigges erreichte nicht einmal das sechzigste Lebenssjahr. Nach seinem Tod ging es bergab mit der Gaststätte. Später stand sie Jahrelang leer.

Momentan wird versucht, sie wiederzubeleben. Es sind zwar nicht mehr so viele Biersorten im Programm, aber das Angebot ist immer noch umfangreich. Unter anderem stiess ich auf diese Gebräu:

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Newcastle upon Tyne ist eine der Partnerstädte Gelsenkirchen. Das dürfte der Grund sein weshalb dieses Bier in 550ml Flaschen bei uns angeboten wird. Ich nahm die Gelegenheit wahr, einmal ein englisches Bier zu probieren. Das irische Guinness ist mir zwar auf angenehme Weise vertraut aber die Getränke der grösseren britischen Insel hatte ich bis dahin gemieden. Menschen denen ich in dieser Hinsicht vertraue hatten mir englische Biere als schal und geschmacklos geschildert. Nun war die Gelegeheit gegeben das zu überpfüfen. Zuvor studierte ich das Etikett der Flasche. Als Indigrenzien waren angegeben:

4,7% Alkohol
Wasser, Gerste,Weizen,Mais
Glukose – Sirup
Karamel
E 150 oder möglicherweise Ei 50 ? Die Bezeichnung war nicht eindeutig zu erkennen.
Hopfen, Hefe

Die Flasche kostete stolze 4,20€. Das läßt sich auch nicht damit rechtfertigen, dass sie optisch einen guten Eindruck hinterlässt: Modisches Klarglas, altmodischen Form, wirkt gross, der blaue Stern des Etiketts kontrastiert mit dem hellorangenen Hintergrund. Der Flaschendesigner hat möglicherweise versucht sowohl die traditionelle Zielgruppe der „älteren Biertrinker“ als auch die „Becks Gold Generation“ anzusprechen.

Und wie hat es geschmeckt ? Leider hat man seitens der Brauer hier eindeutig die zweite Zielgruppe im Auge und leider bestätigten sich alle Vorurteile gegen englisches Bier. Positiv kann nur noch vermerkt werden, dass auch der ungeübte Biertrinker keine Sorge haben muss, dass diese Bier überschäumt: Ist es geöffnet , ist es auch schon verschalt. Am Hopfen ist gespart worden. Es hinterlässt einen wässerig-süsslichen Eindruck. Musste sofort nach dem letzten Schluck als Gegenngift ein gezapftes Guiness bestellen.

Fazit: Ein Bier das alle begeistern wird, die eigentlich kein Bier mögen.

Dies und das (Blog 229)

HERBST

Gestern war es soweit. Zum ersten Mal seit Mai holte ich ein langärmeliges Baumwollhemd aus den Tiefen des Kleiderschrankes hervor. Ergiebige Regenfälle, eine Temperatur die bei 8 Grad im Schatten liegt. Die T-Shirts dürften für dieses Jahr ausgedient haben.

WORTSCHÖPFUNGEN

Die Deutsche Sprache bietet viele Möglichkeiten kreativ zu werden. Nachdem meine Blogfreundin ?zuagroast? vor kurzem eher beiläufig den BLONDIERMEISTER kreiert hatte (siehe ihren Blogeintrag vom ) und ich bei einem Arztbesuch Bekanntschaft mit der ÄRZTEROLLE machen durfte (Das ist keine gymnastische Übung für Ärzte sondern…..ratet mal) flatterte mir nun das Schreiben eines hiesigen Schuhgeschäft ins Haus in welchem darauf hingewiesen wird, dass sich an einem bestimmten, nicht mehr allzufernen Tag die BEQUEMSCHUHBERATERIN der Firma XXX einfinden werde um „Fragen rund um das bequeme Gehen“ zu beantworten.

Das wäre ein Beruf für mich. Den Frauen die Pumps und Stilletos ausreden und sie für Mephisto oder Finn Comfort Schuhe gewinnen ? dieser Aufgabe würde ich mich gern stellen. Wenn die Buddhisten – was ich nicht hoffe – recht mit ihrer Vorstellung von einer Wiedergeburt haben sollten würde ich in einem künftigen Leben gern Bequemschuhberater sein wollen. Da aber alle mir bekannten Religionen Ironie hassen , Rachsucht aber schätzen würden wohl allein die letzten Sätze zur Folge haben, dass ich dieses künftige Leben als eine Art Al Bundy verbringen müsste.

BIER TRINKEN

„Alkohol lernte ich in der harmlosen Form von Bitterbier schätzen: Lubbock, mein Reitlehrer , war der erste, der mir Bier anbot, als ich ihn an einem Sommerabend besuchte. Es schmeckte abscheulich, und ich trank es herunter in dem Bemühen, meine Männlichkeit zu beweisen, doch einige Tage später, auf einem langen Spaziergang querfeldein… spürte ich den Geschmack auf der Zunge, wie zum Hohn, denn ich war sehr durstig. Wir kehrten in ein Gasthaus ein, aßen Brot und Käse, und ich trank zu zweitenmal Bitterbier, daß mir köstlich mundete und das bis heute nie aufgehört hat, herrlich zu schmecken …“

Das las ich vorgestern Abend in meiner momentanen Bettlektüre: ?Eine Art Leben?. Das ist die Autobiographie des englischen Schriftstellers Graham Greene (Der graphodino ist schuld, das ich dieses Buch hervorholte, aber das ist eine andere Geschichte). Von ganz geringen, zu vernachlässigenden Details abgesehen ist es mir genau so ergangen. De javu! De javu! Es zeigt sich: So unterschiedlich sind unsere Leben nicht. Das Individuum als solches wird vielleicht überschätzt. Aber es gibt den einen oder anderen Menschen, der eine Erfahrung die viele machen allgemein gültig beschreiben kann. Dessen Leben dadurch exemplarisch wird. Ist das vielleicht der eigentliche Grund weshalb wir ein weblog schreiben ? Ist es das, was wir wollen ?

Fenster putzen (Blog 228)

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In einem früheren Blogeintrag habe ich es schon einnmal erwähnt: Schuhe und Fenster putzen – das sind in Bezug auf die Hausarbeit meine Domänen. Keine Frage – meine Frau hat in dieser Hinsicht mehr am Hals, hält mich auch aus von mir nicht nachvollziehbaren Gründen von einige Tätigkeiten fern – aber auf den beiden genannten Gebieten entlaste ich sie gerne.

Fenster putzen lernte ich Mitte der 70er Jahre bei einer Institution, die Frauen damals noch verschlossen war. Lange habe ich für das Polieren Zeitungspapier benutzt aber die neuen Mikrofasertücher sind ein echter Fortschritt: Bessseres Ergrebnis weniger Aufwand.

Ich hätte auch nichts gegen einen weiteren Fortschritt der Emanzipation einzuwenden. Sollen die Frauen doch Betriebswirtschaft studieren wenn ihnen danach ist. Wir machen die Hausarbeit. Das können Männer zwar nicht besser, aber sie haben die bessere Einstellung dazu.

Frauen quälen sich damit ab, verlieren aber kein Wort darüber wenn man nach Hause kommt. Nach einer Stunde wird dannn beiläufig gefragt: „Fällt dir etwas auf ?“ Dann weiß man, das man übersehen hat, das der Teppich mit Schaum gereinigt wurde und der Glastisch eine Sonderbehandlung erhielt. Man hat dann ein schlechtes Gewissen und Mühe glaubwürdig zu machen, das man diese Arbeit nicht wahrgenommen hat, aber dennoch nicht gering schätzt.

Männer dagegen vermessen die Fenster schon vor dem Putzen um hinterher Lob dafür einzufordern, dass sie 5 Fenster und eine Hebe-Schiebetür mit einer Glasfläche von insgesamt 11,632 qm gereinigt haben, anschließend schreiben sie einen Blogeintrag in dem sie sich selbst (ein bisschen) für diese Tat feiern und zum Schluß belohnen sie sich mit einer Flasche exotischen Bieres dessen Genuß Voraussetzung dafür ist, das Texte wie dieser überhaupt entstehen…..

Ich wwwünsche ein angenehmes Wochenende!

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Selbstversuche: Biertest: Duckstein….. (Blog 176)

Duckstein

…..wird nicht etwa in Entenhausen gebraut, sondern in Lübz (Mecklenburg) in einem zur Holsten-Gruppe gehörenden Brauhaus. Ursprünglich kommt es jedoch aus dem niedersächsischen Königslutter am Elm. Zum Brauen wurde seinerzeit das kalkhaltige Wasser der Lutter verwendet. Der bei der Ablagerung dieses Kalks entehende Kalktuff (Travertin) wird auch Duckstein genannt.Daher der Name.

Was mich in diesem konkreten Fall interessierte: Kann man die Buche schmecken? „Auf Buchenholz gereift“ war auf der Flasche zu lesen. Und beim Rotwein funktioniert das ja. Die durch das Lagern in Eichenfässern entstehende Geschmacksnote kann man der Eiche zuordnen. Einige Hölzer (bei weitem nicht alle) haben einen typischen Geruch der mir durch langjährigen
Umgang vertraut ist. Eiche riecht säuerlich, Linde wie Lindenblütentee, Esche (mein Lieblingsholz) wenn es frisch eingeschnitten ist wie Melone. Und Buche ? Schwer zu beschreiben. Der Eiche nicht ganz unähnlich aber weniger intensiv. Hat eine leicht bittere Note. Auf dem Bild habe ich der Anschaulichkeit halber zwei Buchenstücke links und rechts neben der Flasche plaziert. Früher hat man dieses Holz unlackiert unter anderem für den Innenausbau von Bäckereien verwandt. Wer noch eine Bäckerei mit alter Inneneinrichtung in seiner Nähe hat, sollte mal an den Regalen schnuppern – oder auch an der Unterseite des Brotes.

Das Bier hat eine rotblonde Farbe, ist obergärig und meiner Meinung nach ein typisches Winterbier. In der warmen Jahreszeit wäre es mir doch zu wuchtig obwohl der Alkoholgehalt (4,9%) sich im üblichen Rahmen bewegt. Den Buchengeschack kann ich wirklich nachempfinden, aber will nicht so recht zu Hopfen und Malz passsen.

Gesamturteil: Kann man mal trinken, wirkt irgerndwie konstruiert, wird aufwendig vermarktet (u.a. spezielle Flaschenform). Dennoch: Nichts passt so richtig zusammen. Das ursprüngliche Duckstein-Bier soll süsslich und hell gewesen sein. Es war auch als Heilmittel gefragt. Heute ist Duckstein ein Bier, das seine Heimat verloren hat und ob man es glaubt oder nicht: Man schmeckt es.

Quelle: Es gibt einen lesenswerten Wikipedia-Eintrag, der mir als Quelle gedient hat:
http://de.wikipedia.org/wiki/Duckstein_%28Bier%29