From Russia with love….. (Blog 297)

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In diesen Paketen befindet sich russisches Birkensperrholz – auch als Birken-Multiplexplatte bekannt. Es besteht aus vielen aufeinandergeleimten Furnierlagen. Wer nicht wissen sollte was„Furnier“ ist kann sich an meine Blogfreundin icksy wenden. Sie ist auf diesem Gebiet seit neuestem Expertin:

http://fahrtenbuch.blog.de/

Weshalb dieses Produkt erwähnenswert ist? Es war lange Zeit knapp. Vor einem Jahr war es kaum zu bekommen. Aus Gründen, deren Erläuterung zu weit führen würde neigte Rußland dazu, nicht nur die Gaszufuhr zu drosseln, sondern auch Sperrholz eher nach China oder in die USA zu liefern. Das „alte Europa“ war als Markt nicht mehr gefragt. Binnen kürzester Zeit verdoppelten sich die Preise.

Dann führte die Immoblienkrise in den USA zu einem Einbruch der Nachfrage und auch die asiatische Nachfrage ist seit einigen Monaten rückläufig. Nun ist es wieder zu haben. Zu Preisen die so günstig sind, das diejenigen Händler die sich vor einigen Monaten eindeckten nun ein echtes Problem haben. Ob diese Entwicklung anhält ?

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Container und Holz (Blog 291)

Süddeutsche Lärche

Wie bereits häufiger erwähnt spielt sich der berufliche Teil meines Lebens vorwiegend in einer Holzhandlung auf der Speditionsinsel im Hafen Duisburg – Ruhrort ab. Vorwiegend im Büro, aber im Moment ist es heiß und es ist auch nicht viel zu tun. Da bin ich halt mit der Kamera umhergegangen und habe mein Umfeld festgehalten. Hier sind die Bilder:

http://de.sevenload.com/alben/oSROid7

Sie kommen immer näher (Blog 256)

Holzhandel ist eines der ältesten Gewerbe der Welt. Schon der König Salomon kaufte die Zedern des Libanons für der Tempelbau in Jerusalem. Der älteste beurkundete Holzhandel in unserem Wirtschaftsraum ist ein um das jahr 1000 beurkundeter Kauf von Eichenstämmen. Die Republik Venedig erwarb sie in Bayern.

Nun werde ich an meinem Arbeitsplatz im Duisburger Hafen mit einem sehr jungen, sehr erfolgreichen Zweig des Handels konfrontiert: Den Umschlag von Containern. Sie nehmen immer mehr Raum in Anspruch. Wo noch vor kurzem Brachland war (wie hinter unserem Firmengelände)
machen sie sich unübersehbar breit: Groß, bunt, fremd, laut (Sie werden mit gigantischen Kränen und Staplern bewegt). Heute morgen habe ich sie fotografiert. War noch nicht ganz hell.
Schöne Motive die einen besseren Fotografen verdient hätten:

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In Bus und Bahn unterwegs: Der Herr Michalski lebt noch (Blog 240)

Ich habe ihn wohl im Gedächtnis behalten, weil er eine auffällige Erscheinung war: Groß, hager, dunkelbrauner Kunstledermantel, zu eng geschnallter Gürtel. Die Krönung war ein kurzkrempiger Lederhut in einer Tönung, die mit dem Mantel harmonierte. Sein Alter war nicht einfach zu schätzen. Irgendwo zwischen dreißig und sechzig. Er war einer der ersten Kunden, den ich als Lehrling bediente. „Den nehmen Sie“ sagte der Ausbilder, als wir ihn durchs Fenster auf das Büro des Verkaufs zuschreiten sahen. Es war nicht einfach.

Er wolle sein Wohnzimmer „mit Holz ausschlagen“ erklärte er. Es solle etwas Solides sein, das ein Leben lang halte – und dann nach einer Pause sagte er mit – wie ich fand – unangemessenem Gleichmut: „Wobei zu bedenken ist, dass mein Arzt gesagt hat, ich würde vielleicht nicht mehr lange leben“.

Was soll man da empfehlen? Ich verkaufte ihm Profilbretter aus Fichte. Solide – und nicht teuer. In den 70er Jahren neigte man dazu, Wände und Decken mit Profilbrettern oder Paneelen zu verkleiden. Man wollte „einmal Ruhe haben“, „nie wieder tapezieren“ müssen und gedachte den Rest seines Lebens in holzgetäfelten Wohn- und Schlafzimmernn zu verbringen. So wohl auch der Herr Michalski.

Schon in den 80ern änderte sich diese Sichtweise. Die Einrichtung wurde der jeweiligen Nutzung angepasst – und die wechselte zunehmend häufiger. Da störte ein starres Element wie eine Wandverkleidung nur und so entfernte bereits die nächste Generation die nun als scheußlich oder spießig empfundenen Vertäfelungen aus Fichte oder Eiche. Mit Tapeten oder Wandfarben konnte man „flexibler gestalten“ sich öfter „neu erfinden“.

Dem Herrn Michalski begegnete ich nicht wieder, vergaß ihn fast – bis ich ihn vor einigen Wochen im Bus der Linie 383 wiedersah. Den Ledermantel trug er nicht mehr, wohl aber einen kurzkrempigen Hut. Vielleicht denselben wie bei unserer ersten Begegnung? Zunächst hatte ich Zweifel ob er es wirklich sei. Nicht wegen zu geringer- , sondern zu großer Ähnlichkeit mit dem Menschen, den ich zuletzt vor drei Jahrzehnten gesehen hatte und natürlich weil ich ihn aufgrund seiner damaligen Bemerkung eigentlich nicht mehr unter den Lebenden vermutete. Sein Alter war ach wie vor schwer zu schätzen: Irgendwo zwischen dreißig und sechzig. Ich war versucht, Ihn anzusprechen. Er stieg aber bereits an der nächsten Haltestelle aus. Die Art und Weise wie er aufstand und wie er sich bewegte ließ dann doch vermuten, dass er so jung nicht mehr sein könne und als ich ihn die Hauptstraße überqueren und auf die Almastraße zugehen sah schwanden die letzten Zweifel. Dorthin hatten wir seinerzeit die Profilbretter geliefert. Er war es. Er lebte noch. Ob wohl die Profilbretter immer noch die Wohnzimmerwand verzieren ?

Anmerkung: Der Herr Michalski heißt natürlich nicht Michalski. Er hat einen lustig klingenden Namen der sich gut merken lässt. Aber dann wäre er erkennbar – und das dürfte nicht in seinem Sinne sein.

Ein Telefongespräch (Blog 226)

 

Ich erhalte einen Anruf in der Firma. Am anderen Ende der Leitung meldet sich eine Frau, die mir erzählt, dass ihr Sohn die Waldorfschule besucht und welche Bedeutung der Werkstoff Holz in der Waldorf-Pädagogik habe. Ich vermute, es gehe hier um eine Geld- oder Sachspende und will sie schon mit der Geschäftsleitung verbinden da fällt der entscheidende Satz: „Mein Sohn ist sich seiner bäuerlichen Vorfahren bewußt geworden…“ ich ahne Böses und erfahre weiter, dass dieses sich bewußt werden zur Folge hat, dass der Sohn nun eine Bauerntruhe aus massiver Eiche bauen will.

Ich atme zunächst auf. Da kann ich ihr helfen. Im weiteren Lauf des Gespräches wird jedoch deutlich, dass wir den begriff „bauen’“ unterschiedlich definieren. Der Sohn soll keineswegs wie seine „bäuerlichen Vorfahren“ sägen und hobeln. Die Mutter stellt sich eher „eine Art Bausatz“ vor. Alle „groben Arbeiten“ sollen schon vorab erledigt sein. Es geht darum, vorgefertigte Teile miteinander zu verbinden und anschließend zu bemalen. So etwas müsse es doch geben.

Was jetzt kommt ahne ich voraus, aber man will ja helfen. Natürlich kann man so etwas vorfertigen. Im handwerklichen Bereich ist alles möglich – aber eben auch alles eine Frage von Zeit und Kosten. Ich frage nach, wie groß die Truhe werden soll, errechne die benötigte Materialmenge, kalkuliere das sägen und hobeln und komme auf einen dreistelligen Eurobetrag.


Es wird still am anderen Ende der Leitung. Dann die üblichen Fragen („Sie haben sich nicht verrechnet?“) , die Höhe der Arbeitskosten (Das Material selbst kostet nur 48 €) wird nicht akzeptiert („Das ist ja unverschämt!“) die dann folgenden Beschimpfungen enden mit dem Satz: „Sie sind doch auch nur einer, der nur Geld verdienen will!“ Dann legt sie den Hörer auf.


Gelegentlich wird in Blogeinträgen über unfreundliche inkompetente Verkäufer berichtet. Oftmals sicher nicht ohne Grund. Aber ein Verkäufer hat es auch nicht immer leicht. Es ist erstaunlich zu sehen, wie schnell Menschen agressiv werden, wenn es nicht so läuft, wie sie es sich vorgestellt haben, wenn das Produkt entweder nicht vorrätig ist, andere Eigenschaften hat als erwartet oder eben teurer ist als gedacht. Dann wird der Verkäufer zum Blitzableiter wobei ihm am Telefon noch mehr Agressivität entgegenschlägt als im persönlichen Gespräch. Offenbar ist die Hemmschwelle geringer wenn man sich nicht gegenübersteht. Einer gesichtslosen Telefonstimme mutet man deutlich mehr zu.


Zurückgeblieben ist im konkreten Fall nur Frust auf beiden Seiten. Zwanzig unerfreuliche Gesprächsminuten und Bestätigung der gegenseitigen Vorurteile. Meine Gesprächspartnerin wird sich über einen aus ihrer Sicht nicht hilfsbereiten, gierigen Verkäufer ärgern und ich kann meine Bedenken gegenüber antroposophisch geprägten Mitmenschen weiter pflegen. Sinn macht das nicht.











Holz arbeitet (Blog 138)

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Dies war einmal eine schöne, gerade Bodendiele. Sollte irgendwann mal Teil eines Balkons oder einer Terasse sein. Lag ein halbes Jahr unbeachtet in einem Lagerschuppen und sieht jetzt so aus. Woran liegt das? Zum einen ist es nicht egal, aus welchem Teil des Stammes eine Diele oder ein Brett geschnitten wird. Einiges hängt von der Ausrichtung der Jahresringe ab. In diesem extremen Fall dürften auch die hohen Temperaturen dieses Sommers eine Rolle gespielt haben.

Buchenstämme (Blog 121)

Buchenstämme

Vor kurzem sind bei uns neue Buchenstämmer eingetroffen. Gedämpfte Rotbuche 65 und 80 Milimeter stark, 4,50 Meter lang und 40 bis 50 cm breit. Das Gewicht beträgt ca. 730 kg pro Kubikmeter. Das heisst eine 80 Milimeter starke Bohle wiegt ungefähr 120 Kilogramm.
Wer einen solchen Stamm kauft, will ihn in der Regel vorher sehen. Das heisst jede einzelne Bohle wird angehoben und umgedreht – mit den Händen natürlich.

Als Holzhändler sitzt man also nicht nur im Büro, sondern muss zwischendurch auch mal „Hand anlegen“. Aber ich weiss diesen Teil meines Berufes durchaus zu schätzen. Zusammen mit regelmässiger Gymnastik und mässigen Laufübungen trägt er zur körperlichen Fitness bei .

Woran ich beim Anblick dieser Stämme denken musste: UnsereVorfahren, die Germanen benutzten als Schriftsprache sogenannte Runen (die wahrscheinlich von lateinischen Buchstaben abgeleitet und nur sehr spärlich verwendet wurden). Man ritzte sie in Buchenstäbe – und hier liegt der Ursprung des Wortes „Buchstabe“. Priester warfen sie auf den Boden und lasen sie wieder auf, um den Willen der Götter zu erkennen.Von diesem Auflesen der Buchenstäbe ist unser Wort „lesen“ abgeleitet.

Schaut euch diese Stämme an: Hier liegen die Ursprünge des Lesens, des Schreibens und letztlich auch des „bloggens“.