Schade…… NF 45

….um Depardieu. Kenne ihn noch aus Truffaut Filmen. War mal ein guter Schauspieler.
Der Witz ist auch das der französische Film staatlicher seits stark gefördert wurde. Nicht nur finanziell. Bis in die 80er Jahre durfte das Fernsehen in Frankreich Samstags keine Spielfilme zeigen. Die Leute sollten ins Kino gehen.
Depardieu hat seine Karriere und sein Geld im wesentlichen staatlicher Förderung zu verdanken.
Er beißt nun die Hand, die ihn füttert.

2010 war das Jahr….. (Blog 392)

…in dem das Kino zurück in mein Leben kam. Zwar war ich einmal jemand der gerne Filme sah , auch seine Vorlieben hatte. Ich habe fast alle Filme von Francois Truffaut gesehen, schätze heute noch die frühen Filme von Wim Wenders und wusste natürlich auch etliche Hollywood-Produktionen zu schätzen. Irgendwann in den 80er Jahren hörte das auf und die Kinobesuche zusammen mit meiner Frau kann ich trotz 16 Ehejahren an zwei Händen abzählen. Viele Kinos verschwanden auch. Man hatte nur noch die Wahl zwischen Multiplex und Programmkino. Die Wege wurden weiter.

Ende 2009 fragte mich ein Freund ob ich bereit wäre beim geplanten Kommunalen Kino Süd in Gelsenkirchen mitzumachen. Spielort war die Aula der Gesamtschule in Ückendorf , der Stadteil in dem ich lebe. Nach anfänglichem Zögern gewann der Cinemane in mir die Oberhand.
Wie es sich für einen bekennenden Digitalen gehört richtete ich zunächst ein Emailkonto und einen von allen Mitarbeitern nutzbaren Kalender ein. als dies erledigt war wurde ich einer von vier Kartenverkäufern. Jeden Mittwoch um 19.30 Uhr zeigen wir einen Film. Meist schaue ich ihn mir auch an. Unser Progamm reichte im vergangenen Jahr vom kurdischen Film mit deutschen Unterntiteln bis zum Hollywood Blockbuster. In diesem Jahr starten wir mit Eat,Love, Pray mit Julia Roberts in der Hauptrolle.

Ich habe in diesem Jahr mehr Filme gesehen als im ganzen ersten Jahrzehnt. Die drei die mir am besten gefallen haben will ich an dieser Stelle nennen:

3. MÄNNER AL DENTE
ist eine wunderschöne, weitschweifige Tragikomödie. Ein Nudelfabrikant in der italienischenProvinz will seinen Söhnen die Fabrik übergeben. Das sie homosexuell sind kann der Patriach nicht ertragen:
http://tinyurl.com/34m8z2p

2. GOETHE
von Phillip Stölzel ist ein Film in dem nicht ein historisches Detail stimmt der aber in einem höheren Sinne ?wahrhaftig? ist und sehr gut die Stimmung und Verhältnisse der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wieder gibt. Der Film befasst sich mit Goethes Zeit als Referendar am Reichskammergericht in Wetzlar und natürlich auch mit seiner Beziehung zu Charlotte Buff. Gut gespielt. Vor allem Moritz Bleibtreu überzeugt als Albert Kestner:
http://tinyurl.com/2ul4drt

Es gibt auch noch einen kürzeren, schöneren Trailer:
http://tinyurl.com/34zmeuk

1.UP IN THE AIR

Bedingt durch lange Kinoabstinenz war George Cloney für mich jemand der irgenwann einmal in einer Arzt-Serie gespielt hat und heute Reklame für Kaffeemaschinen macht. Ich muss Abbitte leisten. Er ist ein wunderbarer
Schauspieler:
http://tinyurl.com/ycn8zum

Ich würde mich freuen wenn einige von Euch in nächster Zeit einmal wieder den Weg ins Kino finden würden. Es gibt mehr sehenswerte Filme, als zumindest ich vermutet habe.

An education (Blog 382)

Wie bereits im April erwähnt ( http://tinyurl.com/3yswgvn ) helfe ich bei der Etablierung des kommunalen Kinos im Süden unserer Stadt mit. Nachdem ein gemeinsam benutzbarer Terminkalender und eine Kommunikationsbasis eingerichtet sind bleibt mir im Moment nur der Kartenverkauf (Irgendwann lande ich immmer beim „Verkauf“). Die Filme schaue ich mir ebenfalls an. Manch sehenswerter ist dabei der seinen Weg in die Provinz mit Verspätung findet.

So auch „An education“ dessen Kinostart schon einige Monate zurückliegt. Er handelt von einem klugen Mädchen das die Chance hat in Oxford zu studieren, das sich danach sehnt der kleinbürgerlichen Welt der Eltern zu entfliehen und sich in einen fast dopelt so alten Mann verliebt der ihr ein faszinierendes Leben bieten zu können scheint. Er macht ihr einen Heiratsantrag, sie gibt die Schule auf…..

Der Film zeigt exemplarisch, das „erwachsen werden“ im wesentlichen aus dem Verarbeiten großer Enttäuschungen besteht. Man hat sich verloren, weiß es und geht trotzdem nicht zugrunde; kann es schließlich auch akzeptieren und Distanz zu den Geschehnissen gewinnen. Danach ist man nicht glücklicher aber besser gegen späteres Unglück gewappnet.

Hier geht es zum Trailer: http://tinyurl.com/365p4gv und wer den schönen Bildern nicht traut kann sich bei Tante wiki kundig machen die den Film auch kennt: http://tinyurl.com/36favur Aber vielleicht sollte man damit warten bis man ihn gesehen hat denn wie immer weiß sie viel und verrät zuviel vorab.

Sonst noch was berichtenswertes? Es ist auch ein „Kostümfilm“ mit jeder Menge sehenswerten Kleidungsstücken für beiderlei Geschlecht sowie allerlei zeitgenössischen motorisierten Fahrzeugen und hörenswerter Musik: http://tinyurl.com/377upa8 . Ich habe es nicht bedauert ihm 95 Minuten Lebenszeit geopfert zu haben.

Entschuldigung (Blog 374)

In den letzten beiden Wochen haben sich mehr als 50 Einträge und Kommentare von Blogfreundinnen und -freunden angesammelt ohne das es meinerseits eine Reaktion gegeben hätte. Das tut mir leid.

Gründe dafür gibt es. Zum einen haben wir im Holzhandel Frühjahrssaison. Es ist mehr zu tun als im vergangenen Frühjahr. Gut so!
Zum anderen hat es damit zu tun, das Bloggen Folgen hat. Weil ich 2006 einmal einen Eintrag über den Niedergang der Vorstadtkinos geschrieben habe: http://tinyurl.com/2wwoh8d sprach man mich nun an als es darum ging im strukturell schwierigem Süden unserer Stadt eine Depadence des Kommunalen Kinos zu eröffnen. Es fügte sich so das mir die Aufgabe übertragen wurde eine Kommunikationsbasis im web einzurichten (Gemeinsam nutzbarer Kalender sowie eine Emailadresse die alle Beteiligten nutzen können). Auf google-Basis ging das leichter als ich dachte. Kinokarten verkaufe ich allerdings auch. Kommenden Mittwoch zum Beispiel.

Das alles hat zu einer Vernachlässigung meines weblogs geführt.
Darunter leide ich. Es bereitet mir körperlichen Schmerz. Ich vermisse euch und gelobe, dieses Wochendende verstärkt euren Einträgen und Kommentaren zu widmen. „Spät kommen die Antworten – doch sie kommen“. Schiller möge mir den Mißbrauch seines Wallensteins verzeihen: http://tinyurl.com/2uz3ckb

Vorstadtkinos (Blog 153)

Es mag heute unglaublich klingen: Mein erster Kinobesuch hatte mit dem „Kalten Krieg“ zu tun.
Im zweiten Schuljahr überraschte man uns in der Schule eines morgens mit der Ankündigung heute ginge die Klasse ins Kino. Dort wurde ein Film gezeigt, der „Frage 7“ hiess. Handelte vom Sohn eines evangelischen Pfarrers der in der bösen „DDR“ lebte und auf eine weiterführende Schule gehen wollte. Wegen des Berufes seiner Eltern musste er Schikanen über sich ergehen lassen, unter anderem auch einen Fragebogen ausfüllen und die Frage 7 verlangte von ihm eine Distanzierung von seinen Eltern. Da er das nicht wollte, nutzte er einen Berlin-Besuch um durch das damals noch offene Brandenburger Tor in den freien Westen zu fliehen.

Ohne die Zustände in der DDR beschönigen zu wollen: Siebenjährigen Kindern einen solchen Film zu zeigen macht wenig Sinn, zumal auch jeder Versuch einer pädagogischen Nachbearbeitung – etwa durch ein Gespräch mit dem Lehrer – fehlte. Erst Jahre später habe ich überhaupt begriffen, worum es in diesem Film ging.

Das nur am Rande. Damals, Anfang der 60er Jahre gab es sie noch: Die Kinos in den Stadtteilen. Oft neben Kneipen gelegen und von deren Wirten mitbetrieben. Mitte der 70er Jahre waren sie fast alle verschwunden. Das Fernsehen hatte sie verdrängt. Oft wurden sie zu Lebensmittel-Supermärkten. Nur Zeitzeugen können noch den ursprünglichen Zweck der Gebäude erkennen. Es kommt vor, dass ich – wenn ich in einer fremden Stadt bin – stehenbleibe, auf den nahegelegenen Lebensmittelmarkt weise und dem verdutzten Menschen neben mir mitteile „Das war mal ein Kino“. Die drei, die es in meinem Stadtteil gab (Gelsenkirchen-Ückendorf) habe ich noch einmal aufgesucht und fotografiert, was von Ihnen übrig geblieben ist.

Das war mal das „Odeon“:

Odeon

Wurde als erstes geschlossen. Ist seitdem alsLebensmittelmarkt, Gebrauchtmöbelmarkt, Spielhalleund zuletzt als illegales Wettbüro genutzt worden. Zur Zeit steht es leer.

Rolandkino

Vor das „Roland Kino“ (oben) hat man ein Haus gesetzt. Nur der hintere Teil ist noch als ehemaliger Kinosaal erkennbar. Jahrzentelang gab es hier einen REWE-Markt. Seit drei Jahren hält sich der GRAND-Markt, ein sogenannter „Russenmarkt“. Er unterscheidet sich von herkömmlichen Lebensmittelmärkten dadurch, dass hier wenig geläufige Tee-und Wodkasorten angeboten werden – und ungeheure Mengen „fettigsten Fleiches“ (kann man nicht anders schreiben).

Und das war das Kino meiner Kindheit und frühen Jugend: Das REX :

Rex-Kino

Hier sah ich den ominösen Propagandafilm „Frage 7“, später aber auch alle Karl-May-Filme mit Lex Barker, Pierre Brice, Marie Versini (die fand ich toll), Mario Adorf etc.. Und das war mal das Tor zu einer Traumwelt:

Eingang Rex

Jetzt bleibt es verschlossen.