Schnee, Knoblauch, China (Blog 361)

Auch heute am Sonntag hieß es wieder vor 7.00 Uhr aufstehen und Schnee räumen. Zwischen 7.00 und 20.00 Uhr muß dafür Sorge getragen werden das die Bürgersteige ohne von Witterungseinflüßen herrührenden Gefahren benutzt werden können. Wir haben noch einen „klassischen“ Bürgersteig. Als es in den 80er und 90er Jahren in Mode kam verkehrsberuhigte Zonen zu schaffen ist die kleine Straße in der wir heute wohnen glücklicherweise übersehen worden.

Außerdem war es ein gutes Training für das was kommt. Das dreiwöchige Lotterleben endet morgen früh um 5.00 Uhr. Dann ist wieder Alltag angesagt. Bin gespannt ob der Regionalexpress pünktlich ist. Heute aber ging es nach dem Frühstück noch einmal ins
Bett mit Frau, Laptop und Zeitungen. Beim Durchblättern der letzteren stieß ich auf eine Nachricht die mich nachdenklich stimmte. Die Financial Times Deutschland hat herausgefunden mit welcher Anlage man 2009 das meiste Geld verdienen konnte.
Nein, keine Aktien, auch kein Gold oder andere Edelmetalle – Terminkontrakte auf Knoblauch – das wäre es gewesen. Der Preis für den 40kg Sack indischen Knoblauchs lag Anfang des Jahres noch unter 500 Rupien. Er stieg bis zum Jahresende auf 2550 Rupien. Mit einer der Gründe: Angst vor der „Schweinegrippe“. In China gilt Knoblauch als Heilmittel gegen Grippe.

Da bin ich im Nachhinein doch froh das ich mich habe impfen lassen – ohne die geringsten Nebenwikungen übrigens. Kein Jucken, kein „Röteln“ – und da ich zum Jahresende nicht wenige furchtschürende Artikel über die zukünftige politische und kulturelle Dominanz Chinas wahrgenommen habe:

http://tinyurl.com/ygeurr7
http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/32025

graut mir doch ein wenig. Chemische Produkte sind mir lieber als Lauchgewächse und Nadelstiche.

Verwendete Quelle: FTD vom 30.12.09 Seiten 20/21 „Anatomie eines Comebacks“