Was Marilyn Monroe und ich gemeinsam haben (Blog 110)

Eigentlich war sie mir bisher gleichgültig. Eine Frau, die wie Marilyn Monroe aussieht finde ich nicht attraktiv. Würde sie mir auf der Bahnhofstrasse (nein, nicht in Zürich – in Gelsenkirchen) begegnen, ich würde mich nicht nach ihr umschauen. Auch die Filme in denen sie mitgespielt hat und die man fast zwangsläufig irgendwann einmal im Fernsehen sieht, würde ich mir freiwillig kein zweites Mal ansehen. Mich beeindrucken eher (körperlich) grosse, ernste Frauen. Aber Optik ist nicht alles (Hier werden Männer von Frauen in der Regel falsch eingeschätzt) und so bin ich schon mehr als ein Jahrzehnt glücklich mit einer eher kleinen, lebhaften Frau verheiratet und froh darüber, dass es so gekommen ist.

Zurück zu Marilyn Monroe. Wenn ich behaupte, sie beeindrucke mich nicht, ist das nicht kokett oder arrogant gemeint. Im Gegenteil: Es beunruhigte mich bisher, dass sie mich nicht beunruhigte. Können denn so viele Männer irren? Entging mir da etwas? War ich etwa kein normaler Mann, wenn dieser Mythos mir nichts bedeutetete? Hin und wieder habe ich mich das gefragt.

Deswegen bin ich doch froh, nun eine Gemeinsamkeit gefunden zu haben. Offenbar hat Marilyn Monroe zumindest versucht, den „Ulysses“ zu lesen. Es gibt Fotos von ihr, die sie in diesem Buch lesend zeigen. Könnten natürlich ein gestellte Aufnahmen sein. Aber die Fotografin Eve Arnold versicherte, sie habe seinerzeit Marilyn Monroe bereits im „Ulysses“ lesend angetroffen. Sie habe gesagt, dass sie den Ton des Buches möge. Sie würde es laut lesen , um es besser zu verstehen, aber es sei harte Arbeit.

Ich unternehme zur Zeit meinen dritten Versuch, den „Ulysses“ zu lesen. Die wiedergegebenen Aussagen halte ich für glaubwürdig. Hab es auch schon mit lautem Lesen versucht – und es ist wirklich ein hartes Stück Arbeit (Siehe meinen Blogeintrag Nr. 96 „Tausend Seiten für einen Tag“ vom 28.03.06) und noch nicht ausgemacht, ob ich es schaffen werde oder scheitere (habe gerade 480 von 1014 Seiten hinter mir). Das Marilyn Monroe seinerzeit die gleichen Probleme mit diesem Buch hatte, das macht sie mir nun doch sympatisch und lässt ein Gefühl von Verbundenheit und Nähe entstehen. Vielleicht sollte ich mir doch noch einmal einen ihrer Filme anschauen…..

Wer eines der erwähnten Fotos sehen will, sei auf folgenden Link verwiesen:

http://www.flickr.com/photos/73078475@N00/54175261/