Das Mittwochsbild (46)

Egger-Bier

Irgendwann habe ich sicher mal erwähnt, dass wir Holzwerkstoffe des österreichischen Herstellers Egger verkaufen. Ob es eine Verflechtung mit der österreichischen Brauerei Egger gibt weiß ich nicht. Jedenfalls traf heute ein Kasten Egger-Bier bei uns ein. Konkret: Märzenbier

Das kommt mir gelegen. Heute spielt Schalke in München gegen die Bayern und es spricht nicht wenig dafür, dass ich zu später Stunde des alkoholischen Trostes bedarf. Es gibt aber noch eine geringe Chance das ich Grund zur Freude habe – dann passt es auch.

“Premiumqualität aus Österreich” steht auf der Flasche. Ich werde es prüfen und einen Biertest schreiben. Der wird noch diese Woche im Bierkultblog meines Freundes Remo veröffentlicht.
PROST!

Derby (Blog 393)

Freitag Abend war es mal wieder so weit. Das “Derby” zwischen Dortmund und Schalke fand statt. Wie immer ausverkauft. Live in mehr als 100 Länder übertragen und ein Ärgernis. Auf dem Duisburger Hauptbahnhof erwarteten mich wie man auf dem Foto sieht bierkastenbewehrte Borussen:

Fans

Schalker Fans wären mir genau so unlieb gewesen. Anstatt wie üblich in einem mäßig besetzten Zug einen Blick in meine Lektüre zu werfen und die Vorfreude auf das Wochenende zu genießen mußte ich bis Gelsenkirchen stehen. Körperkontakt mit grölenden, alkoholisierten Menschen war unvermeidbar. Das später noch Schalker Anhänger zustiegen trug nicht zur Entspannung der Lage bei.

Über das 0:0 habe ich mich gefreut. Es war das bestmögliche Ergebnis. Trug zur Entspannung bei. Nicht einmal ein besonders schönes oder unglückliches Tor bot Anlaß Emotionen “auszuleben” was konkret unsägliche Schmähungen und physische Gewalt beinhaltet. Gut so – und da die Anspannung nun vorbei ist – sollte man nicht über einen anderen Umgang mit den Dortmunder Fussballanhängern nachzudenken? Wie wäre es mit einer Fan-Freundschaft Zwischen Dortmund und Schalke – so eine wie mit den Nürnbergern? Unmöglich? Weshalb? Es gibt da so etwas wie eine (leider) verloren gegangene Tradition. Wer es nicht glauben mag, möge hier nachlesen:

http://tinyurl.com/5rsf55j

Jedenfalls hoffe ich noch zu Lebzeiten die Fusion von Borussia Dortmund und Schalke 04 wahrnehmen zu können. Das neue gemeinsame Stadion könnte dann in Herne gebaut werden.

Feuerwerk sah man nur vereinzelt….. (Blog 283)

…..aber zumindest in der Gelsenkirchener Innenstadt war es gestern nach dem Spiel Deutschland – Türkei wesentlich lauter als zum Jahreswechsel und so richtig schlafen haben wir wegen der noch lange nach Mitternacht anhaltenden Hupkonzerte nicht können. Dafür war es heute in der S-Bahn – hier wurden diese Zeilen ursprünglich geschrieben – umso ruhiger. Auf den Sitzen flezten sich deutlich mehr Schläfer als sonst, manche noch mit schwarz-rot-goldenem Schal und entsprechender Kappe.

Natürlich freue ich mich, dass die deutsche Nationalmannschaft das Endspiel um die Fußball-Europameisterschaft erreicht hat aber um die Türken tut es mir leid. Mit ihnen scheidet die Mannschaft aus, die bei dieser EM für Spannung und Dramatik gesorgt hat und sich wohltuend von den “Defensivkünstlern” aus Griechenland, Rumänien oder auch Italien abhob. So viele Tore in den letzten Minuten – das hat mich beindruckt – auch deshalb, weil es zu den Charakteristika der hiesigen Bundesligamsnnschaft (Schalke 04)gehört, sich nach jeder 1:0 Führung selbstgefällig “zurückzulehnen”. Nicht zuletzt deshalb ist die deutsche Meisterschaft in diesem Jahrzehnt mindestens zweimal knapp verpasst worden.

Kein Wunder, das jemand wie Hamit Altintop bei Schalke nichts werden konnte und frustriert zu den Bayern floh; das er bei dieser Europameisterschaft groß herauskam freut mich für ihn der in Gelsenkirchen aufwuchs und nicht weit von hier zur (Gesamt)schule ging. Leider ist er auch ein Beispiel dafür, dass der Prophet im eigenen Land nichts gilt.

Wollen muß man schon (Blog 222)


Beim Durchblättern alter Tageszeitungen bin ich auf ein Interview gestossen, daß der Vorsitzende des Fussball-Bundesligisten Schalke 04, Josef Schnusenberg, kürzlich der WAZ gegeben hat. Angesprochen auf den schweren Saisonbeginn – Schalke beginnt auswärts beim Meister VfB Stuttgart und erwartet anschließend zu Hause Borussia Dortmund – äußerte er sich wie folgt:

” Man kann es sich doch nicht aussuchen. Deshalb habe ich mich auch nicht an der Kritik gegenüber den Terminplanern beteiligt, obwohl mir klar ist, was kommen kann. Gewinnen wir die ersten beiden Spiele, kennt die Euphorie keine Grenzen, verlieren wir, ist der große Frust da. Deshalb wäre es vielleicht nicht schlecht, ein Spiel zu gewinnen und eins zu verlieren.”

Da beginnt man zu begreifen, weshalb es in der vergangenen Saison mit der Meisterschaft wieder nicht geklappt hat. Wenn der oberste Repäsentant den Eindruck vermittelt, ein Sieg könne auch schaden, wenn er die Begeisterung der Fans eher fürchtet als schätzt, wenn an der Spitze nur noch taktisch gedacht wird und man sich offenbar auch nicht viel zutraut – dann braucht man sich über entsprechende Folgen nicht zu wundern. Unvorstelbar, einen solchen Satz aus dem Munde von Uli Hoeneß zu hören.

Nun will ich auch nicht denjenigen das Wort reden, für die nur der Sieg zählt. Kranke Typen wie der ehemalige Tennisprofi Jimmy Connors von dem die Äußerung “Zeige mir einen guten Verlierer und ich zeige dir einen Verlierer” überliefert ist. Aber gewinnen wollen muß man schon und Einsatz zeigen und nicht vorzeitig aufgeben. Das Publikum sollte da eher eine sekundäre Rolle spielen.

Dann bin ich nun doch auf den morgigen Abend in Stuttgart gespannt.

Quelle: WAZ vom 21.07.2007: “Mit Krachern bis Silvester warten.”

Freuden der Statistik (Blog 220)

Fussball interessiert mich nur am Rande – aber Statistiken finde ich toll und so kaufte ich mir auch dieses Jahr wieder das Bundesliga-Sonderheft eines führenden Sportmagazins. Eine sentimentale Gewohnheit, denn das Objekt meiner Begierde kann man heute auch mühelos im Web finden: Die “ewige Tabelle” der Bundesliga. Die Addition aller Siege, Niederlagen und Unentschieden der letzten 44 Jahre. Ich will nicht übertreiben, aber eine bis zwei Stunden kann ich schon mit der Betrachtung dieser Daten verbringen. Hier die wichtigsten Erkenntnisse:

In 44 Jahren gehörten der 1. Bundeslliga, in der in den ersten Jahren sechzehn, später achtzehn Mannschaften spielten insgesamt 49 Vereine an. Sowohl am ersten wie am letzten Platz wird sich in den nächsten Jahren nichts ändern. Es führt Bayern München mit 2744 Punkten vor Werder Bremen mit 2275 Punkten. Wenn man bedenkt, das pro Saison im Höchstfall noch nie erreichte 102 Punkte vergeben werden könnten, würden die Bremer selbst wenn Bayern München in der kommenden Saison kein Spiel gewinnen und absteigen würde mindestens 5 Jahre brauchen um an die Spitze der ewigen Tabelle zu gelangen. Ebenso aussichtslos ist es für Tasmania Berlin, den letzten Platz los zu werden. Es müsste dazu eine Mannschaft, die bisher noch nie in der Bundesliga gespielt hat, aufsteigen und in der ganzen Saison weniger als 10 Punkte (Sieg = 3 Punkte, Unentschieden = 1 Punkt) erreichen.

Die einzige Mannschaft, die noch nie abgestiegen ist und von Anfang an immer dabei war ist der Hamburger Sportverein (2265 Punkte Platz 3). Den Hamburgern gebührt allerdings auch der zweifelhafte Titel der Unentschiedenkönige (402 mal). Die meisten Siege hat wieder Bayern München vorzuweisen (803 Siege, das sind 164 Siege mehr als der Zweitplazierte). Eintracht Frankfurt ist die Mannschaft mit den meisten Niederlagen (493) dicht gefolgt von Schalke 04 (484).

Damit sind wir unvermeidlich bei der Mannschaft meiner Heimatstadt angelangt . Immerhin haben die Schalker in der ewigen Tabelle dieses Jahr einen Platz gut gemacht und die Frankfurter Eintracht überholt . Sie liegen nun auf Platz 9, aber damit aber immer noch hinter schon länger abgestiegenen Vereinen wie dem 1.FC Köln (Platz 8) und dem 1.FC Kaiserslautern (Platz 6).

Die Stadt mit den meisten Vereinen in der ewigen Tabelle ist – das hat mich auch überrascht – Berlin. Außer Hetha BSC haben schon Tennis Borussia, Blau-Weiß 90 und Tasmania in er ersten Liga gespielt.

Auf den lezten Plätzen findet man viele vergessene Namen. Wer erinnert sich noch an Preußen Münster (abgestiegen in der allerersten Saison), Darmstadt 98 und den SSV Ulm ?

Bester Verein aus den neuen Bundesländern ist Hansa Rostock (Platz 23). Insgsamt haben bisher 4 Mannschaften aus dem Osten unseres Landes in der ersten Liga gespielt (Hansa Rostock, Energie Cottbus, Dynamo Dresden und der VfB Leipzig.

Wer jetzt neugierig geworden ist und selber einen Blick auf die ewige Tabelle werfen will, sei auf folgenden Link verwiesen: http://www.dfb.de/index.php?id=82907

Und noch eine Nachricht für Remo, falls er – vielleicht des schlechten Wetters wegen – im Urlaub doch einmal einen Blick auf dieses weblog werfen sollte: Hannover 96 liegt auf Platz 20, unglaublicherweise ausgerechnet hinter Eintracht Braunschweig. Wenn sie sich anstrengen, können sie in zwei Jahren an denen vorbeiziehen.

Gerade gelesen: Einzelhandel will Muttertag verschieben (Blog 199)

Gerade gelesen: Einzelhandel will Muttertag verschieben (Blog 199)

“Der Einzelhandelsverband HDE will 2008 den Muttertag um eine Woche vorziehen, da er sonst auf Pfingstsonntag fällt. Muttertag sei einer der umsatzstärksten Tage; der Handel könne auf diesen Tag nicht verzichten” (WAZ vom 10.05.2007)

Über den Sinn des Muttertages kann man streiten. Das der Handel in der Zeit vor diesem Feiertag grössere Umsätze mit Kosmetikprodukten, Blumen und Süsswaren macht sei ihm gegönnt.

Was mich aufregt ist, das hier eine sekundäre Begleiterscheinung eines “Gedenktages” zur Hauptsache gemacht wird. Ist doch egal was gefeiert wird, Hauptsache aus diesem Anlass wird konsumiert und wenn das nicht gewährleistet ist gehört dieser Tag verschoben. Unglücklicherweise lässt sich – im Gegensatz zu Weihnachten und Ostern – das Pfingstfest nicht kommerziel verwerten. Der “Heilige Geist” sperrt sich erfolgreich gegen eine Vereinnahmung.

Ansonsten gibt es wenig wovor Verkauf und Marketing zurückschrecken. Ich erinnere mich, das seinerzeit, als die Fussball-Bundesliga ihre Senderechte ans Privatfernsehen vergab in diesem Sender darüber nachgedacht wurde, ob man die 90 Minuten des Fussballspiels nicht in drei Halbzeiten á 30 Minuten unterteilen solle um für die nunmehr zwei Pausenblöcke mehr Werbespots verkaufen zu können. Oder an die Geschichte jenes aufstrebenden englischen Fussballvereins, dessen Name mir leider nicht mehr gegenwärtig ist, dessen Schicksal ich irgendwann einmal beiläufig wahrgenommen habe. Dort kamen die Marketingleute auf den Gedanken, den Vereinssitz sowie den Spielort aus wirtschschaftlichen und steuerlichen Gründen nach Irland zu verlegen. Das die Anhänger dieses Vereins in einer Londoner Randgemeinde lebte störte niemanden.

Und aus aktuellem Anlass: Wie wäre es, wenn man Borussia Dortmund und Schalke 04 fusionieren würden? Man könnte in irgendeiner dieser furchtbaren Einfamlienhaus – mit – Garten – Schlafstädte nörlich des Ruhrgebiets auf billigem Bauland ein gigantisches, die Anhänger beider Vereine fassendes Stadion bauen. Die an den Wochenenden gelangweilten Bewohner könnten diese Spielstätte aufsuchen sowie ihren Kindern überteuerte Trikots und andere Fanartikel kaufen. Das so etwas zur Geschichte beider Vereine nicht passen würde. Das Identität in diesem Fall auch auf Rivalität beruht – was soll es ? Umsatz ist alles!