Dies und das (Blog 218)

sushi

Mein letzter Eintrag handelte von einer Sushi Bar. Wer nun überlegt, ob er es wagen soll ein solches Etablissement zu betreten aber bisher noch zu keinem Entschluss gekommen ist, dem sei der oben abgebildete Calsen Comic als weitere Entscheidungshilfe empfohlen. Ich bin auch gern bereit, dieses Buch auszuleihen (Bücher kann man ja sehr günstig versenden).

Neu auf der Liste der Freundinnen und Freunde: Prankenblümchen, eine zornige junge Frau die wohl auch in der Ruhrstadt wohnt, ernste Musik und Katzen mag, zweifelsohne eine talentierte Bloggerin ist – aber etwas mehr schreiben könnte. Herzlich willkommen!

Ich hoffe, das er der nächste Präsident der Vereinigten Staaten sein wird: Barack Obama . Hier seine Präsidentschaftswahlkampfseite: www.barackobama.com . Dazu noch ein Gedanke, wie er nach dem zweiten Bier halt einmal kommen kann: Da die USA die einzige verbliebene Weltmacht sind, dies manchmal auch deutlich zeigen und UN-Beschlüsse nur akzeptieren, wenn sie ihnen in den Kram passen: Wäre es nicht gerecht, wenn die Bürger der restlichen Staaten so etwas wie eine Teilstimme bei den Präsidentschaftwahlen bekämen? Sagen wir mal für Bürger von EU-Staaten eine Viertelstimme die man in einem Bundesstaat eigener Wahl abgeben kann? Vielleich schreibe ich mal an die US-Botschaft

Tokyo Tea Room (Blog 217)

Am Freitagnachmittag entschloss sich meine Frau kurzfristig zu einem Friseurbesuch. Für mich eine willkommene Gelegenheit, mein Refugium in der Gelsenkirchener Innenstadt aufzusuchen, am Marktplatz gelegen, Ecke Hauptstraße – Hansemannstraße: Den Tokyo Tea Room.

TTR7

Hans Ulrich Orrisch, gebürtiger Gelsenkirchener hat 12 Jahre in der japanischen Industrie gearbeitet. Er wäre gern in Japan geblieben, aber auch dort wurden kurz nach der Jahrtausendwende ältere Arbeitnehmer „wegrationalisiert“ und ohne Arbeitsplatz gibt es dort keine Aufenthaltserlaubnis. Er entschloss sich nach Gelsenkirchen zurückzukehren und eröffnete hier 2003 mit seiner Frau Kazumi, die aus einer japanischen Gastronomenfamilie stammt, den Tokyo Tea Room, der keinesfalls nur eine Teestube, sondern auch eine Sushi-Bar ist. Kazumi ist Sushi-Meisterin.

Sushi, das war bis dahin für mich „roher Fisch“. Ich hatte nicht vor, mich auf ein solches Experiment einzulassen. Dann aber dachte ich, dass man einem Mann meiner Generation mit einem – den Japanaufenthalt ausgenommen – nicht unähnlichem Lebenslauf wohl vertrauen könne und so überwog schließlich meine in diesem weblog schon verschiedentlich erwähnte Neigung zu Selbstversuchen. Und wie bisher meist auch wurde der Mut zum Experiment belohnt. Eine neue kulinarische Welt erschloss sich mir. Ich lernte den Umgang mit Sojasauce, Ingwer und Wasabi (sehr scharfer Rettich) und von Anfang an faszinierte mich die Transparenz dieser Gerichte: Alle Zutaten sind erkennbar, nichts ist undefinierbar.

TTR2

Aber nicht nur Tee und Sushi machen den Reiz des Etablissements aus. Eine Bar ist der Tokyo Tea Room auch. Es werden einige Malt-Whiskys vorrätig gehalten die ich nach und nach probiert habe und von denen ich den Talisker von der Insel der Nebel , den Lieblingswhisky von Robert Louis Stevenson (Autor der Schatzinsel und von Dr. Jekyll and Mister Hyde) inzwischen zu schätzen weiß. Auch die Gestaltung des Raumes ist zu erwähnen: Die Grundtöne Türkis und Rot und die Aluminiumverkleidung der Decke in welcher sich die Tische spiegeln schaffen die Atmosphäre einer fremden und dennoch Ruhe ausströmenden Welt. Musik gibt es auch, Jazz vorwiegend und Donnerstags findet man immer die neueste Ausgabe der „Zeit“. Hier verbringe ich Stunden. Hier wird auch der eine oder andere Blogeintrag konzipiert.

Letzten Freitag gab es keinen Jazz. Stattdessen spielte Ivo Polgerich Musik von Domenico Scarlatti auf dem Klavier. Vor mir stand ein Vanilleeis mit grünem Macha-Teepulver bestreut und süßen Asuki Bohnen als Beigabe. Draußen fiel ein starker Regen. Einen Moment lang vergaß ich die Welt um mich herum und war glücklich.

TTR3