Fast zwei Wochen nach dem Sturm… (5 2014)

 
 
…am Abend des Pfingstmontag sind seine Spuren immer noch allgegenwärtig. Friedhöfe und Parkanlagen sind weiterhin geschlossen.
In meinem Stadtteil (Gelsenkirchen-Ückendorf) liegt der Pestalozzi – Hain, ein kleiner Park zwischen evangelischer und katholischer Kirche.
Normalerweise kann man hier einen mit einer Ampel gesicherten Fußgängerüberweg benutzen. Die Ampel ist jedoch dem Sturm zum Opfer gefallen:
 

DSC_0081

 
Stattdessen gibt es einen mit Warnlichtern gesicherten gelben Zebrasteifen als Provisorium:

DSC_0082(1)

 
 
Die grossen, entwurzelten Stämme sind inzwischen zersägt und abtransportiert. Für kleinere Äste und Zweige gilt das nicht:
 

DSC_0084(1)

 
Der Baum der zu diesem Stumpf gehörte:

DSC_0085(1)

 
hat diesen Schaukasten zerstört:
 

DSC_0087(1)

 
Wir selber haben vom Sturm zunächst nicht so viel wahrgenommen. Der Wetterbericht hatte eher nebenbei auf mögliche Unwetter hingewiesen. Wir ließen die Jalousien herunter und schauten zunächst Fernsehe Später lief Wasser in den Keller was wir jedoch von vergangenen, glimpflich verlaufenen Stürmen kannten. Der Schrecken ereilte uns erst am folgenden Morgen als wir aus unserer kleinen Wohnstraße kommend die Kastanienallee sahen. Bäume waren entwurzelt, Bogenlampen abgeknickt, die Straße war für Fahrzeuge unpassierbar. Nur weil unsere Garage am Ende der Allee lag konnten wir diese Richtung Bochum verlassen und über die A40 nach Essen gelangen.
 
Dort setzte mich meine Frau wie immer am Hauptbahnhof ab. Der war überfüllt. Wie ich später erfuhr war am Abend vorher ein regionales Musikfestival abgebrochen worden. Die Besucher waren nicht mehr nach Hause gekommen. Ich wartete stundenlang; kein Zug fuhr nach Duisburg. Zu dieser Zeit ahnten wir noch nicht, das dieser Zustand noch eine Woche andauern würde. Eine Weiterfahrt mit dem Auto war auch nicht möglich. Wegen vieler unpassierbarer Straße wurde davor in allen regionalen Medien gewarnt, Die Taxen waren überlastet, der A40 Tunnel stand unter Wasser.
 
In den nächsten Tagen war zumindest die Autobahn wieder befahrbar und so war ich gezwungen das Auto zu nehmen. Für mich persönlich die schlimmste Folge dieser Naturkatastrophe.
 
 

Durch den Monsun (Blog 340)

Freitagnachmittag um 15.00 Uhr begann unser Urlaub. Die Sonne schien, die Züge kamen pünktlich. Ich traf meine Frau in der Innenstadt. Zuhause angelangt wurden die Einkäufe weggeräumt und dann taten wir das was wir am ersten Nachmittag des Urlaubs immer machen: Wir besuchten ein Restaurant, aßen üppig (Bei mir mußte es Hütsteak mit Krabben sein) und schmiedeten Pläne für die kommenden drei Wochen. Das die Witterung sich zwischenzeitlich radikal änderte entging uns weitgehend, weil wir bewußt an einem einsamen Ecktisch Platz genommen hatten. Kurz vor 19.00 Uhr wollten wir aufbrechen und waren überrascht, als der Kellner uns fragte, ob wir „jetzt“ wirklich gehen wollten .

Nun ist dieses Restaurant nur einige 100m von unserer Wohnung entfernt. Wir besuchen es häufiger und je nach Tagesform oder Witterung benutzen wir den Bus oder gehen zu Fuß. Wir liefen durch den immer noch heftigen Regen zur Bushaltestelle. Dort konnten wir uns unterstellen und warten.

Aber der Bus kam nicht. Konnte nicht kommen. (Erst am nächsten Tag erfuhren wir, das eine tiefer gelegene Strassenunterführung unpassierbar geworden war. ) Wir entschlossen uns dann doch durch den Regen zu laufen.

Der Weg nach Hause besteht im Wesentlichen aus einer Platanenallee die in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts angelegt wurde. Relativ alte Bäume also. Für zwei von Ihnen endete das Leben am Freitagabend. Zunächst lag dieser quer über der Straße:

monsun1

Was mich empörte, war das der autofahrende Mensch mit gewohnt selbstverständlicher Rücksichtslosigkeit gleich den Bürgersteig zur Straße machte :

monsun 2

Wenig weiter war ein zweiter Baum Opfer von Sturm und Regen geworden:

monsun 3_edited

Dieses Foto weist keine ausreichende Schärfe auf, gefällt mit aber dennoch weil es
die Atmosphäre am besten wiedergibt:

monsun 4_edited

Triefend naß Zuhause angelangt ging es gleich in der überfluteten Waschküche weiter mit Aufräumarbeiten und am nächsten Morgen stellten wir fest , das die Waschmaschine nicht mehr funktionierte und der Balkon verwüstet war.

Ich selber bin auch jetzt noch ungehalten über diesen Urlaubsbeginn. Ich habe Erholung nötig . Katastrophen die ungewohnte Arbeiten nach sich ziehen passen mir nicht ins Konzept und morgen geht es weiter. Meine erste Aufgabe besteht darin einen Reparateur der sich der Waschmaschine widmen soll zum schnellstmöglichen Kommen zu bewegen.

Und danach muß Schluss sein mit Katastrophen. Dann soll es gefälligst leicht, schön und banal werden. Ungefähr so wie hier besungen: http://www.youtube.com/watch?v=EJ0CFXSh_iY