Das blog.de Mitte Dezember 2015 geschlossen wird……

……dürfte den meisten von euch inzwischen bekannt sein. Es lief schon lange nicht mehr rund. Die technischen Probleme nach der Übernahme durch Populis sowie die zunehmende Unwilligkeit der Eigner, mit den Mitgliedern der Plattform zu kommunizieren trieben viele Mitblogger, darunter einige die mir nahe standen, zu anderen Anbietern.

Ich habe mich zu diesem Schritt nie entschliessen können. Hier sind immer noch einige Menschen, die ich nicht missen möchte und obwohl ich beruflich bedingt selber immer
seltener Zeit für eigene Blogeinträge fand las ich weiter und schrieb Kommentare. Ich 
bin seit gut 10 Jahren bei blog.de (seit März 2005) und hoffte, spätestens als Rentner
(2019) wieder häufiger eigene Texte veröffentlichen zu können.

Daraus wird nichts werden. Auch ich muss mir nun eine neue “Hütte” suchen. Vor einiger Zeit habe ich mit “blogger” und  “wordpress” experimentiert und dabei entprechende Blogruinen hinterlassen. Ganz abreissen oder ausbbauen – das ist nun die Frage. Vielleicht wären auch twoday.net oder myblog.de eine Alternative. Im Moment weiss ich noch nicht,wohin die Reise geht.

Den heutigen Tag habe ich mit der Sicherung meines Bloginhalte verbracht. Das ging reibungsloser als befürchtet und hätte schneller bewältiigt werden können aber die Versuchung, einige der alten Texte und Kommentare noch einmal zu lesen war natürlich zu gross und so “besichtigte” ich mein vergangenes Lebensjahrzehnt, nahm halb- oder ganz Vergessenes wieder wahr und bin jetzt dankbar, das ich 10 Jahre lang bloggen durfte, dabei Menschen kennen und schätzen lernte und zunehmend Freude am Schreiben fand. Das darf nicht vorbei sein. Vielleicht ist dieser Zwang zu einem Neuanfang eine Chance. Wir werden sehen…………….

Jubiläum (Blog 394)

Heute auf den Tag genau vor sechs Jahren veröffentlichte ich den ersten Eintrag in diesem weblog. Was mich reizte war die Möglichkeit eigene Texte publizieren zu können. An Fotos dachte ich noch nicht. Meine erste und bis dahin letzte Kamera hatte ich als Zwölfjähriger zu Weichnachten geschenkt bekommen. Ich rechnete mit zahlreichen, vorwiegend positiven Reaktionen.

493 Einträge 5437 Kommentare und 199506 Besucher später bin ich klüger. Ich weiß nun das Bloggen kein Ego-Tripp ist sondern soziale Interaktion. Ich hatte ganz gegen meine ursprüngliche Erwartung und Absicht Anteil am Alltag und Schicksalen mir bis dahin fremder Menschen: An einer schweren Krankheit die ein Leben veränderte und bis heute in Frage stellt, an einer Trennung vom Lebenspartner, an einem Verlust der Wohnung und damit verbunden dem Fall in die Obdachlosigkeit, am Leben von Menschen die arbeitslos geworden sind und damit klar kommen müssen.

Ich habe auch viel gelernt. Von Menschen mit anderen beruflichen Hintergründen, Menschen aus anderen Generationen mit anderen Lebensperspektiven, auch von Menschen mit ähnlich gelagerten Interessen durch die ich Bestätigung erfuhr und denen ich viele Anregungen verdanke.

Ihr alle seid mir nah und lieb. Ich bin froh euch gefunden zu haben und möchte euch nicht missen. Dieses weblog ist das grosse Abenteuer meines Lebens. Ich neige dazu, mir dasselbe leicht zu machen aber das gilt nicht für dieses weblog . Hier bin ich “am Ball geblieben”,habe um Formulierungen gerungen, schon fertige Texte fluchend wieder gelöscht, ganze Passagen gestrichen (weil ich mutmaßte sie könnten jemanden verletzen), habe für den Leser (mehr wohl für die Leserin) geschrieben, freute mich über grosse und ärgerte mich über geringe Resonanz. Dieses weblog hat in den vergangenen Jahren einen großen Teil meines Lebens ausgemacht – einen zunehmend grossern Teil.

Daraus ergeben sich nun Probleme. Ich fühle mich ein wenig wie Goethes Zauberlehrling der die Geister zu rufen weiß, sie aber nicht lenken kann. Meinen Blogfreundinnen und -freunden wird aufgefallen sein, dass meine Kommentare in letzter Zeit spärlicher wurden, spät kamen oder ganz ausblieben. Es geht zur Zeit nicht anders. Eine oder zwei Stunden pro Woche für Kommentare wie es sein sollte und im vergangenen Jahr noch möglich war – das schaffe ich momentan nicht mehr.

Dazu kommt, das Gefühl mein weblog sei zur Routine erstarrt. Zu viele Bilder, Zu wenig Text. Darüber möchte ich nachdenken ohne unter dem selbst auferlegten Druck zu stehen etwas zu einem bestimmten Termin fertigstellen zu müssen. Deshalb habe ich mich entschlossen nach sechs Jahren eine große Pause einzulegen. Eine Pause, die das Frühjahr, den Sommer und den schönen Teil des Herbstes umfassen soll. In diesem Zeitraum wird es an dieser Stelle keine Einträge geben.

Ein Abschied ist das nicht. Kommentare werde ich weiter schreiben und um erst gar keine falschen Gedanken aufkommen zu lassen nenne ich gleich den Zeitpunkt meiner Rückkehr. Am 3. Oktober dieses Jahres wird der nächste Eintrag in diesem weblog zu lesen sein. Vergesst micht nicht! Bleibt mir bis dahin ( und darüber hinaus) gewogen. Ich würde mich freuen im letzten Quartal etwas von euch in diesem weblog lesen zu können.

Manulan

Antwort auf eine Kritik (Blog 351)

Der Oesi ( www.oesiblog.blog.de ) hat zu meinen letzten Blogeintrag ( http://www.manfredkonradt.de/2009/09/20/sieht-bog-7003138/ ) folgenden Kommentar geschrieben:

„Also Yokohama Bonbons geteilt durch Birkenscheibe ergibt laut Adam Riese einen “so genannten” Verlegenheits Blog Text.

Geht mir übrigens auch oft so. Da weisst du nicht, was du schreiben sollst und fängst halt mit irgend was an. Und dieses irgend was geht dann irgend wie weiter und jetzt die Gleichung: je un zusammen hängender der Text = um so mystischer das Ganze.“

Da in seinem Text und in meiner noch folgenden Antwort eine Problematik angesprochen wird die nicht wenigen Bloggern geläufig sein dürften, also ein „allgemeines“ Interesse vorausgesetzt werden kann mache ich aus Kommentar und Antwort einen eigenen Blogeintrag. Hier meine Antwort:

Lieber Ösi,

dur hast recht. Ich ziehe mir diesen Schuh an, will und kann nicht widersprechen aber ich kann auch keine Besserung geloben. Ich blogge nun seit vier Jahren – im Zeitalter der „Digitalen Revolution“ eine Ewigkeit – und habe – unvermeidlich – einige Erfahrungen mit diesem von mir nach wie vor geliebten Medium „weblog“ gemacht. Die will ich hier wiedergeben:

Es ist in der Regel besser einen „Verlegenheits Blog Text“ als gar keinen Text zu schreiben. Das hat zwei Gründe: Wer ernsthaft bloggt muß „bei der Stange bleiben“ So bereitet es mir Unbehagen, das ich in diesem Jahr bisher nicht mehr als 3-5 Einträge pro Monat schaffe. Das ist aber das Minimum . Weniger kann ich nicht ertragen. Das Zirkuspferd muß traben. Es kommen Zeiten, die einen für diese Leiden entschädigen.

Darüberhinaus habe ich die Erfahrung gemacht, das Einträge mit denen ich mir Mühe gegeben habe, auf die ich stolz war oft eine geringe Resonanz fanden wogegen gerade die Verlegenheitslösungen oft einen erstaunlichen Widerhall fanden. So ist dieser „Verlegenheitsblog“ – wenn ich der Statistik trauen darf – mein bisher meistbeachteter Eintrag:
http://www.manfredkonradt.de/2007/12/18/fragen_die_mich_umtreiben_warum_tragen_f~3462937/

Das bedeutet: Bloggen macht demütig. Ich schreibe um Resonanz zu bekommen und nicht etwa weil ich meine, Grossartiges mitteilen zu können. Bloggen ist kommunizieren. Wäre keine Resonanz da – ich würde damit aufhören. Ich habe mittlerweile gelernt mich über Resonanz zu freuen die eher überraschend kommt.

Es ist auch nicht so, daß ich keine Themen hätte. Mindestens ein Dutzend wunderbarer Texte liegen in meinem Kopf abrufbereit. Aber ich habe unglücklicherweise auch noch diesen Brotjob ( der zu einem nicht unwesentlichen Teil aus dem Verkauf österreichischer Produkte besteht ) den ich brauche um Nahrung, Kleidung und Wohnen zu finanzieren – der ist zeitaufwendig – und so ein Verlegenheitsblog schreibt sich halt auch schneller als etwas Substantielles. So muß die Substanz eben manchmal warten.

Dennoch: Deine Kritik hat Folgen. Allerdings weniger für mich als für dich. Shakespeare (Wer immer er gewesen sein mag ) läßt seine Julias Caesar sagen: “Lasst wohlbeleibte Männer um mich sein, mit glatten Köpfen und die nachts gut schlafen.“ Er hoffte, diese seien „gemütlich“ und er könne sich unter ihnen sicher fühlen.. Wie das ausging ist bekannt. Deshalb habe ich lieber kritische Männer (und natürlich auch Frauen) in meiner Nähe und deshalb hätte ich dich gerne auf der Liste meiner Blogfreundinnen und -freunde. Dies ist ein Antrag über dessen Annahme ich mich freuen würde.

Wieder da ? (Blog 325)

In Bezug auf mein weblog liegt eine furchtbare Woche hinter mir. Zeitweise war es wohl nicht erreichbar – zumindest nicht für alle. Wer die webadresse kannte oder sie über eine Suchmaschine fand hatte anscheinend keine Schwierigkeiten – wohl aber die Blogfreundinen und -freunde bei blog.de und die Leser und Leserinnen die es über diese Plattform versuchten erhielten wohl die unzutreffende Mitteilung mein weblog bzw. der aufgerufene Eintrag existierten nicht mehr.

Grund dafür war wohl, das ich bei blog.de sowohl über eine Blogadresse (www.manulan.blog.de) als auch über eine domain (www.manfredkonradt.de) identischen Inhalts verfüge. Bisher gab es deswegen nie Schwierigkeiten. Nun kommunizieren diese Adressen wohl nicht mehr ausreichend miteinander. Wer die Blogadresse wählt, sieht, wie diese sofort in die Domainadresse umgewandelt wird – und diese weiß wohl nicht mehr, wer ich bin. Ich zumindest kann mich einloggen – ob das die Leser können, weiß ich nicht – und auf die Inhalte zugreifen. Kommentieren und Schreiben geht problemlos. Nur : Nimmt mich noch jemand wahr? Da bin ich mir noch immer nicht ganz sicher. Zwar kamen vom graphodino und von hadis an diesem Wochenende positive Nachrichten.
Dennoch würde es mich sehr beruhigen, wenn mir weitere Leserinnen und Leser bestätigen würden das es keine Schwierigkeiten mit der Erreichbarkeit mehr gibt. Deshalb bitte ich in dieser Hinsicht – ich würde es sonst niemals tun – ausdrücklich um Kommentare aus denen ich den Stand der Dinge entnehmen und gegebenenfalls noch einmal bei blog.de vorstellig werden kann.

Euch allen wünsche ich eine erträgliche Woche mit höheren Temperaturen und weniger Feuchtigkeit.

Wohin bloggen führen kann – und eine Begegnung im Bahnhof (Blog 249)

Als ich im Frühjahr 2005 begann, Texte in diesem weblog zu veröffentlichen war meine Intention eine egomanische. „Jeder kann publizieren“ – das war eine der großen Visionen, die seit den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit dem Internet verbunden waren und diese Vision wurde mit den Blogportalen Wirklichkeit. Und so begann ich der Wellt meine Sicht des Lebens sowie der sozialen und politischen Verhältnisse mitzuteilen.

Bald musste ich feststellen, daß das Interesse daran geringer war als vermutet. Leicht abzulesen an geringen Besucherzahlen und nur wenigen Kommentaren. Was also tun ? Was machten die anderen besser ? Ich entdeckte die soziale Dimension des Bloggens. Gab mehr von mir preis, begann Kommentare zu schreiben, fand Freundinnen und Freunde, nahm mit Erstaunen wahr, daß es mich emotional berührte wenn eine Freundin oder ein Freund sich mit oder ohne Abschied aus der Blogwelt zurückzog. Machte mir Sorgen wenn es jemanden schlecht ging, freute mich mit wenn jemanden Gutes widerfuhr.

Das daraus der Wunsch erwuchs, die Menschen hinter den Texten nicht nur in der Blogsphäre, sondern auch in der realen Welt kennen zu lernen entbehrte nicht der Logik, lag aber zunächst nicht in meiner Absicht. Es entwickelte sich zwanglos, eher beiläufig. Im Mai vergangenen Jahres besuchte ich zusammen mit meiner Frau Remo und die Töpferschnecke in Hannover, im September hatte ich mit hadis – wie er nicht unzutreffend schrieb „ein beinahe konspiratives Treffen“ auf einem Parkplatz nahe Kassel um mit ihm zusammen die documenta XII zu besuchen und Anfang November durfte ich dann Frau Sonnenschein, ihre Familie und ihre – untertrieben formuliert – zahlreichen Tiere kennen lernen. Begegnungen, die mein Jahr 2007 wesentlich mitgeprägt haben und diejenigen Lügen strafen die aus Unkenntnis oder wider besseres Wissen behaupten, das Internet sei ein Refugium gehemmter, kontakt- und lebensunfähiger Menschen.

Und so hat es mich auch gefreut, dass meine Blogfreundin „Prankenblümchen“ ihr Inseldasein in der vergangenen Woche zumindest kurzfristig aufgegeben hat und sich – als sie in der Stadt in der ich lebe zu tun hatte – mit mir im Gelsenkirchener Hauptbahnhof traf. Wir sprachen bei Kakao und Kaffee miteinander. Ich nahm mit Erstaunen wahr, dass sie sowohl hinsichtlich der frühen (Novalis) als auch der neuen Romatik (Rilke) über Kenntnisse verfügt, das wir beide Interesse an historischen Themen haben, uns fragen, weshalb wir so sind,wie wir sind und wo wir unsere Wurzeln finden können. Sie sucht ihren Weg noch, geht auch mal ein Stück in die falsche Richtung, hat aber den Mut, eine Schlussstrich zu ziehen wenn es nötig ist. Mein Eindruck: Sie ist souveräner als sie es sich selbst eingestehen will. Wer sich selber ein Bild machen will: Hier geht es zu ihrem weblog: http://prankenbluemchen.blog.de/

Und wie wird es weitergehen? Ich werde weiter schreiben, werde die Festlegung auf bestimmte Themen auch in Zukunft meiden, sehe am Horizont die Möglichkeiten der Videotechnik (Die Töpferschnecke hat es vorgemacht) hoffe, dass ich die Freundinnen und Freunde die ich jetzt schon kenne wiedersehe und weitere kennen lerne. Einige wohnen zwar arg weit entfernt, aber Anhängerinnen ostwestfälischer Fußballvereine unnd Liebhaberinnen größerer Baumaschinen müssen mit dem Schlimmsten rechnen. Das Jahr ist noch jung.

Ich kenne ihr weblog schon einige Zeit….. (Blog 213)

….. gemessen an der kurzen und flüchtigen Blogzeitrechnung fast eine Ewigkeit. Aufmerksam geworden bin ich auf Sie als wir gemeinsam als letzte Verbliebene auf der Freundesliste von Tims inzwischen leider wohl endgültig gelöschten Blog standen. Ich vermute sie im ländlichen Norddeutschland. Sie beherrscht nicht nur Musikinstrumente sondern kann auch kundig mit ipod und Kamera umgehen. Außerdem ist sie eine hörenswerte Interpretin, die ich als solche schätze. Ich bin erfreut, das sie nun meine Blogfreundin geworden ist. Herzlich willkommen Calico!